Samstag, 7. Januar 2012 / 17:27 Uhr
Hamburg - Nach den massiven Ausschreitungen beim Hamburger Hallen-Fußballturnier und der Absage des zweiten Turniertages gehen die Veranstalter von organisierter Randale aus.
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«Das war ein krimineller Akt, das war vorbereitet. Die Chaoten waren offensichtlich verabredet», sagte Mitorganisator Peter Sander der Nachrichtenagentur dpa. Veranstaltungschef Wolfgang Engelmann sprach mit Blick auf die Krawalle mit 90 Verletzten im Sender Sky Sport News sogar von «organisierter Kriminalität». Offen blieb, ob es Verabredungen zur Gewalt über soziale Netzwerke gegeben hat.
In Hamburg kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Fans von St. Pauli und VfB Lübeck. Foto: Angelika Warmuth
Der Hamburger Fußball-Verband (HFV) stellte die Zukunft der Veranstaltung infrage und kündigte Schadenersatzforderungen an. «Abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden für die Veranstalter dieses Turniers wird es in Zukunft schwer, unter solchen Voraussetzungen Sponsoren für derartige Veranstaltungen zu gewinnen», sagte HFV-Präsident Dirk Fischer und forderte: «Die Täter müssen gefasst, bestraft und zur Schadenswiedergutmachung herangezogen werden. Man darf diese gefährlichen Straftaten nicht verharmlosen.»
Engelmann räumte allerdings auch ein, dass in der Alsterdorfer Sporthalle die Trennung rivalisierender Fan-Gruppen kaum möglich sei und die Polizei sie als ungeeignet für künftige Turniere ansehe. Der Bundesligist Hamburger SV hatte seine Teilnahme an dem seit 1987 ausgetragenen Turnier im Vorfeld wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Trotzdem waren neben Anhängern von Zweitligist FC St. Pauli und Regionalligist VfB Lübeck Berichten zufolge auch HSV-Fans beteiligt.
Nach jüngsten Polizeiangaben wurden rund 90 Menschen verletzt. 40 von ihnen, darunter laut Polizei auch Unbeteiligte, erlitten durch den Einsatz von Pfefferspray Augenreizungen, 38 Personen und elf Polizisten wurden bei Ausschreitungen verletzt. Ein Polizist erlitt einen Kieferbruch, ein anderer einen Achillessehnenriss, ein Ordner erlitt eine Schulterluxation. Insgesamt 74 Randalierer wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, davon 72 Anhänger des Zweitligisten FC St. Pauli. Zwei Rowdys wurden festgenommen. Rund 300 Polizisten waren im Einsatz. In der Halle hielten sich etwa 3000 Zuschauer auf.
«Es war ziemlich heftig, wenn man gesehen hat, wie Kinder mit ihren Eltern nicht wussten, wohin. Wir sollten nicht nach draußen, wir sollten nicht nach oben, überall wurde rumgerannt. Es war schon schockierend», sagte ein Augenzeuge dem Sender Sky Sport News. «Die Polizei wurde ständig an andere Brandherde gerufen», berichtete Engelmann. Sander fügte hinzu: «Eine derartige Eskalation haben alle noch nicht erlebt. In dieser Form haben wir nicht damit gerechnet.»
Schon vor dem Beginn des Turniers hätten sich Anhänger des VfB Lübeck und des HSV mit Fans von FC St. Pauli Auseinandersetzungen geliefert, schrieb das «Hamburger Abendblatt». «Und dann rennen schon beim Aufwärmen die Polizisten fünfmal durch die Reihen unserer Spieler, weil es Ausschreitungen gibt. Da vergeht einem der Spaß», sagte Manager Marcel Müller vom Amateurclub SC Condor.
Gegen 19.00 Uhr liefen beim zweiten Turnierspiel zwischen der Mannschaft «Respect United» und dem dänischen Pokalsieger FC Nordsjaelland Lübecker Anhänger zum St. Pauli-Block und rissen ein Banner hinunter. Wegen der folgenden Ausschreitungen musste das Spiel zweimal unterbrochen werden. «Die Provokation ging nicht von den Fans des FC. St. Pauli aus», sagte Clubsprecher Christian Bönig, betonte aber: «Die Schuldzuweisungen gehen von links nach rechts, da werden wir uns nicht dran beteiligen.»
