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Meister BVB wieder ganz oben - Bender verletzt

Nürnberg - Nach dem 2:0-Arbeitssieg im Nürnberger Eisschrank konnten die Dortmunder den Bayern-Ausrutscher im warmen Wohnzimmer vor dem Fernseher verfolgen. Das überraschende Remis der Münchner in Hamburg spielte der BVB-Crew um Jürgen Klopp perfekt in die Karten.

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Erstmals seit dem 14. Spieltag steht der deutsche Fußball-Meister wieder dort, wo er sich am wohlsten fühlt - an der Bundesliga-Spitze. Der BVB hat nach dem optimalen Jahresstart nun eine hervorragende Ausgangsposition im Kampf um den Titel. Trainer Klopp versucht dagegen zu halten: «Wir beschäftigen uns damit nicht, weil dieser Druck, den du dann entwickelst, dir den Spaß am Fußball nimmt.»

Wohlfühlfaktor

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BVB-Coach Jürgen Klopp (l) herzt Shinji Kagawa nach dem Sprung an die Spitze. Foto: David Ebener

Als einziges von vier Spitzenteams im Oberhaus demonstrierte der BVB am 20. Spieltag bei Temperaturen um minus 12 Grad seine Stärke - und punktete dreifach, obwohl die Borussen beim Abstiegskandidaten aus Nürnberg ausnahmsweise mal keine Gala aufs Feld zauberten. «Aber wir haben das Spiel gewonnen und brauchen nicht immer perfekt Fußball zu spielen», sagte Kevin Großkreutz.

Nationalverteidiger Mats Hummels kündigte einen «knallharten Kampf da oben» an. Nur der befürchtete Langzeit-Ausfall von Sven Bender trübt die Freude über das 14. Punktspiel in Serie ohne Niederlage. Der 22 Jahre alte Mittelfeld-Abräumer knickte im Zweikampf mit Nürnbergs Daniel Didavi böse um, verletzte sich am Sprunggelenk und musste sofort raus. Erst am Montag wird eine Kernspin-Untersuchung Klarheit geben - in Dortmund befürchtet man Schlimmes.

Kapitän Sebastian Kehl mutmaßte, dass der Youngster-Stammspieler «ein paar Wochen fehlen wird». Trainer Klopp kündigte an, dass Bender zumindest im DFB-Pokal-Spiel bei Holstein Kiel am Dienstag «definitiv nicht» spielen kann. «Die Verletzung trifft uns richtig. Es gibt keine Bänderverletzung, die keine Pause nach sich zieht. Und das ist sehr, sehr schlecht», fasste der Meistermacher zusammen. Spielmacher-Juwel Mario Götze (Schambeinverletzung) fehlt den Borussen ohnehin noch länger.

Direkt nach dem Erfolg gab es beim BVB nur zwei Themen: Das eine war Bender, das andere das Tor-Comeback des fast schon aussortierten Stürmers Lucas Barrios. Wie ein Schuljunge über seine erste Schultüte freute sich der Paraguayer über seinen ersten Saisontreffer, der die Partie in der 82. Minute entschied. Die ganze Mannschaft versammelte sich um Barrios, obwohl es sich «nur» um ein Abstaubertor gehandelt hatte - nichts, auf das der 27-Jährige wirklich stolz sein kann.

Von Bitterkeit über die kurz vor Transferende geplatzten Wechsel zu gleich mehreren Interessenten war rein gar nichts mehr zu spüren. «Meine Kollegen haben mir gesagt: Lucas, bleib ruhig. Wenn du deine Chance bekommst, wirst du dein Tor auch machen», frohlockte Barrios. Klopp, der seinen Ex-Torjäger zum elften Mal in dieser Saison nur als Einwechselspieler gebracht hatte, sprach von einer «wunderschönen Geschichte, die nur der Fußball schreibt».

Zuletzt hatte Langzeit-Bandrücker Barrios im Mai 2011 gegen Eintracht Frankfurt getroffen. «Es war wichtig, dass er sein erstes Tor gemacht hat, um sich selbst zu belohnen und zu zeigen, dass er da ist», betonte Hummels. Kapitän Kehl, der mit seinem 1:0 in der 48. Minute den Erfolg in Franken eingeleitet hatte, sprach von einer Genugtuung. «Die letzten Monate waren schwer für mich», räsonierte Barrios. Alle Fragen beantwortete er danach ausführlich - bis auf eine: Wie viel Tore er denn bis zum Saisonende noch machen wolle? «Wichtig ist nur: Ich muss arbeiten, arbeiten, arbeiten.»

dpa

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