Samstag, 14. Januar 2012 / 15:34 Uhr
Berlin - Beim bisher größten jemals von Fans organisierten Kongress sind die Fronten zwischen Deutschem Fußball-Bund (DFB) und Anhängern in der Frage der Pyrotechnik in den Stadien verhärtet geblieben.
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«Wir bieten den Dialog bei allen Problemfeldern an, nur nicht mehr in Sachen Pyrotechnik. Diese Angelegenheit ist mit dem DFB-Präsidiumsbeschluss entschieden», erklärte der DFB-Fanbeauftragte Gerald von Gorissen im ehemaligen Berliner Kino Kosmos.
Von den Fangruppen wurde das Ende des Dialogs in dieser Frage nicht akzeptiert. «Wir machen uns Sorgen, dass nun die gemäßigten Gruppen in der Szene bald kein Gehör mehr finden und sich radikale Meinungen durchsetzen, wenn die Fronten auch in Zukunft so verhärtet sind», entgegnete Stephan Schnell von «Wilde Horde Köln». Andere Fans drohten an, nun erst recht ihre Bengalos im Stadion zu zünden.
Von Gorrissen gab zu, dass der DFB keine Patentlösung für den Konflikt in der Schublade hat. «Der DFB-Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große Lefert hat eher ein großes Fragezeichen auf der Stirn als ein Ausrufezeichen», sagte der Fan-Beauftragte. «Aber es darf nicht sein, dass sich die Aufwärtsspirale immer weiter dreht. Wenn Hass und Aggressivität steigen, wäre das sehr bedenklich», warnte von Gorrissen.
Hendrik Große Lefert stellte sich in der Diskussionsrunde zu Stadionverboten den kritischen Fragen der Fans, zum Thema Pyrotechnik diskutierte er jedoch nicht öffentlich mit den Anhängern. Bereits zuvor hatte er den strikten Kurs des DFB bestätigt, dass Pyrotechnik im Stadion zu gefährlich sei und es keinen Dialog mehr geben werde.
Schon bei der Kongress-Eröffnung vor insgesamt rund 400 Anhängern aus allen Profivereinen Deutschlands sowie einigen Vertretern von Teams aus der 3. und 4. Liga hatte Philipp Markhardt, Sprecher der Initiative ProFans, das Anliegen der Fußball-Fans auf den Punkt gebracht: «Populistische Forderungen nach höheren Bestrafungen sind ebenso wenige zielführend wie unüberlegte Alleingänge der Fanszene», meinte er und hatte dabei gewalttätige Vorkommnisse von Fans in jüngster Vergangenheit im Blick.
«Es ist völlig legitim von Veranstaltern, Verfahren gegen alle einzuleiten, die die Sicherheit in den Stadien gefährden», meinte Große Lefert und rechtfertigte damit die Stadionverbote, die nach Ermittlungen der Polizei von den Vereinen durchgesetzt werden müssen. Hingegen bezeichnete Marco Noli von der AG-Fananwälte die Stadionverbote als «Ersatz-Strafrecht» und eher als «Taschenspieler-Trick» denn als präventive Maßnahme. Oftmals würde es zu Vorfällen nicht in den Stadion, sondern bei der Anreise der Fans kommen. Für einige Vertreter von Fan-Initiativen sind Stadionverbote überhaupt kein probates Mittel, Gewalt zu verhindern.
dpa
2 Kommentare | Kommentare verstecken
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Fritz Walter jun.: Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt.
1. Hans schrieb am 14.01.2012 um 16:42:40:
Was bilden sich diese Vollidioten eigentlich ein? Es ist heutzutage aus Gründen des Brandschutzes überhaupt nicht möglich, Bengalische Lichter bei Großveranstaltungen zu genehmigen. Ich denke die "Fans" im allgemeinen wurden lange zu sehr hoffiert. Sie bilden sich zu viel ein und sie nehmen sich zu viel raus! Fan-Kongreß? Was soll das überhaupt sein? Es gibt keinen Grund für solche Themen. Auch Stadionverbote sind unbedingt nötig und es ist wichtig das scharf nachzukontrollieren, damit Fussball-Terroristen auch wirklich draußen bleiben und von ihnen keine Gefahr mehr ausgehen kann. Es gibt keinen Grund, solche Dinge zu relativieren. Die normalen Besucher eines Fussballspiels müssen dringen vor solchen Chaoten geschützt werden!
2. Thomas schrieb am 15.01.2012 um 12:26:44:
Na, beleidigen wie "Vollidioten" ist auch nicht die feine art. Und ob es Terroristen sind ist auch sehr fraglich. Ich glaube Terroristen rudern in anderen Gebieten. Stdionverbote sollten ausgesprochen werden für Verstösse die innerhalb eines Stadions oder auf deren Grndstücken begangen werden. Für Vorfälle auf dem Weg zum Stadion sollten andere Behörden eingreifen und sich um Strafen kümmern. Wenn jemand auf dem Weg zum Stadion Pyrotechnik zündet heisst das nicht das er es auch im Stadion tut. Es sollte grundsätzlich verboten sein Pyrotechnik von Zuschauern in Stadien zu zünden. In diesem Zusammenhang auch wieder über ein grunsätzliches Alkoholverbot nachdenken. Wer nüchtern ist denkt auch mehr nach und lässt sich nicht so schnell beeinflussen
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