Die angeforderte Verstärkung sei vor der Halle von St. Pauli-Fans attackiert worden, berichtete das «Hamburger Abendblatt». Fast alle Fensterscheiben im Eingangsbereich seien eingeworfen worden. Nach Angaben der Zeitung hätten St. Pauli-Anhänger den VIP-Raum der Halle gestürmt. «Ich wurde auf einmal gepackt und auf den Boden geworfen, danach weiß ich nichts mehr», wurde eine Mitarbeiterin zitiert.
Bönig sprach zwar lediglich davon, die Fans hätten sich Zugang zur Halle verschaffen wollen, verurteilte aber das Eindringen in den VIP-Raum. «Wir haben die Situation gehabt, dass ein Großteil sehr aggressiver Fans des FC St. Pauli weiterhin Auseinandersetzungen gesucht hat, im gesamten Hallenbereich, auch mit der Polizei», sagte Einsatzleiter Robert Golz bei Sky Sport News. Nach dem Abbruch des Turniers beruhigte sich die Lage erst nach mehreren Stunden.
dpa
7 Kommentare | Kommentare verstecken
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Fritz Walter jun.: Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt.
1. matze schrieb am 07.01.2012 um 14:24:12:
ich hoffe es war niemand aus dresden da,sonst hat der dfb gleich wieder nen schuldigen^^ sarkasmus aus schlimm das diese idioten immer und überall ihren unfug treiben!
2. fire schrieb am 07.01.2012 um 17:06:13:
zum Glück war niemand aus Rostock da sonst müsste man wieder Geisterspiele befürchten und Feuerwerk hat hoffentlich och keiner gemacht.....aber ich denke hier hat keiner was zu befürchten steht ja nicht dynamo oder hansa im clubnamen.........
3. hamburger schrieb am 07.01.2012 um 17:36:06:
Moin fire was schreibst du denn da fürn mist St. Pauli hatte gerade anfang der Saison ein Geisterspiel also ihr Ossis werdet nicht nur verfolgt
4. hamburger schrieb am 07.01.2012 um 17:36:39:
Moin fire was schreibst du denn da fürn mist St. Pauli hatte gerade anfang der Saison ein Geisterspiel also ihr Ossis werdet nicht nur verfolgt
5. G68 schrieb am 07.01.2012 um 18:35:21:
Ja, die armen Ossis! Wo gibt es denn die meisten Krawalle? Also,nicht hinterher aufregen. Trotzdem sind das nur ein Bruchteil der Leute im Stadion,auch im Osten! Verhaften,wegsperren und nicht mehr drum kümmern.ENDE
6. Fire schrieb am 08.01.2012 um 03:39:13:
G68 richtig so isses ! Aber ohne die DFB Polizei. Das wäre mal ne Aktion. Weil wenn ich ne Theatervorstellung gebe und sich darin zwei kloppen werden die beiden verhaftet und nicht der Schauspieler von der Schauspieldirektion bestraft.Strafen verhängt wohl die Polizei gegen Veranstalter wegen nichteinhalten bestimmter Sachen das ist ok. Und doppelt bestraft darf in unserem Staat keiner werden.
7. Tammy schrieb am 10.03.2012 um 06:04:27:
Ich ffcrchte, man hat he4ufig ein zu positives Bild vom (guten) Leben der beeahltzn (Kultur-) Journalisten. Klar, wer einen begehrten Redakteursplatz im Feuilleton einer grodfen Tages- oder Wochenzeitung ergattert hat, der kann sich fcber ein festes, regelme4dfiges Einkommen ffcr sein Schreiben freuen. Aber gerade bei den erwe4hnten Kulturmagazinen sind die Redaktionen klein bis winzig, die Armee von freien Mitarbeitern bekommt he4ufig gemessen an der Reputation der Medien unglaublich wenig und un- oder schlecht bezahlte Redaktionspraktikanten fcbernehmen te4glich anfallende Aufgaben ffcr lau.Es nfctzt natfcrlich nichts, diesem Problem mit einer noch grf6dferen Freiwilligkeit und noch grf6dferem Verzicht auf finanzielle Entlohnung entgegenzutreten und das ist auch nicht unsere Absicht. Aber, was tun? Vorerst das, was auch freie Journalisten antreibt, die ihre Texte ffcr mehr oder weniger Geld an grf6dfere oder kleinere Ble4tter verkaufen: sich fcber jeden einzelnen Leser freuen, den das Geschriebene erreicht. Klarer Vorteil eines Blog: Man kann diese Leser nicht nur anhand von Zahlen erahnen, sondern mit Ihnen wie hier in Kontakt treten!
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