→ Meldung

Löw: «Wollen auch das zehnte Spiel gewinnen»

Istanbul - Fragen an Bundestrainer Joachim Löw nach dem 3:1-Sieg im EM-Qualifikationsspiel in Istanbul gegen die Türkei:

anzeige

Was sagen Sie zum neunten Sieg im neunten EM-Qualifikationsspiel, der überdies Ihr 50. Erfolg als Bundestrainer war?

Analyse

Foto: dpa Bild vergrößern

Bundestrainer Joachim Löw will gegen Belgien eine hungrige Mannschaft sehen. Foto: Hannibal

«Kompliment an die Mannschaft, dass sie dieses Spiel so angenommen hat. Wir mussten nicht unbedingt gewinnen, die Türken mussten gewinnen. Von daher nötigt mir der neunte Sieg viel Respekt ab. In der zweiten Halbzeit waren wir klar die bessere Mannschaft. Wir hätten einige Tore mehr erzielen können, ja erzielen müssen.»

Gab es für Sie herausragende Spieler, zum Beispiel Manuel Neuer?

«Ja, Manuel hat zwei Tore eingeleitet. Das erste war ganz bewusst nach einem abgefangenen Ball im schnellen Konter. Das ist sein Spiel, das macht ihn so wertvoll auch für die Offensive. Das zweite war ein weiter Schlag, bei dem die Türken entblößt waren. Auch Bastian Schweinsteiger hatte eine Dominanz und Hoheit im Mittelfeld. Thomas Müller war an allen Toren beteiligt - inklusive des Tores, das wir bekommen haben. Aber nach vorne war er brandgefährlich. Eine ordentliche Mannschaftsleistung hat gereicht, um zu gewinnen.»

Warum konnte Mesut Özil nicht spielen und wie steht es genau um ihn?

«Er hatte beim Abschlusstraining das Aufwärmprogramm mitgemacht, aber noch Probleme mit der Achillessehne. Er wollte spielen und sagte, er könnte es auch, wisse aber nicht, ob es hält. Ich brauche Spieler, die hundert Prozent fit sind und nicht zu 80 Prozent. Da gehen wir kein Risiko ein. Auf Biegen und Brechen etwas zu riskieren, wäre absoluter Blödsinn gewesen.»

Wie gehen Sie jetzt das letzte Spiel gegen Belgien an?

«Belgien wird enorm motiviert nach Deutschland kommen. Es gebietet die Fairness, dass wir das Spiel absolut seriös nehmen. Die Türken und Belgier haben noch die Chance, sich als Gruppenzweiter für die EM zu qualifizieren. Wir sind im Wettbewerb, wir werden kein Spiel abschenken. Wir wollen auch das zehnte Spiel gewinnen.»

Werden Sie viele Wechsel vornehmen?

«Es kann sein, dass es den einen oder anderen Wechsel gibt, klar. Aber wir wollen nicht die gesamte Mannschaft austauschen, damit nicht der ganze Rhythmus verloren geht. Wir sind in einem Zeitraum der Saison, wo die Spieler in einem guten Rhythmus und im Vollbesitz ihrer Kräfte sind. Man muss aber natürlich ein bisschen aufpassen: Ich sage mal, Mario Götze darf im zweiten Jahr nicht zu viele Spiele machen, zumal die Dortmunder am Freitag in Bremen spielen. Ich muss mal sehen - wenn Özil fit werden sollte, ob Götze dann mal pausiert.»

Können wir damit rechnen, dass Deutschland 2012 auf die Ebene von Welt- und Europameister Spanien kommt?

«Die letzten zwei, drei Jahre waren die Spanier klar die beste Mannschaft. Barcelona ist auch ein überragendes, eingespieltes Team und fast identisch mit der Nationalmannschaft. Holland war in den letzten Jahren auch überwiegend ungeschlagen und fußballerisch hervorragend. Mit Deutschland waren das die konstantesten Nationen.»

Wie wichtig war die Verjüngung der deutschen Mannschaft?

«2008 habe ich ganz bewusst auf junge Spieler gesetzt. Man hat mit jungen Spielern mehr Möglichkeiten. Dynamik, Technik und Qualität kommen für mich vor Routine oder Erfahrung, weil das Spiel schnell wird. Und schnell spielen wollen die Jungen gerne. Daher ist es für mich ein logischer Schritt gewesen, das Team zu verjüngen. Das ist notwendig im heutigen schnellen, intensiven Fußball.»

dpa

Diesen Artikel bookmarken bei...
del.icio.us Mister Wong Technorati Google Linkarena Oneview Folkd YiGG

0 Kommentare | Kommentare verstecken

Kommentar schreiben


Bundesliga Live

Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.

Fussball Manager

Fussball Manager - FussballCup

Fussball-Spruch des Tages

Fritz Walter jun.: Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt.