Freitag, 6. Mai 2005 / 13:19 Uhr
Alkmaar - Mit einem Tor in letzter Sekunde hat sich Sporting Lissabon den Traum vom UEFA-Cup-Finale vor heimischer Kulisse erfüllt. Miguel Garcia traf kurz vor dem Ende der dramatischen Verlängerung im Halbfinal-Rückspiel beim AZ Alkmaar zum 2:3.
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Dies reichte nach dem 2:1 im Hinspiel dank der Auswärtstor-Regel zum Weiterkommen. Sportings Gegner am 18. Mai im Lissaboner José-Alvalade-Stadion ist der ZSKA Moskau, der sich mit einem 3:0 (Hinspiel: 0:0) über den FC Parma erstmals für ein Europapokal- Endspiel qualifizierte.
Die Spieler von Sporting Lissabon feiern den Sieg gegen den AZ Alkmaar.
Allerdings hat der zweimalige UEFA-Cup-Sieger aus Italien wegen einer Attacke gegen seinen Torwart bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) Protest gegen die Wertung des Spiels eingelegt. Luca Bucci war schon in der 20. Minute ausgewechselt worden, nachdem neben ihm ein Feuerwerkskörper explodiert war. Nach Angaben aus Parma habe er über Hörprobleme, Kopfschmerzen und Übelkeit geklagt.
Die Partie im Moskauer Lokomotive-Stadion wurde nach diesem Vorfall zwar nicht abgebrochen, dennoch stellten die Italiener Parallelen zum Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League zwischen Inter und dem AC Mailand her. «Ich sehe in dem Vorfall nichts anderes, als was Dida beim Champions-League-Derby in Mailand passiert ist», sagte Parmas Geschäftsführer Luca Baraldi, der den Einspruch nach eigenen Angaben am Spieltag um 21.17 Uhr dem UEFA-Delegierten in Moskau überreicht hat.
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Milans Torwart Dida war am 12. April im Giuseppe-Meazza-Stadion von einer Leuchtrakete an der Schulter getroffen worden und Schiedsrichter Markus Merk hatte das Spiel abgebrochen. Die UEFA wertete die Partie mit 0:3 gegen Inter und bestrafte den Club mit sechs Heimspielen vor leeren Rängen.
Parmas Trainer Pietro Carmignani wollte sich gar nicht über die Szene äußern. Er sah vielmehr eine Wettbewerbsverzerrung, weil der vom Öl-Magnaten und Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch gesponserte Armeesportclub sowohl vor dem Hin- als auch vor dem Rückspiel keine Punktspiele austragen musste: «Wenn wir wie Moskau die Möglichkeit gehabt hätten, uns in der Meisterschaft auszuruhen, wäre es vielleicht anders gelaufen.» Weil seine Mannschaft in der Serie A in Abstiegsgefahr schwebt, sah der Coach den UEFA-Cup als «Hobby» an und schickte in beiden Halbfinals eine B-Elf auf den Platz.
Viel mehr bedeutet der Wettbewerb für Sporting Lissabon. Seit dem Sieg im Europapokal der Pokalsieger 1964 hat der 22-malige portugiesische Meister international keinen Erfolg mehr gehabt. 5000 Fans waren am Morgen nach der Partie zum Lissaboner Flughafen gepilgert, um die Mannschaft nach dem Thriller in Alkmaar gebührend zu empfangen. Weil die Polizei befürchtete, die Menschenmenge nicht im Zaum halten zu können, wurde die Maschine auf den Militärflughafen umgeleitet.
Trainer José Peseiro hatte große Mühe, die Erwartungen herunter zu schrauben. «Das Heimrecht ist nicht automatisch ein Vorteil. Man muss sich nur anschauen, was im EM-Finale mit Portugal gegen Griechenland passierte.» Die Statistik spricht indes deutlich für Lissabon: Vier von fünf Clubs, die ein Europapokal-Finale vor heimischem Publikum bestritten, gewannen auch die Trophäe.
In den Niederlanden waren die Fußball-Anhäger indes untröstlich, weil innerhalb von 24 Stunden sowohl der PSV Eindhoven in der Champions League als auch Alkmaar den Sprung ins Finale verpassten. «Zehn Sekunden lagen zwischen Himmel und Hölle», meinte Verteidiger Barry Opdam, der sich wie seine tapfer kämpfenden und später in Tränen aufgelösten Kollegen schon im Endspiel wähnte.
dpa
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