Sonntag, 9. Oktober 2011 / 15:54 Uhr
Düsseldorf - Nein, nein, als neuer Spielmacher will sich Manuel Neuer dann doch nicht bewerben. Gleich zwei Tore hatte der Wahl-Bayer im Hexenkessel von Istanbul eingeleitet.
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«Das erste war ganz bewusst nach einem abgefangenen Ball im schnellen Konter», schilderte Bundestrainer Joachim Löw nochmals Neuers Anteil am souveränen 3:1-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Türkei: «Das zweite war ein weiter Schlag, bei dem die Türken entblößt waren.» Und auch vor dem «Elfer», den Bastian Schweinsteiger verwandelte, hatte der Torwart das Spiel schnell gemacht.
Nach seiner Glanzvorstellung von Istanbul war Deutschlands Nummer 1 der gefragteste Mann. Neuer verriet, dass er seine Abwurfstärke schon als Leichtathlet in der Schule gestärkt hatte, dass er den Ball über den halben Platz in Minitore wirft. Und lächelnd merkte er auch an, dass er sich nicht um eine neue Rolle als Spielmacher im Nationalteam bewerben wird. «Wenn ich nicht Torwart wäre, dürfte ich den Ball ja nicht in die Hand nehmen.»
Am meisten aber freute sich Neuer über seine größte Tat als Tore-Verhinderer. «Am Anfang war es schon wichtig, dass ich da war gegen Hamit Altintop. Dass er den Ball so mit dem Außenrist schießt, habe ich zu Schalker Zeiten schon öfter im Training erlebt», schilderte Neuer seinen großartigen Reflex. Am Sonntag durfte er sich einige Stunden Erholung bei seiner Familie in Gelsenkirchen gönnen.
Während sich die Türken nach Neuers Glanztat die Haare rauften, staunten seine Kollegen kaum. «Das wurde schon so oft gesagt: Manuel ist einer der besten Torhüter der Welt. Er weiß es und bestätigt es. Er ist ein großer Torwart», meinte Mario Gomez. Neuer bleibt nach den Lobeshymnen bescheiden, Heldenstatus mag er nicht: «Ich habe schon ein paar gute Spiele gemacht. Ich weiß aber auch, dass noch schwierige Spiele kommen und wie das Fußballgeschäft tickt.»
Der Plan in Istanbul ging auf: Neuer - Müller - Gomez - Tor. «Ich habe Thomas schon ein Zeichen gegeben, dass der linke Verteidiger immer so tief steht», erzählte der Keeper. Die schnellen Abwürfe übt Neuer tagtäglich. «Das ist sein Spiel, das macht ihn so wertvoll auch für die Offensive», unterstrich DFB-Chefcoach Löw: «Er schaut sofort nach vorne.» Neuer gab die Komplimente brav, aber auch mit sichtbarem Stolz zurück - und genoss die Aufmerksamkeit. «Irgendwo muss es halt anfangen», erklärte er wieder lächelnd zu seinen Tore-Einleitungen.
Seit 1018 Pflichtspielminuten hält er seinen Kasten beim FC Bayern inzwischen sauber; in der Nationalmannschaft hat Neuer in seinen 23 Einsätzen 18 Mal hinter sich greifen müssen. Hundertprozentig zufrieden mit seinem ersten Spiel in Istanbul überhaupt aber war der Aushilfs-Spielmacher dennoch nicht: «Ich ärgere mich über jedes Gegentor, das war ein bisschen unglücklich.»
dpa
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