Montag, 10. Oktober 2011 / 15:24 Uhr
Düsseldorf - Das Fremdeln in der Nationalmannschaft ist vorbei - vor dem Belgien-Spiel hat Mario Gomez von Joachim Löw den Ritterschlag erhalten. «Er ist eine Tormaschine», schwärmte der Bundestrainer über den Torjäger des FC Bayern München.
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Mit 26 Jahren ist Gomez endlich zum echten Konkurrenten für Miroslav Klose aufgestiegen, den er auch am Dienstag in Düsseldorf im letzten EM-Qualifikationsspiel wieder im Angriff der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ersetzen wird.
Gomez genießt die Anerkennung, selbstbewusst spricht er über seinen veränderten Status im DFB-Team. «Der Trainer hat jetzt die Qual der Wahl zwischen mir und Miro», sagte der 26-Jährige vor seinem 49. Länderspiel. «Ich bin froh, dass es in der Nationalmannschaft so läuft, dass ich mit meinen Toren der Mannschaft weiterhelfen kann.»
Neun Tore hat der verletzte Klose (Knieprellung) bei sechs Einsätzen in der EM-Qualifikation erzielt. Fünf in fünf Spielen stehen für Gomez nach seinem Tor beim 3:1-Sieg in der Türkei zu Buche. «Wenn Mario spielt, dann trifft er, das ist seine große Qualität», würdigte Löw den veränderten Stellenwert von Gomez. In seinen letzten sechs Länderspielen schlug der Münchner sechsmal zu.
Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft - das weiß Gomez auch aus frustrierenden Münchner Zeiten. «Mario hat sich nach einem schwierigen Jahr bei Bayern durchgesetzt. Er hat sein Ziel nie aus den Augen verloren», lobte Löw. Es ist erst gut ein halbes Jahr her, dass Gomez beim 4:0 gegen Kasachstan in Kaiserslautern noch vom Publikum als Prügelknabe behandelt wurde. Klose schoss damals zwei Tore, der eingewechselte Gomez wurde gnadenlos ausgepfiffen und beklagte sich verstört über die heftige Abneigung. «Eine Frechheit» sei das gewesen, schimpfte Teamkollege Thomas Müller am Montag, der «Gegenwind» sei durch nichts gerechtfertigt gewesen.
Gomez selbst möchte nicht nachkarten, er will weiter mit Taten um Zuneigung werben: «Am einfachsten ist es, die Leute mit Toren und Leistung auf seine Seite zu bringen.» Das gelingt ihm beim FC Bayern schon länger und nun auch im Deutschland-Trikot. Von «einem neuen Nationalmannschaftsgefühl» mag er dennoch nicht sprechen: «Es gab Probleme, aber ich will nicht zurückschauen.»
Auch Löw hat lange auf den Durchbruch der «Tormaschine» warten müssen. «Nach einer schwierigen Phase 2008, 2009, 2010 hat er Sicherheit gefunden», erklärte der Bundestrainer, der die «überragend guten Fähigkeiten» von Gomez als Mittelstürmer immer schon schätzte.
Jetzt ruft sie Gomez auch in Länderspielen ab, nachdem der amtierende Bundesliga-Torschützenkönig sowohl bei der EM 2008 als auch bei der WM 2010 jeweils nur eine Teilzeitkraft ohne jeden Treffer war. Löw ist «enorm froh» über die Entwicklung von Gomez, endlich verfügt er Richtung EM 2012 über eine echte Alternative zu Klose. «Die Fülle an Topstürmern ist in Deutschland nicht vorhanden. Hinter Klose und Gomez haben wir diesen Typ Stürmer auf diesem ganz hohen Niveau im Moment nicht», bedauerte Löw.
Ein heißer Zweikampf um den Mittelstürmerplatz bei der EM in Polen und der Ukraine zeichnet sich ab. «Mario ist mit Miro gleichauf. Das wird eine schwere Entscheidung, wer dann in den entscheidenden Spielen spielt», prophezeite Thomas Müller. Ein faires Duell ohne Animositäten versprach derweil Gomez: «Wir wollen beide spielen, Miro und ich sind Konkurrenten, aber wir haben ein gutes Verhältnis.»
dpa
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