Sonntag, 4. Dezember 2011 / 16:30 Uhr
München - Der VfL Bochum hat sich pünktlich zur Halbzeit in der 2. Fußball-Bundesliga aus dem größten Schlamassel befreit und den höchsten Saisonsieg im Unterhaus eingefahren. Am Samstag demonstrierten Eintracht Frankfurt und Greuther Fürth Stärke.
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Der vor Wochen bis in die Abstiegsregion abgerutschte Traditionsclub aus Bochum schlug Erzgebirge Aue klar mit 6:0 (3:0) und verbesserte sich auf den beruhigenden zehnten Tabellenplatz. Faton Toski ragte mit zwei Treffern und drei Assists heraus. «Ein Traumspiel für mich. Jetzt muss es so weiter gehen», sagte der 24-Jährige. Für die Ruhrpottler war es der dritte Erfolg aus den jüngsten fünf Partien.
Die Mannschaft von Eintracht Braunschweig jubelt nach Spielende mit den Fans. Foto: Armin Weigel
Alemannia Aachen heimste beim 2:2 gegen 1860 München seinen 13. Zähler ein und bleibt Tabellen-15. «Die beste Leistung unter meiner Leitung», meinte Trainer Friedhelm Funkel. Einen Punkt mehr hat der FSV Frankfurt, dem Zafer Yelen in Dresden kurz vor Schluss per Foulelfmeter zumindest ein 2:2-Remis sicherte. Zwei spektakuläre Eigentore von Dynamo-Profi Muhamed Subasic und dem FSVer Marc Heitmeier standen im Mittelpunkt. «Es wird eine sehr schwierige Restsaison bleiben», äußerte FSV-Trainer Hans-Jürgen Boysen.
Etatkrösus Eintracht Frankfurt hat nochmals Fahrt aufgenommen, zur Herbstmeisterschaft wird das den Hessen aber kaum reichen. Holt die Überfliegermannschaft von Fortuna Düsseldorf im Derby am Montag beim MSV Duisburg zumindest einen Punkt, setzt sie sich zum Abschluss des 17. Spieltages wieder vor den Erstliga-Absteiger an die Spitze des Unterhauses. Auf dem Papier nicht mehr als eine Formsache für die seit 25 Pflichtspielen unbesiegten Rheinländer.
Aber «wenn wir nur zehn Prozent nachlassen, wird es für uns sehr schwierig», mahnte Trainer Norbert Meier. Eine Schwäche sollten sich die Fortunen also tunlichst nicht leisten - dazu ist die geballte Konkurrenz zu stark. Die Eintracht meldete sich am Samstag mit einem ungefährdeten 2:0 gegen den Karlsruher SC zurück, die lange vorneweg marschierten Franken von Greuther Fürth eroberten durch ein 3:0 über Hansa Rostock den Relegationsrang drei. Mit 36 Punkten liegt die SpVgg in Schlagdistanz zu Düsseldorf und Frankfurt (je 38).
«Das ist die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte - da kann es also nicht so schlecht gewesen sein, was wir abgeliefert haben», frohlockte Fürths Stephan Schröck, der einen Treffer zum Erfolg über die harmlosen Kellerkinder von der Ostsee beigesteuert hatte. Trainer Mike Büskens stufte die starke Ausbeute gar als «sensationell» ein.
Zwei Treffer des wiedererstarkten Griechen Theofanis Gekas reichten der Eintracht zum elften Dreier der Saison. Dazu kommen fünf Remis - eine Klasseausbeute, die aller Voraussicht nach zwar nicht für ganz oben reicht, immerhin aber Trainer Armin Veh zufrieden stimmt. «38 Punkte - hätte mir das vorher jemand gesagt, hätte ich geantwortet: Du glaubst auch an den Weihnachtsmann», verdeutlichte der Coach. «Die Konkurrenz steht dicht beisammen. Meine These, dass es bis zum Schluss richtig eng bleibt, bestätigt sich mal wieder.»
Federn ließen vor dem Zweitliga-Pausengong allerdings zwei weitere Spitzenvertreter. Die Kiezicker vom FC St. Pauli (36/Tabellenvierter) und der SC Paderborn (33) trennten sich im direkten Duell nur 1:1. Zwei verlorene Zähler für alle Beteiligten, eine Enttäuschung aber vor allem für die Überraschungsmannschaft aus Ostwestfalen: Bis in die Nachspielzeit führte Paderborn am Freitag durch den zehnten Saisontreffer von Senkrechtstarter Nick Proschwitz, ehe Paulis Fabian Boll (90./+3) nach einem Freistoß noch der Ausgleich gelang. «Das war ein Geschichte des Willens und Wollens. Da war Bolle mal wieder ein Vorbild für unsere Mannschaft», befand Trainer André Schubert.
Vorne also mischt ein Quintett die Liga auf - und auch im Keller haben sich fünf Mannschaften zusammengefunden. Durch die elfte Pleite - einem 0:1 gegen Eintracht Braunschweig - festigte der FC Ingolstadt seinen 18. Platz. Kein Team im Unterhaus kassierte mehr Gegentreffer (38), keines heimste weniger Punkte ein (10). «Wir müssen noch näher zusammenrücken, um Erfolgserlebnisse zu holen», forderte Trainer Tomas Oral. Knapp vor den Oberbayern rangieren die ebenso konstant bieder auftretenden Teams aus Rostock (11) und Karlsruhe (12).
dpa
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