Freitag, 17. September 2004 / 13:05 Uhr
Hamburg - Nach der Blamage im vergangenen Jahr haben die deutschen Vereine mit der Wiedergutmachung begonnen und die Hoffnung auf eine wesentlich lukrativere Saison im UEFA-Pokal genährt.
anzeige
Mit überzeugenden Auftritten legten Schalke 04, der VfB Stuttgart, der VfL Bochum und Zweitligist Alemannia Aachen in ihren Erstrunden- Hinspielen den Grundstein für ein kollektives Erreichen der neu installierten und Millionen schweren Gruppenphase. In der «Katastrophen-Saison» 2003/04 war für drei von fünf deutschen Clubs in der ersten Runde Endstation, bereits die dritte Runde fand erstmals seit 1998/99 ohne den deutschen Vereinsfußball statt.
Ebbe Sand, Mladen Krstajic und Marcelo Bordon (v.l.) jubeln über das 2:1.
Ein besonders eindrucksvoller Einstand gelang ausgerechnet dem Neuling. Aachen siegte auf Island beim, allerdings international kaum konkurrenzfähigen, FH Hafnarfjördur mit 5:1. Mit identischem Ergebnis fertigte Schalke 04 daheim den lettischen Meisterschafts-Zweiten Metalurgs Liepaja ab und steht ebenso mit einem Bein in den Gruppenspielen wie der VfB Stuttgart nach seinem 3:1-Erfolg bei Ujpest Budapest. Die Planungen noch aufschieben muss allein der VfL Bochum, der nach seinem 0:0 bei Standard Lüttich das lukrative Ticket im Rückspiel am 30. September lösen will. In der Gruppenphase (zwei Heim- und zwei Auswärtsspiele) winken jedem Club nach Meinung von Stuttgarts Finanzdirektor Ulrich Ruf abhängig von Fernsehübertragungen drei bis fünf Millionen Euro.
Dennoch wollte bei den Schwaben keine rechte Freude aufkommen. Der Bundesliga-Primus muss wohl vorerst auf Kevin Kuranyi verzichten, der nach einem rüden Foul des Ungarn Gabor Nagy in ein Krankenhaus gebracht werden musste. «So darf man sich nicht präsentieren. Das war unter aller Sau», ereiferte sich Coach Matthias Sammer über die grobe Gangart der Gastgeber. Eine erste Diagnose ergab immerhin, dass sich der Nationalstürmer keine Knochenverletzung zugezogen hat. Ob Kuranyi den befürchteten Abriss des Syndesmosebandes erlitten hat und für mehrere Wochen ausfällt, sollte eine Kernspintomografie in Stuttgart zeigen.
Auch in Gelsenkirchen herrschte trotz des Kantersieges nicht eitel Sonnenschein. Sportlich übertünchten die «Knappen» einen Tag nach der Entlassung von Trainer Jupp Heynckes zwar kurzfristig den miserablen Bundesliga-Start mit nur drei Punkten aus vier Spielen. Doch an anderer Front zogen bereits die nächsten Gewitterwolken auf. Der bislang als Vereinsrepräsentant tätige Olaf Thon forderte via Medien mehr Kompetenzen und wurde gleich von Manager Rudi Assauer abgekanzelt: «Diese Art und Weise ist inakzeptabel. Damit hat er sich geschadet.»
Derlei Dissonanzen sind Bochum und Aachen derzeit fremd. «Das war perfekt», schwärmte Alemannia-Coach Dieter Hecking nach dem wertvollen Sieg. Denn mit den fast sicheren Zusatzeinkünften kann der mit rund 2,8 Millionen Euro verschuldete und vor zweieinhalb Jahren fast zahlungsunfähige Club seine Finanznöte lindern. Auch beim Bundesliga-Siebten aus Bochum läuft alles nach Wunsch. Die «Symbiose zwischen Spielern, Verein und Fans» funktioniere, meinte Peter Neururer. Trotzdem warnte der Trainer vor dem Rückspiel: «Das wird wahnsinnig schwer.»
In den weiteren Partien hielten sich die Favoriten weitgehend schadlos. Lazio Rom (3:0 bei Metalurgs Donezk/Ukraine) und Feyernood Rotterdam (1:0 bei Odd Grenland/Norwegen) feierten Auswärtssiege, Newcastle United (2:0 gegen Hapoel Bnei Sachnin/Israel) und FC Sevilla (2:0 gegen Nacional Funchal/Portugal) siegten vor eigenem Publikum.
dpa
0 Kommentare | Kommentare verstecken
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
"Fussball ist mehr als nur ein Sport. Fussball ist Euphorie, Religion und Droge zugleich." Aktuelles zur Droge Fussball, spitz und ohne redaktionelle Schranken, aus unserem Fussball Blog
Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Frank Pagelsdorf: Wir werden nur noch Einzelgespräche führen, damit sich keiner verletzt.
Kommentar schreiben