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«Perfekte» Aachener machen Premiere zum Schaulaufen

Reykjavik - Trainer Dieter Hecking strahlte, seine müde Mannschaft war erleichtert, und Sportdirektor Jörg Schmadtke rieb sich dank der glänzenden Perspektive freudig die Hände - Alemannia Aachen feierte ein rundum gelungenes Europacup-Debüt.

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«Das war perfekt», kommentierte Hecking das 5:1 (3:0) beim designierten isländischen Meister FH Hafnarfjördur. Die zweite Runde ist programmiert, jetzt wollen die Fußballer aus Aachen weitere Teile Europas erobern.

Wunschkonzert

Sergio Pinto da Silva, Kai Mihalke und Christian Fiel freuen sich nach dem Abpfiff.

Immer wieder hatte Hecking davor gewarnt, die Isländer zu unterschätzen. Schließlich hatte er vor einem Jahr mitbekommen, wie schwer sich die deutsche Nationalmannschaft beim 0:0 in der EM- Qualifikation im 14 000 Besucher fassenden Laugardalsvöllur- Nationalstadion getan hatte. «Allergisch» wollte er sogar werden, sollte einer seiner Spieler dem Gegner nicht den nötigen Respekt entgegen bringen.

Innerhalb von zwei Minuten waren Heckings Warnungen verstummt: Kai Michalke (12./14.) befreite die ganz in Gelb angetretenen Aachener vor 1100 Zuschauern, unter ihnen rund 350 Fans aus der Kaiserstadt, von jeglichem Druck. «Wir singen Heimspiel auf Island», skandierten die Alemannia-Anhänger. Erik Meijer (44.), Alexander Klitzpera (89.) und Reiner Plaßhenrich in der Nachspielzeit (90./+3) erhöhten bei einem Gegentreffer zum 3:1 durch Atli Vidar Björnsson (85.) auf 5:1.

Das Rückspiel am 30. September im Kölner RheinEnergieStadion soll jetzt, so Hecking, «zur schönen Party» werden. Er ärgerte sich nur ein wenig, dass die Terminhatz das pure Genießen eines historischen Moments nicht zuließ. Denn das Pflichtspiel gegen Absteiger 1. FC Köln ist bereits die nächste Herausforderung und ein Wegweiser in Richtung des mittelfristigen Aachener Ziels: Aufstieg in die Bundesliga. Hecking: «Köln ist der Gradmesser. Danach weiß die Mannschaft, ob sie eine große Saison spielen kann.»

Spätestens mit dem 5:1 von Island werden auch Zahlen realistischer. Auf 200 000 bis 300 000 Euro schätzte Alemannia- Geschäftsführer Bernd Maas den Reingewinn aus der unattraktiven ersten Runde, «aber in die schwarzen Bereich rücken wir nicht, wir werden nicht der reichste deutsche Zweitligist». Der Schuldenstand betrug zuletzt noch rund 2,8 Millionen Euro.

Alles, was jetzt mit den zwei garantierten Heimspielen der Gruppenphase hinzu kommt, mildert die Finanznöte des vor zweieinhalb Jahren fast zahlungsunfähigen Clubs. «Und es ist ein weiterer Schritt für das absolut positive Image, das wir uns in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet haben», sagte Vereins-Präsident Horst Heinrichs.

dpa

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