Sonntag, 5. Juni 2011 / 13:54 Uhr
Wien - Ein ganzes Land atmet auf und sieht sich als «Sieger der Herzen». Trotz der Niederlage gegen Deutschland hat Dietmar Constantinis ÖFB-Elf sich und der Fußball-Welt bewiesen, dass Österreicher mehr können als nur Skifahren.
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Da scheint selbst die Mini-Chance auf eine EM-Qualifikation gar nicht mehr so unwahrscheinlich. «Warum nicht immer so?», fragten am Sonntag gleich mehrere Zeitungen. «Würde Österreichs Team immer so spielen wie gegen Deutschland, dann würden Erfolge nicht ausbleiben», hieß es im «Kurier». Hatte das Alpenland eine EM-Teilnahme vor der Begegnung mit der DFB-Elf schon so gut wie abgeschrieben, rechnen nun verschiedene Blätter vor: Es ist noch möglich. Bei Siegen in den übrigen vier Spielen hätten die Rot-Weiß-Roten den Platz in der Endrunde in Polen und der Ukraine sicher.
«Österreich war der heimliche Sieger beim 1:2 gegen Deutschland», befand «Österreich» am Sonntag. Es sei das beste Spiel im Prater seit Jahrzehnten gewesen, für diese Niederlage brauche sich niemand verstecken. Doch für einen Weg an die Spitze braucht der Fußball-Außenseiter nicht nur die im Happel-Stadion gezeigte Leidenschaft, sondern auch regelmäßig Siege.
«Es gibt keinen Grund, zufrieden zu sein», mahnte Stürmer-Legende Hans Krankl. Oberstes Ziel der Spieler müsse es sein, sich mit guten Resultaten wieder nach vorne zu arbeiten: «Unsere Leistungen müssen viel konstanter werden.»
Auch Constantini will von Euphorie nichts wissen: «Dieses 1:2 ist nicht befriedigend für mich, und vom Lob kann ich mir nichts kaufen. Am Ende zählen doch nur die Punkte.» Die Niederlage sei bitter und natürlich sage jetzt wieder jeder, dass die Deutschen immer in den letzten Minuten gewinnen: «Ich glaube, dass wir auch bis zum Schluss alles gegeben haben, aber es hat leider nicht gereicht.»
Mit einem der stärksten Auftritte der Rot-Weiß-Roten seit Jahren hat sich der Tiroler Coach seinen Platz gesichert, waren sich am Wochenende die Kommentatoren einig. Ob er sein Team in die Qualifikation zur WM 2014 führen werde, wollte Constantini nicht beantworten.
Trotz des glücklichen Sieges waren am Wochenende Gehässigkeiten gegen den viel beschworenen Erzrivalen selten. Denn es waren vor allem die fünf Bundesliga-Legionäre, die Österreich nun Hoffnung auf eine bessere Fußball-Zukunft machen. Vor allem Stuttgarts Martin Harnik, der als permanenter Unruheherd die deutsche Abwehr forderte, und «Team-Baby» David Alaba wurden als neue Lieblinge gefeiert.
«Wir haben den Deutschen alles abverlangt, sie müssen glücklich sein über den Sieg», stellte «Piefke» Harnik klar. Österreich könne stolz sein - «aber das Ergebnis war wieder eine Katastrophe». Auch der von Bayern München an Hoffenheim ausgeliehene Alaba war von Philipp Lahm kaum in den Griff zu bekommen. «Die Enttäuschung ist natürlich sehr groß. Wir hatten einen sehr großen Aufwand, wir haben alles gegeben», sagte der 18-jährige.
«Ich bin sehr enttäuscht - nicht von der Leistung, die war wirklich hervorragend - vor allem kämpferisch», sagte Kapitän Christian Fuchs (FSV Mainz 05). Er soll nach einem Bericht des «kicker» unmittelbar vor einem Wechsel zu Schalke 04 stehen.
dpa
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