Sonntag, 4. September 2011 / 10:11 Uhr
Gelsenkirchen - Mesut Özil ist derzeit so gut, dass Joachim Löw problemlos auf ihn verzichten kann. Nach der Tor-und-Zauber-Gala gegen Österreich schickte der Bundestrainer Deutschlands Fußball-Virtuosen in ein freies Wochenende mit Familie und Freunden in der alten Heimat Gelsenkirchen.
anzeige
Beim ersten EM-Test am Dienstag in Danzig gegen Polen gönnt er dem Real-Profi schon zum zweiten Mal in der noch jungen Saison eine Schaffenspause. Gegen die von seinem Wirbel überforderten Alpen-Kicker hatte Özil beim 6:2 eindrucksvoll demonstriert, dass er bei der Titelmission 2012 der Schlüssel zum Erfolg sein kann.
«Ich bin sehr zufrieden. Ein Lob an die Mannschaft, wir haben wirklich ein tolles Spiel abgeliefert und verdient so hoch gewonnen», sagte Özil nach seinem ersten Tore-Doppelpack im DFB-Trikot gewohnt bescheiden. Die Kollegen sprachen bei der Leistungsbewertung deutlichere Worte. «Er hat sich sehr gut bewegt, dass er technisch sehr gut ist, das wissen wir», lobte Bastian Schweinsteiger.
«Jeder weiß, dass er bei Real Madrid spielt. Und bei Real Madrid spielt man nicht, wenn man nichts am Ball kann. Deswegen hat der Mesut so gespielt, wie er spielt, nämlich gut», fügte Teamkollege Thomas Müller an.
Ein Jahr in Madrids Starensemble unter den Augen von Trainer José Mourinho hat Özil fußballerisch zu noch größerer Klasse reifen lassen. «Für seine Entwicklung war es sehr gut, dass er ins Ausland gegangen ist. Das hat ihm gut getan», bestätigte Schweinsteiger.
Mit Freude erzählt Özil von seiner neuen großen Liebe Real und den Erfahrungen im Land des Weltmeisters, der im kommenden Jahr bei der EM endlich bezwungen werden soll. Krafttraining für eine bessere Durchsetzungsfähigkeit und mehr Effizienz im Torabschluss übe er in Madrid in Extraschichten - und der Erfolg wird sichtbar.
Energisch setzte sich der 22-Jährige vor seinem ersten Tor durch, kaltschnäuzig schloss er zum zweiten Treffer ab - das Trefferkonto im DFB-Trikot wurde im 27. Länderspiel flugs auf sechs erhöht. «Ich habe selber hart an mir gearbeitet. Ich bin zum größten Verein der Welt gewechselt. Da läuft es prima für mich. Ich habe das Vertrauen des Trainers, so wie hier», erzählte Özil.
Verschmerzen konnte er, dass Schiedsrichter Paolo Tagliavento das erste Tor des Abends nicht ihm, sondern Miroslav Klose zusprach. «Für mich persönlich ist das unwichtig», sagte er.
Den Kurzstopp in der Heimat wollte Özil zu einer Visite bei Verwandtschaft und Freunden im Revier nutzen. «Ich denke schon, dass es klappen wird, meine Familie zu besuchen», sagte er gleich nach dem Spiel. Wie gerufen kam da natürlich die vom Bundestrainer am Samstag verordnete Ruhepause. Schon gegen Brasilien durfte er im August nach einer strapaziösen Welttour mit Real die Beine hochlegen.
Den großen Hype um ein nun erneut verschobenes Zusammenspiel mit dem Dortmunder Supertalent Mario Götze sieht Özil als feste Größe ganz gelassen. Mit Selbstvertrauen kann er sagen: «Das entscheidet alleine der Bundestrainer, mit wem ich zusammenspielen werde.» Was der Spanien-Legionär kann, weiß der Bundestrainer schon. Und die nächste Reise wird für Özil aufregend genug. Im Oktober geht es mit dem DFB-Team in die Türkei, das Land seiner Vorfahren.
dpa
0 Kommentare | Kommentare verstecken
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
Fritz Walter jun.: Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt.
Kommentar schreiben