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Nachwuchs beim VfB: «Junge Wilden» waren einmal

Molde - Kevin Kuranyi kickt in Moskau, Andreas Hinkel hat seine Karriere beendet - aber die «Jungen Wilden» spielen noch immer beim VfB Stuttgart.

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Der Slogan samt Logo ist Teil des schwäbischen Selbstverständnisses, prangt auf der Homepage und wird von Präsident Gerd E. Mäuser gern bei Gesprächen mit Sponsoren benutzt. Seit der Verein vor bald zehn Jahren unter Trainer Felix Magath in die Champions League gestürmt ist, vermarktet sich der VfB als überdurchschnittlich gute Mannschaft aus Nachwuchskräften. Aber stimmt das Versprechen noch?

Eigengewächs

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Torwart Sven Ulreich ist der letzte Spieler, der sich aus der VfB-Jugend bei den Profis etablieren konnte. Foto: Carmen Jaspersen

Spätestens seit der Abschied von zwei zentralen Figuren der Abteilung Ausbildung vom VfB öffentlich gemacht wurde, ist die Nachwuchsarbeit im und um den Verein ein Thema. Mit Frieder Schrof (seit 1983 in Stuttgart) und Thomas Albeck (seit 1999) wechseln der Jugendleiter und der Leiter des VfB-Nachwuchsleistungszentrums spätestens im Juli 2013 zum viertklassigen RB Leipzig. In der offiziellen Clubmitteilung nannten beide «eine neue Herausforderung» als Grund für den Tapetenwechsel.

Stuttgarter Medien berichteten dagegen, die mangelnde Wertschätzung ihrer Arbeit bei den Profis sei die Ursache. Fakt ist: Seit 2009 hat sich außer Torhüter Sven Ulreich kein Talent mehr im Bundesliga-Team des VfB etabliert. Nachfolger für Schrof und Albeck sind laut Sportdirektor Fredi Bobic schon gefunden, Namen nannte er noch keine.

Wohl insbesondere diese Berichterstattung über das angeblich fehlende Zusammenspiel zwischen den Ausbildern und Bundesliga-Trainer Bruno Labbadia - neben der Kritik am schlechten Saisonstart - hatte Bobic zu einem deutlichen Rüffel bewegt. Wenn auch seriöse Medien berichteten, dass es in der Mannschaft und im Trainerteam nicht stimme, dann gehe das in Richtung «Rufmord», hatte sich der frühere VfB-Torjäger am Dienstag echauffiert.

Labbadia selbst reagiert zunehmend genervt auf die Nachfragen zu Einsatzzeiten für Nachwuchskräfte wie Kevin Stöger, Antonio Rüdiger oder Raphael Holzhauser. «Boah, ist das ein Thema hier», stöhnte der 46-Jährige, als er auf einer Pressekonferenz mal wieder darauf angesprochen wurde. Schon in den Medienrunden zuvor wiederholte er gebetsmühlenartig, dass die jungen Spieler entweder noch nicht so weit seien, oder aber ihre Positionen einfach besetzt sind. «Wir versuchen sie ran zu bringen. Wir haben einen Plan mit ihnen.»

Seit seiner Amtsübernahme im Dezember 2010 hat Labbadia in den 58 Bundesligapartien sechs Spieler aus der eigenen Jugend eingesetzt, wenn man die schon davor etablierten Profis wie Ulreich, Serdar Tasci oder Christian Gentner weglässt. Auch der inzwischen nach Dortmund gewechselten Julian Schieber bekam die ersten regelmäßigen Einsätze nicht in Stuttgart, sondern als Leihgabe beim 1. FC Nürnberg. Die anderen fünf Jungprofis kommen zusammen auf 15 Bundesligaspiele.

Vier davon gehen auf das Konto von Raphael Holzhauser. Der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler aus Österreich bekam nach zwei Einsätzen in der vergangenen Saison in der laufenden Spielzeit zwei weitere Chancen. Nach der Einwechslung gegen Hoffenheim stand er gegen Nürnberg in der Startelf und hätte mit etwas mehr Coolness sogar sein erstes Tor erzielt. Ob er vollends durchstarte, liege nur an ihm, sagt Bobic, «dass er die Anlage dafür hat, steht außer Zweifel, aber das Talent alleine reicht nicht.»

dpa

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