Mittwoch, 12. Oktober 2011 / 12:02 Uhr
Düsseldorf - «Weltklasse!» Ein Wort genügt Bundestrainer Löw als Hymne auf Mesut Özil. Der Fußball-Genius brilliert gegen Belgien und sichert seinen Seelenfrieden: Er hält bei seiner angekündigten Türken-Hilfe Wort.
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Ein Traumtor erzielt, zwei Treffer genial eingeleitet - Mesut Özil hielt überragend Wort. Gleich nach dem deutschen 3:1 in Istanbul, bei dem er wegen einer schmerzenden Achillessehne nur Zuschauer war, hatte er in der türkischen Kabine seinen Freunden wie Hamit Altintop Schützenhilfe im Kampf um Platz zwei in der EM-Quali versprochen.
Mesut Özil sorgte mit seinem Auftritt für Freude in Deutschland und in der Türkei. Foto: Marius Becker.
So kam's: Der blitzartig genesene Ballvirtuose verzückte die deutschen Fans in Düsseldorf beim 3:1-Schlusspunkt gegen Belgien mit seinen Fußballkünsten - und auch in der Türkei haben sie ihren Fahnenflüchtling nun wieder lieb. «Danke Deutschland, danke Mesut», übermittelte Real-Kollege Hamit Altintop nach dem mageren 1:0-Heimerfolg der Türken gegen Aserbaidschan. «Die Türkei ist stolz auf Dich», titelte die Sportzeitung «Fanatik».
Auch Özil hatte nach einer turbulenten Woche mit der inneren Zerrissenheit wegen seiner deutsch-türkischen Herkunft seinen Seelenfrieden wiedergefunden. «Natürlich bin ich froh, dass ich ein Tor gemacht habe und die Torvorlagen. Ich habe viele Freunde, die für die türkische Nationalmannschaft spielen. Und mit Hamit habe ich sowieso guten Kontakt. Glückwunsch also auch an die türkische Nationalmannschaft. Ich hoffe natürlich, dass sie jetzt auch bei der EM dabei sind», erzählte Özil.
Der Türkei wünscht er die EM-Teilnahme, die eigenen Ziele mit Mitfavorit Deutschland für das Turnier in Polen und der Ukraine sind höher. «Wir wollten alle zehn Spiele gewinnen, das haben wir getan. Ich bin stolz auf die Mannschaft.» Der Spielmacher, der am 15. Oktober 23 wird, will mehr, viel mehr: «Wir sind eine junge Mannschaft, die erfolgshungrig ist. Unser Ziel muss es sein, Titel nach Deutschland zu holen. Es wird Zeit, dass Deutschland mal Europameister wird», tönte der sonst so stille Özil und ergänzte: «Wenn wir so weitermachen, können wir den Titel holen.»
Vor allem, wenn auch Özil so weitermacht wie während der grandiosen Qualifikation. «Weltklasse» nannte Bundestrainer Joachim Löw den Auftritt seines Regisseurs gegen Belgien. Der Höhepunkt war der Kracher mit links aus 18 Metern unter die Torlatte (30. Minute), genial die Einleitung des Kontertreffers von André Schürrle (33.), perfekt die Vorarbeit beim 3:0 von Mario Gomez (48.). Özil selbst sprach von einem «meiner schönsten Tore» in der Nationalelf. «Sonst fummel ich ja den Torwart aus.»
Die Torgefährlichkeit hat sich Özil inzwischen zusätzlich angeeignet. Fünfmal traf der Fußball-Genius in der EM-Qualifikation - und nach der Gala gegen Belgien freuten sich alle mit ihm. «Die Freunde und Familienmitglieder in der Türkei können jetzt sagen, 'du hast uns auch geholfen'», bemerkte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff zum teilweise hysterischen Rummel um Özil in den vergangenen Tagen rund um die Partie in Istanbul.
Länderspiel-Debütant Ilkay Gündogan, der zweite Deutsch-Türke im DFB-Team, konnte Özils Freude wohl am besten nachvollziehen. «Er hat vorher gesagt, dass er alles dafür tun wird, dass wir die Belgier schlagen und die Türken noch die Chance in den Playoffs bekommen. Es war ein wunderschönes Tor, überragend gemacht. Gönnen wir Mesut das.»
dpa
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