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US-Girls zwischen WM-Hype und Olympia-Hattrick

Boston - Happy End für Hope Solo und Co.: Mit einer Gala gegen Kanada beendeten die US-Fußball-Frauen ihren tollen Sommer. Im Freundschaftsspiel setzte sich der Vizeweltmeister in Portland/Oregon mit 3:0 gegen den Nachbarn durch und wurde mit Beifall verabschiedet.

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«Hören Sie sich diesen Jubel an, unglaublich», meinte Doppeltorschützin Abby Wambach begeistert. Zuvor in Kansas City hatten sich beide Teams 1:1 getrennt. Es waren die ersten Auftritte der Nationalmannschaft nach Platz zwei bei der Weltmeisterschaft in Deutschland, und das Team wurde frenetisch gefeiert. Mehr als 16 000 Fans kamen nach Kansas City, 18 570 waren es in Portland. Die Sympathiewerte der US-Girls liegen auch zwei Monate nach der WM immer noch höher als die von Jürgen Klinsmanns Männer-Nationalmannschaft.

Doppelpack

Foto: dpa Bild vergrößern

US-Spielerin Abby Wambach glänzte im Spiel gegen Kanada mit zwei Treffern.

Mitte Juli hatte sich Amerika in seine Fußball-Frauen verliebt. Barack Obama, Dirk Nowitzki und Tom Hanks twitterten sich die Finger wund, die TV-Sender freuten sich über die besten Quoten seit zwölf Jahren. Der Viertelfinal-Thriller gegen Brasilien lief in den Sportclips rauf und runter. Das Endspiel verloren Wambach, Hope Solo und Co zwar gegen Japan 1:3 nach Elfmeterschießen, gewannen aber Millionen Fans in der Heimat dazu.

«Ich bin stolz auf das Team», betonte Obama. Die US-Girls sorgten für einen Soccer-Sommer, wie ihn Amerika seit dem Titelgewinn 1999 im eigenen Land nicht mehr erlebt hatte. «Ich habe noch nie eine solche Begeisterung für Frauen-Fußball bei uns gesehen. Die Stimmung hat jetzt schon länger angehalten als 1999», freute sich Lauren Cheney. «Gestandene Männer haben mir gesagt, dass sie geweint haben, 15-jährige Jungs meinten, dass sie Frauen-Fußball-Profi werden wollen», sagte Wambach.

Vor allem sie und Torhüterin Solo wurden hofiert wie Popstars, hatten Auftritte in der David Letterman-Show, drehten Werbespots. Der Hype sprang auch auf die heimische Profiliga WPS über. Drei Tage nach dem WM-Finale pilgerten 15 404 Zuschauer zum Spiel Western Flash New York mit Brasilien-Star Marta gegen Wambachs magicJack aus Florida, sorgten für einen WPS-Rekord. Vor und während der WM lag der Zuschauerschnitt bei 2734 Fans, anschließend kamen fast doppelt so viele (5248). Allerdings besteht die Liga, deren Saison am 27. August endete, nur aus sechs Teams an der Ostküste - so lässt sich nur schwer landesweit Begeisterung entfachen.

«Der Hype ist vielleicht nicht mehr so groß wie unmittelbar nach der WM, aber wir haben immer noch die Stars», hebt Tony DiCicco im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa hervor. Er trainierte bis Juli die Boston Breakers, führte 1999 die USA zum WM-Titel. Im Gegensatz zu heute gab es damals keine Liga. Erst 2001 nahm die WUSA ihren Spielbetrieb auf, stellte ihn aber nur zwei Jahre später wieder ein. DiCicco hält den Nachfolger WPS trotz geografischer Probleme für «die beste Liga der Welt», allerdings bedeute der WM-Auftrieb nicht, dass es sie für immer geben werde.

Die Liga ziehe mit internetaffinen Mädchen und jungen Familien eine im US-Profisport «einzigartige demografische Gruppe an. Jetzt müssen wir an Firmen herangehen, deren Klientel diese Bevölkerungsgruppe ist», fordert der 63-Jährige. Das Aushängeschild bleibt dennoch weiterhin das Nationalteam, das nach Olympia-Gold 2004 und 2008 in London den Hattrick anpeilt. Allerdings steht auch für den Titelverteidiger im Januar erst einmal das Qualifikations-Turnier des CONCACAF-Verbandes an. Acht Teams kämpfen in Vancouver um zwei Olympia-Tickets. Cheney: «Wir müssen einfach weiterhin gut spielen, um das Interesse aufrecht zu erhalten.»

dpa

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