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1:6-Schmach: Trapattoni hat für seine Kritiker fertig

Dublin - Für einige einheimische Reporter hat Giovanni Trapattoni nach der Demontage der stolzen irischen Fußballer gegen Deutschland bereits fertig. Warum er sich den Job noch antue, musste sich der italienische Trainer-Maestro nach der 1:6-Klatsche in der Pressekonferenz fragen lassen.

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«Ich mache das nicht wegen des Geldes, ich mache es aus Stolz», entgegnete Trapattoni, der nicht aufgeben will. Gestenreich versuchte er in seinem englischen Kauderwelsch das Debakel zu erklären: «Deutschland ist Weltranglisten-Zweiter. Die Spieler spielen in den besten Clubs, spielen Champions League.»

Stolz

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So schnell gibt sich Irlands Trainer Giovanni Trapattoni nicht auf. Foto: Peter Klaunzer

Von einer «Nacht der Schande», einer «Schmach» und einem «neuen Tiefpunkt in der Ära Trapattoni» berichteten die irischen Zeitungen am Samstag entsetzt nach der «schlimmsten Heimniederlage» in einem Wettbewerbsspiel. Der Glaube an den 73-jährigen «Trap» ist nach dem trostlosen Vorrunden-K.o. bei der EM bei den Kritikern verflogen.

Für Trapattoni jedoch war das Spiel gegen ein «fantastisches Deutschland» das Streichergebnis in der WM-Qualifikation. Er musste etliche verletzte Stammkräfte ersetzen - aber wie? «Wir haben nur diese Spieler, es sind die besten in Irland», stöhnte er.

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Platz zwei in der Gruppe ist für «Trap» weiterhin erreichbar. Mit einem Sieg beim Fußball-Zwerg Färöer wären die Iren wieder im Rennen. «Ich bin sicher, die Spieler können eine Antwort geben», sagte Trapattoni - es klang mehr flehend als überzeugt.

Das Ehrentor von Andy Keogh in der Nachspielzeit hatten viele der 44 000 Zuschauer im Aviva-Stadion gar nicht mehr miterlebt. Sie hatten den Ort des Schreckens schon vorher fluchtartig verlassen. An Trapattoni glaubt in Irland momentan wohl nur noch Trapattoni selbst: «Ich habe in vier Ländern Titel gewonnen», sagte er mit Verweis auf seine Meisterschaften in Italien, Österreich, Portugal und mit dem FC Bayern München in Deutschland: «Ich war überall erfolgreich.»

Auch in die Qualifikation sei er schließlich mit seinem aktuellen Team erfolgreich gestartet, betonte der nach wie in Mailand wohnende Trainer-Senior. «Nach der EM haben wir in Kasachstan gewonnen. Das klingt einfach - ist es aber nicht.» Bei einem Ausrutscher auf den Färöer Inseln aber könnte es in Irland heißen: «Trap» hat fertig!

dpa

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