Samstag, 3. September 2011 / 17:32 Uhr
Gelsenkirchen - Geglänzt, doppelt getroffen und dann geschont: Nach seiner rauschenden Österreich-Gala genoss Mesut Özil in der alten Heimat die Momente des Glücks.
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«Ich bin sehr zufrieden. Ein Lob an die Mannschaft, wir haben wirklich ein tolles Spiel abgeliefert und verdient so hoch gewonnen», sagte der Real-Star nach dem 6:2 gegen die besonders durch seinen Wirbel überforderten Alpen-Kicker. In seinem Geburtsort Gelsenkirchen bewies Özil eindrucksvoll sein Ausnahmetalent und untermauerte mit dem ersten Tore-Doppelpack im DFB-Trikot seinen Status als Deutschlands tollster Fußball-Zauberer. «Natürlich hat Özil eine hohe Klasse, die bei uns keiner hat», beschrieb Österreichs Martin Harnik den entscheidenden Unterschied.
Mesut Özil war beim 6:2-Sieg der DFB-Elf gegen Österreich der überragende Spieler auf dem Platz.
Den Kurzstopp in der Heimat wollte Özil zu einer Visite bei Verwandtschaft und Freunden im Revier nutzen. «Ich denke schon, dass es klappen wird, meine Familie zu besuchen.» Wie gerufen kam da die vom Bundestrainer verordnete Ruhepause. Wie Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer muss Özil nicht mit zum Test gegen Polen am 6. September nach Danzig reisen. Dort sollen sich jüngere Spieler empfehlen. Was der Spanien-Legionär kann, weiß der Bundestrainer schon.
Als unerheblich bezeichnete Özil, dass Schiedsrichter Paolo Tagliavento das erste Tor des Abends nicht ihm, sondern Miroslav Klose zusprach. «Für mich persönlich ist das unwichtig. Wir haben als Mannschaft das Spiel gewonnen, die drei Punkte geholt und sind qualifiziert», sagte der 22-Jährige. Zu Großmut hatte Özil nach der Glanzleistung im 27. Länderspiel genug Grund. An seinem Status in der quicklebendigen deutschen Fußball-Rasselbande ist auf dem Weg zur EM bei allem ausgebrochenen Konkurrenzkampf nicht zu rütteln.
«Jeder weiß, dass er bei Real Madrid spielt. Und bei Real Madrid spielt man nicht, wenn man nichts am Ball kann. Deswegen hat der Mesut so gespielt, wie er spielt, nämlich gut», sagte Teamkollege Thomas Müller. Bastian Schweinsteiger sieht Özils derzeit große Konstanz auf Topniveau in dessen Wechsel nach Spanien begründet. «Für seine Entwicklung war es sehr gut, dass er ins Ausland gegangen ist. Das hat ihm gut getan. Er hat sich sehr gut bewegt, dass er technisch sehr gut ist, das wissen wir», sagte der Bayern-Profi.
Mit Freude erzählt Özil derzeit von seinen Erfahrungen in Spanien. Krafttraining für eine bessere Durchsetzungsfähigkeit und mehr Effizienz im Torabschluss übe er bei Real in Extraschichten - und der Erfolg wird sichtbar. Energisch setzte er sich vor seinem ersten Tor durch, kaltschnäuzig schloss er zum zweiten ab - das Trefferkonto im DFB-Trikot wurde an einem Abend auf sechs erhöht.
«Ich habe selber hart an mir gearbeitet. Ich bin zum größten Verein der Welt gewechselt. Da läuft es prima für mich. Ich habe das Vertrauen des Trainers, so wie hier», erzählte Özil. Den großen Hype um ein mögliches Zusammenspiel mit dem Dortmunder Supertalent Mario Götze sieht Özil als feste Größe ganz gelassen. Mit Selbstvertrauen kann Özil sagen: «Das entscheidet alleine der Bundestrainer, mit wem ich zusammenspielen werde.»
dpa
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