Montag, 6. Juni 2005 / 12:33 Uhr
Frankfurt/Main - Trainer Jürgen Klopp schrie am Swimmingpool in der Türkei seine Freude mit einem «Geil» heraus, Manager Christian Heidel köpfte beim Grillfest eine Flasche Sekt, und die Fans zogen per Autokorso durch die Innenstadt:
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Der Einzug in die erste Qualifikationsrunde des UEFA-Pokals hat beim Bundesliga-Neuling FSV Mainz 05 drei Wochen nach dem geglückten Klassenerhalt erneut Festtagsstimmung ausgelöst. «Glück muss man sich verdienen, und das haben wir getan. Das ist der absolute Höhepunkt der Vereinsgeschichte», sagte Heidel nach der Auslosung in Manchester, bei der die Mainzer als erste deutsche Mannschaft den Hauptgewinn zogen und damit das nächste Kapitel ihres Fußball-Märchens schrieben.
Der Mainzer Trainer Klopp leert aus Freude über den Klassenerhalt ein Bierglass.
«Vor einem Jahr waren wir von Europa noch so weit weg wie die Erde vom Mond. Das ist der Wahnsinn», jubelte der im Türkei-Urlaub weilende Klopp, der von Präsident Harald Strutz per Handy informiert wurde. «Im Moment werden wir mit Glück überhäuft», stellte Strutz fest. Trotz der bevorstehenden Auftritte auf der europäischen Fußball-Bühne will sich der Spaßverein jedoch in erster Linie auf die Bundesliga konzentrieren. «Der Klassenerhalt genießt höchste Priorität», sagte Heidel, der nach eigenem Bekunden mit dem Losglück gerechnet hatte: «Ich war mir todsicher, dass wir gezogen werden.»
Der Tabellen-Elfte der abgelaufenen Saison profitierte von seiner Nominierung als fairste Bundesligamannschaft, bei deren Bestimmung durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) neben den Gelben und Roten Karten auch das Auftreten der Fans und der Offiziellen eine Rolle spielte. «Dass es über die Fairplay-Wertung lief, ist eine besondere Auszeichnung für den Verein», sagte Strutz.
Die Mainzer blicken nun am 24. Juni mit großen Erwartungen nach Nyon, wo der Gegner für die Qualifikationsspiele am 14. und 28. Juli ausgelost wird. «Teilweise weiß ich gar nicht, wo die Städte der möglichen Gegner liegen. Da sind Teams aus Aserbaidschan oder San Marino im Topf. Unser Ziel ist das Erreichen der Gruppenphase. Wir wollen eine ähnlich gute Rolle spielen wie zuletzt Alemannia Aachen und Spaß haben», erklärte Heidel.
Schon in der 1. Hauptrunde im September könnte ein dicker Brocken warten und dem FSV zusätzliche Einnahmen bescheren. Möglich wäre dann auch ein Umzug in die Frankfurter Commerzbank-Arena. «Wenn es sich finanziell lohnt, hätten unsere Fans sicher Verständnis dafür», sagte Strutz.
Doch so weit wollten die Verantwortlichen der 05er noch nicht denken. «Wir müssen jetzt erst einmal unsere Bundesliga- Vorbereitung umplanen, weil sich das erste Qualifikationsspiel mit unserem Trainingslager in Herzlake überschneidet», sagte Heidel. Der Manager kündigte zudem eine große Sonderaktion für die treuen Fans an: «Wir wollen versuchen, eine ganz große Auswärtsfahrt zum Qualifikationsspiel zu organisieren.»
dpa
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