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Terry wegen Rassismus-Vorwurfs vor Gericht

London - Schnellen Schrittes, den Blick starr nach vorne gerichtet, ging John Terry an der Fotografen-Meute vorbei. Mit eiserner Miene traf Englands bester Fußball-Verteidiger zum Auftakt seines Prozesses wegen Rassismus-Vorwürfen am Gericht in London ein.

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Dem englischen Nationalspieler vom FC Chelsea droht zwar nur eine Geldstrafe von maximal 2500 Pfund (rund 3000 Euro). Doch der Fall hat ihn schon einiges gekostet - neben seinem Ruf auch die Kapitänsbinde. Als Folge gab Fabio Capello im Februar seinen Posten als Nationaltrainer auf.

Angeklagt

Foto: dpa Bild vergrößern

John Terry muss sich vor Gericht verantworten. Foto: Andy Rain

Terry soll im Premier-League-Spiel gegen den Londoner Lokalrivalen Queens Park Rangers im Oktober 2011 seinen dunkelhäutigen Gegenspieler Anton Ferdinand rassistisch übel beleidigt haben. Der 31-Jährige streitet die Vorwürfe ab. Eigentlich hatte der Prozess schon im Februar beginnen sollen. Weil aber unter anderem wegen der anstehenden Fußball-Europameisterschaft einige Zeugen nicht hätten auftreten können, wurde die Verhandlung auf diese Woche verschoben. Der Prozess soll bis zu fünf Tage dauern.

Zum Prozessauftakt wurden Videoaufnahmen der mutmaßlichen Beleidigung gezeigt. Terry bestand weiter darauf, er habe auf sarkastische Weise Worte wiederholt, die Ferdinand gesagt habe. Ferdinand erklärte, die Beschimpfungen Terrys hätten ihn «sehr verletzt». Er habe im Eifer des Gefechts erst nicht realisiert, dass Terry auch rassistische Aussagen gemacht habe.

Später habe seine Freundin ihm aber ein Video davon beim Internetdienst YouTube gezeigt. Hätte er es bereits auf dem Platz gemerkt, wäre er zum Schiedsrichter gegangen, erklärte Ferdinand. Harsche Worte auf dem Platz seien nichts ungewöhnliches - und auch er habe schon manches gesagt. «Aber wenn jemand Deine Hautfarbe mit ins Spiel bringt, ist das eine andere Ebene, und es ist sehr verletzend», sagte Ferdinand.

Die beiden Spieler hatten sich um eine Elfmeter-Forderung gestritten. Ferdinand hatte Terry dann auf eine angebliche Affäre mit einer Ex-Freundin von Fußballkollege Wayne Bridge angesprochen. Zunächst hätten sie sich nach dem Spiel kurz ausgesprochen und darauf geeinigt, es seien keine rassistischen Beleidigungen gefallen. Später sah Ferdinand das Video, und änderte seine Meinung.

«Die Aussagen waren ganz klar rassistisch und verletzend», erklärte Duncan Penny von der Staatsanwaltschaft. Anton Ferdinand ist der Bruder von Rio Ferdinand, der lange mit Terry das Innenverteidiger-Duo im Nationalteam gebildet hatte. Für die EM war Rio Ferdinand von Capello-Nachfolger Roy Hodgson im Gegensatz zu Terry nicht nominiert worden. Einen Zusammenhang mit der Streit wies Hodgson zurück.

dpa

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