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DFB und DFL alarmiert: Immer wieder Krawalle

Frankfurt/Main - Der Fußball hat auf der Pokal-Bühne wieder einmal seine hässliche Fratze gezeigt. Die Schreckensbilder von Dortmund und die Krawalle in Frankfurt haben den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) in Alarmstimmung versetzt.

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Rufe nach drastischen Maßnahmen werden laut. «Bei der Bestrafung der notorischen Krawallmacher werde ich zusammen mit Dr. Zwanziger das Gespräch mit allen Generalstaatsanwälten suchen. Wir lassen uns den Fußball nicht kaputtmachen», erklärte Liga-Boss Reinhard Rauball in der «Bild»-Zeitung.

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Der DFL-Vorsitzende Reinhard Rauball warnt vor einer Verharmlosung des Problems. Foto: Wolfgang Kumm

«Die Entwicklung ist erschreckend. Mit verbaler Gewalt wie Hassgesängen fängt es an, geht weiter über den gefährlichen Einsatz von Pyrotechnik bis zu direkter Gewalt», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger dem Blatt. Er will das Problem nicht allein der Polizei überlassen. Das Verbot von Stehplätzen ist demnach eine Überlegung. «Wir streuen uns Sand in die Augen, wenn wir lediglich von ein paar Idioten sprechen», warnte Rauball. Die gewaltbereite Szene sei deutlich größer als bis dato angenommen.

Rauball hat sich unmissverständlich gegen Pyrotechnik in Fußballstadien ausgesprochen. «Es gibt da eine Geisterdebatte, dass der Deutsche Fußball-Bund und die Liga die Pyros doch «legalisieren» könnten. Schon die Gesetzeslage verhindert das», sagte der Liga-Präsident in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung». Laut Versammlungs- und Ordnungsrecht dürfe Feuerwerk nur ein ausgebildeter Feuerwerker machen, «und das ganz sicher nicht im Bereich einer dicht besetzten Tribüne im Stadion. Das ist verboten. Die Vereine können daran nichts ändern», argumentierte Rauball und stellte klar, dass auch für eine Einführung sogenannter Pyrozonen in den Stadien jede gesetzliche Basis fehlt.

Eine am 24. Oktober veröffentlichte Studie hat dies klar belegt. Die Zahl der gewaltgeneigten bzw. gewaltsuchenden Fans der 36 Profivereine ist im vergangenen Jahr auf 9685 gestiegen. Die Körperverletzungen bei Bundesligaspielen nahmen um 9,2 Prozent zu.

In dieses Bild passten die Krawalle in Dortmund und Frankfurt, wo bei gewalttätigen Auseinandersetzungen vor dem Südwestderby zwischen der Eintracht und dem 1. FC Kaiserslautern acht Polizisten verletzt sowie neun Randalierer festgenommen wurden. «Es muss einen Dialog geben, um diese gewaltbereiten Fans auszugrenzen. Das Thema wird uns noch lange Zeit beschäftigen. Es ist ermüdend, aber wir geben nicht auf», sagte Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen der Nachrichtenagentur dpa.

Sein Pfälzer Kollege Stefan Kuntz befürchtet wegen des Zündens von Feuerwerkskörpern und Abbrennens von Pyrotechnik durch FCK-Fans während der Partie eine «empfindliche Geldstrafe» durch den DFB. Er kündigte eine Aussprache mit den Fanvertretern an, in der es auch um eine mögliche Beteiligung an den Kosten für den Verein gehen soll.

«Es ist unverständlich, dass diese Leute einerseits von uns den Fortbestand des Namens Fritz-Walter-Stadion fordern, andererseits aber die Werte und die Tradition, die Fritz Walter verkörpert hat, mit Füßen treten», kritisierte der FCK-Boss die Randalierer aus den eigenen Reihen.

Dynamo Dresdens Geschäftsführer Volker Oppitz forderte nach den schweren Ausschreitungen in der Pokalpartie beim deutschen Meister die Mithilfe des DFB und der Polizei. «Der DFB muss jetzt eine verbindliche Lösung oder Stellungnahme in Sachen Pyrotechnik finden», sagte Oppitz am Donnerstag. Seiner Meinung nach sei der Verein bei der immer wieder auftretenden Fan-Problematik an seine Grenzen gestoßen.

Als Strafe für die Krawalle der Dynamo-Anhänger, die durch Pyrotechnik und Böller dreimal eine Spielunterbrechung erzwungen hatten, befürchtet er ein Geisterspiel. «Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir Spiele ohne Fans bestreiten müssen», sagte Oppitz. «Wir dachten, dass wir auf einem guten Weg sind und haben vor der Saison den Dialog mit den unterschiedlichen Fan-Gruppierungen gesucht und gepflegt. Die Kampagne "Pyrotechnik legalisieren" werden wir auf keinen Fall mehr unterstützen», ergänzte Oppitz.

dpa

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12 Kommentare | Kommentare verstecken

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