Montag, 31. Oktober 2011 / 14:59 Uhr
Berlin - Joachim Löw will unbedingt als Titelmacher in die Fußball-Geschichtsbücher - ab sofort läuft für den ehrgeizigen Bundestrainer auch das ganz persönliche Unternehmen «EM Gold 2012».
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Der Gewinn der Europameisterschaft im kommenden Sommer würde ihm «unendlich viel» bedeuten, verriet Löw schon sieben Monate vor dem Beginn der EURO. Von den zehn Löw-Vorgängern auf dem wichtigsten Trainerstuhl der Nation haben sich mit Sepp Herberger (WM 1954), Helmut Schön (EM 1972 und WM 1974), Jupp Derwall (EM 1980), Franz Beckenbauer (WM 1990) und Berti Vogts (EM 1996) immerhin fünf bei großen Turnieren in die Siegerlisten eingetragen.
Bundestrainer Joachim Löw würde bei der EURO 2012 am liebsten den Titel gewinnen. Foto: Roland Weihrauch
«Ist doch klar, dass wir damit in die Geschichtsbücher eingehen würden», erklärte der 51 Jahre alte Löw auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Nach 16 Jahren Pause will er mit der deutschen Nationalmannschaft in Polen und der Ukraine wieder einen Titel holen. In London, wo er gemeinsam mit seinem Assistenten Hansi Flick Per Mertesacker beobachtet hat, begann jetzt seine Europa-Tour, die ihn auch noch zu seinen Nationalspielern nach Madrid und Rom führen soll.
Am Freitag wird der Bundestrainer sein Aufgebot für die Freundschaftsspiele am 11. November in Kiew gegen EM-Gastgeber Ukraine und vier Tage später in Hamburg gegen den Erzrivalen Niederlande nominieren. «Wir wollen ein erfolgreiches Jahr positiv abschließen», bemerkte Löw zu den letzten sportlichen Aufgaben 2011.
Für das EM-Jahr 2012 kündigte der Bundestrainer seinen Kandidaten bereits einen harten Kampf um die 23 Endrunden-Tickets an: «Wir haben einen großen Kreis von etwa 30 Spielern, die unsere Ansprüche und Vorstellungen erfüllen. Deshalb wird es einige Härtefälle geben. Und mir fällt es dann auch schwer, diesen Spielern die schlechten Nachrichten zu überbringen.»
Löw sieht ein Europa-Championat «in vielen Bereichen» schwieriger als eine Weltmeisterschaft: «Von den Top 12 der UEFA-Rangliste haben sich zehn für die Endrunde qualifiziert, und die beiden restlichen können über die Playoffs noch das Ticket lösen.» Außerdem würden sich bei einer EM-Endrunde die 16 Teams von ihrer Leistungsstärke her «nicht so riesig unterscheiden», ergänzte der Freiburger. «Es geht vom ersten Spiel an um alles.»
Trotz einer souveränen EM-Qualifikation mit zehn Siegen in zehn Spielen und 34:7 Toren ist für Löw «Selbstzufriedenheit oder Überheblichkeit nicht angebracht». Ein Turnier sei nie ein Selbstläufer, betonte Löw: «Es gibt viele Unwägbarkeiten: Eine Standardsituation oder eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung - und du bist ausgeschieden.»
Löw will nicht nur auf die großen Rivalen Spanien und Niederlande schauen. «Auch andere etablierte Fußballnationen wie England, Frankreich und Italien gehören zum Kandidatenkreis. Trotzdem bleibt unser großer Traum, am 1. Juli 2012 nach dem Finale in Kiew den EM-Pokal in Händen zu halten», wiederholte der Bundestrainer.
dpa
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