Mittwoch, 10. Oktober 2007 / 12:23 Uhr
Frankfurt/Main - Fußball soll im Leben von Steffi Jones auch weiterhin für den richtigen Kick sorgen. Schon vor dem Ende ihrer höchst erfolgreichen Karriere bereitet sich die 34-Jährige auf den Wechsel vom Feld auf die Trainerbank vor.
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«Mein Traumziel ist es, als erste Frau irgendwann einmal eine Männermannschaft im Profibereich zu trainieren», sagt Jones und lächelt verschmitzt.
Steffi Jones würde als Trainerin gern einmal mit einem Profi-Männerteam arbeiten.
An Auszeichnungen mangelt es ihr nicht. Jones ist Weltmeisterin 2003, dreimalige Europameistern, sie bestritt 111 Länderspiele und erzielte neun Tore. Mit ihrem Heimverein 1. FFC Frankfurt gewann Jones zwei Mal den UEFA-Pokal und je sechs Mal die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal.
Die Liebe zum Ball bestimmt sie seit Kindesbeinen. Und auch ein gewisses Durchsetzungsvermögen musste die Abwehrspielerin rasch erlernen. Im problem beladenen Frankfurter Stadtteil Bonames musste die Tochter einer Deutschen und eines dunkelhäutigen US-Amerikaners früh die Ellenbogen ausfahren, um sich durchzusetzen und Ordnung in das als «verworren» empfundene Leben zu bringen. Der Sport ersparte ihr Hänseleien, brachte Anerkennung. «Der Fußball hat mir mein ganzes Leben lang geholfen, viele Tiefschläge zu verkraften», erzählt Jones.
Und davon gab es viele. Ihr jüngerer Bruder Franky verlor im November 2006 als US-Soldat bei einem Bombenanschlag im Irak beide Beine, ihr älterer Bruder Christian rutschte als Jugendlicher in die Drogenszene ab. «Er ist gerade Vater geworden und ich Tante», berichtet seine Schwester nun erfreut.
Das Schicksal schweißte die Jones-Familie eng zusammen, die Mutter ist die engste Vertraute von Steffi Jones. Das Schreiben ihres gerade erschienenen Buchs «Der Kick des Lebens» war auch ein Stück Therapie mit vielen emotionalen Gesprächen im Familienkreis.
Das Ende ihrer Karriere im Nationaltrikot im März 2007 war für sie eine logische Konsequenz. «Wegen Verletzungen konnte ich nicht alle Lehrgänge für die WM in China mitmachen. Das reichte mir nicht. Ich bin keine Frau für die Bank. Wenn, dann will ich auch eine tragende Rolle spielen», erklärt sie.
Dies gilt auch für ihre Rolle als Trainerin. Nach zwei Wochen Praktikum beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt schaute sie bis Dienstag dem Mainzer Coach Jürgen Klopp und seinem Team über die Schulter. «Ich bin hier Schülerin und konnte viel lernen. Der Jürgen ist ein Super-Trainer mit ungeheurem Fachwissen. Er bezog mich in alles mit ein», sagt sie und ist angetan vom Ausflug an den Rhein. Mediale Kollegen sind die beiden schon längst, schließlich ist Jones beim ZDF so etwas wie der Klopp des Frauenfußballs. «Das will ich auch weiter bleiben», sagt die von vielen «Schoko» gerufene.
Beim 1. FFC Frankfurt macht sie sich rar. «Ich stehe zur Verfügung, wenn ich gebraucht werde. So ist es für die Vorrunde abgesprochen», erklärt Jones und so steht sie auch im Kader für die zweite Hauptrunde im UEFA-Pokal der Frauen in Belgien. Gegen Valur Reykjavik, Everton LFC und FCL Rapide Wezemaal geht es um den Einzug ins Achtelfinale. Doch der 1. FFC und Jones haben höhere Ziele. Zum Karriereende noch einmal das Triple aus Meisterschaft, DFB- und UEFA-Pokalsieg, das wäre es.
Und dann der Einstieg ins Trainergeschäft. «Entweder im Jugendbereich oder mindestens bei einem Frauen-Zweitligisten», so die Zielsetzung, obwohl sie schon einen anderen Traum hatte: «Ich bin Co- Trainerin im Männerbereich, der Chef vergeigt und ich bin Chef.»
dpa
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