Donnerstag, 26. Januar 2012 / 17:12 Uhr
Istanbul - Der türkische Fußballverband (TFF) lehnt milde Strafen für die Vereine der Süper Lig ab, die nach einem Betrugsskandal vom Zwangsabstieg bedroht sind.
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Bei einer von 300 Polizisten geschützten Sondersitzung des Verbandes in Ankara stimmten die Delegierten mehrheitlich gegen eine Änderung der Statuten, die bei Manipulation oder auch versuchtem Betrug den Abstieg vorschreiben.
Verbandspräsident Mehmet Ali Aydinlar ist gegen milde Strafen für Betrüger. Foto: Anadolu Agency
Verbandspräsident Mehmet Ali Aydinlar rief die Verbandsmitglieder vor laufenden Kameras zur Unterstützung auf. «Wir stehen vor der größten Krise unserer Geschichte. Der TFF kann dies allein nicht lösen», sagte er vor der Abstimmung.
Im türkischen Fußball sollen in der Vorsaison mindestens 19 Partien verschoben worden sein. Darunter das wichtige Spiel von Fenerbahce Istanbul gegen Sivasspor, in dem Fenerbahce am letzten Spieltag den Titel holte. Die Polizei nahm mehr als 80 Manager, Spieler und Trainer fest. Sie sollen den Ausgang etlicher Spiele mit großen Geldbeträgen manipuliert haben. Etwa 30 Beschuldigte wurden in Untersuchungshaft genommen, darunter Fenerbahce-Chef Aziz Yildirim.
Zur Diskussion stand in Ankara eine Änderung der Statuten, die sich aber nur auf die aktuellen Fälle bezogen hätte. So lautete ein Vorschlag, den ersten Verstoß nicht mit Abstieg zu bestrafen.
Wegen des Betrugsskandals hat bereits ein Staatsanwalt Anklage gegen Manager, Trainer und Spieler erhoben. Den Angeklagten drohen bei einer Verurteilung Haftstrafen. Das Parlament hatte das Strafmaß nach Bekanntwerden der Fälle aber von fünf bis zwölf Jahren Haft auf ein bis maximal drei Jahre verringert.
dpa
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