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Brasilien feiert Ronaldinhos Wiedergeburt

Rio de Janeiro - Wiedergeburt eines Totgesagten: Beim 1:0-Erfolg Brasiliens im Testspiel gegen Ghana feierte Altstar Ronaldinho nur ein laues Comeback, aber kaum ist der Altstar da, gewinnt Brasililen.

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Doch der Mann, dessen Nationalelf-Karriere nach 87 Länderspielen und 32 Tore beendet schien, wurde nach dem Abpfiff von Nationaltrainer Mano Menezes und den zumeist deutlich jüngeren Teamkameraden in höchsten Tönen gelobt. Und das, obwohl Medien wie das Nachrichtenportal des TV- und Zeitungsriesen «Globo» nur eine «unauffällige Leistung» des 31-Jährigen sahen.

Rückkehrer

Foto: dpa Bild vergrößern

Hinter den Schüssen von Ronaldinho (l) steckt noch immer mächtig Wumms.

«Ronaldinho war in besserer körperlicher Verfassung und bei vielen wichtigen Spielzügen mit dabei. Am Ende war er ganz stark», sagte Menezes. Auch Jungstar Neymar war begeistert: «Mit ihm im selben Team zu spielen ist wunderbar. Er ist ein Superstar und kann ein Spiel allein entscheiden». Nach einer peinlichen Niederlagen-Serie, darunter einem 2:3 in Deutschland, setzt der Rekordweltmeister knapp drei Jahre vor der WM im eigenen Land offenbar wieder auf den zweifachen Weltfußballer. «Ich bin nicht der Vater der Jungs, aber Erfahrung bringe ich schon mit», meinte der frühere Barcelona- und Mailand-Profi selbstbewusst.

Der Profi von Flamengo aus Rio de Janeiro hatte im ausverkauften Craven-Cottage-Stadion in London vor allem in den letzten Minuten bei Standardsituationen etwas von seinem Können gezeigt. Bei zwei Freistößen scheiterte er nur knapp an Ghanas Tormann Adambathia Larsen Kwarasey. Matchwinner der «Seleção» waren aber weder er noch der von europäischen Topteams heftig umworbene Neymar. Auf herrlichen Pass von Fernandinho schoss Newcomer Leandro Damião (22) von Internacional Poro Alegre in der 44. Minute das Tor des Tages.

Ghanas zunächst stark spielendes Black-Stars-Team stand von der 34. Minute an nur mit zehn Mann auf dem Platz, nachdem Daniel Opare die gelb-rote Karte sah. Die Partie zwischen den Teams, die bei der WM 2010 in Südafrika beide im Viertelfinale ausgeschieden waren, war hitzig. Neben Gelb-Rot gab es weitere sieben gelbe Karten, davon fünf für Ghana und zwei für Brasilien.

Ronaldinho bekam zwar den einen oder anderen Tritt ab, strahlte aber nach dem Abpfiff übers ganze Gesicht. «Ich bin happy, die Jungs mögen mich», sagte er im Interview des brasilianischen Fernsehens. Grund zur Freude hatte er dann bald noch mehr. Coach Menezes berief ihn am Abend prompt in den Kader für das Doppelduell gegen Argentinien am 14. September in Córdoba und am 28. in Belem, die beide Auswahlteams nur mit in Südamerika kickende Profis bestreiten. Gegen den Erzrivalen hatte Ronaldinho im November 2010 beim 0:1 seine letzte Partie im kanariengelben Trikot mitgemacht. Kehrt er nun als Leitwolf zurück?

dpa

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