Montag, 11. Juli 2005 / 13:48 Uhr
Skopje - Für Hauptdarsteller Rafael van der Vaart blieb bei der Premiere nur eine Nebenrolle. Nach 64 Minuten beendete Trainer Thomas Doll im Glutofen von Skopje das Pflichtspiel-Debüt des niederländischen Fußball-Nationalspielers beim 4:1-Sieg im UI-Cup gegen Pobeda Prilep.
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«Das war extrem heiß und für alle ein schwieriges Spiel», sagte der Spielmacher nach dem Erfolg bei 35 Grad Celsius im Schatten und wollte die Partie ganz schnell vergessen. «Wir sind eine Runde weiter, alles andere ist egal.» Am 16. und 23. Juli trifft der HSV nun auf Uniao Leiria aus Portugal.
Emile Mpenza feiert seinen Treffer mit seinen Teamkollegen.
Mit dem über fünf Millionen Euro teuren Zugang von Ajax Amsterdam haben die Hamburger in der Sommerpause eine Schlüsselposition neu besetzt und träumen jetzt von großen internationalen Auftritten. Gerade für van der Vaart, der sich in der Champions League schon gegen Bayern München und Juventus Turin bewies, dürfte der müde Kick in Mazedonien vor nur 2000 Zuschauern besonders bitter gewesen sein. Verständlicherweise spulten die Profis ihre Pensum angesichts des Wetters und des klaren 4:1 aus dem Hinspiel im Schongang ab. «Da gibt es keinen Schönheitspreis zu gewinnen. Die Temperaturen waren grausam», sagte Rene Klingbeil. Zu vier Treffern von Emile Mpenza (38. Minute), Stefan Beinlich (65.), Markus Karl (75.) und Benjamin Lauth (90.) reichte es dennoch.
Van der Vaart fiel bei der Hitzeschlacht gegen die äußerst defensiven Gastgeber wenig Erfrischendes ein. In der ersten Spielhälfte konnte er keine Akzente setzen. Nach der Pause steigerte sich der 22-Jährige. «Er war präsent und hat sich bewegt», sagte Thomas Doll.
Doch der Trainer hat andere Ansprüche an den Ausnahmespieler, der auch außerhalb des Spielfelds für viele Schlagzeilen sorgte. Van der Vaart und seine Ehefrau Sylvie, eine attraktive TV-Moderatorin, sind eine Art Beckhams der Niederlande und dort Lieblinge der Klatschpresse. Der Trubel um die beiden beeinflusste die Entscheidung, sich aus dem Benelux-Staat zu verabschieden. Aber auch in der Medienstadt Hamburg füllten sie schon jede Menge Zeitungsseiten. Ein Blatt veröffentlichte im Sportteil sogar die tägliche Kolumne «Neues von Frau van der Vaart». Doch in der Hansestadt will der Profi vor allem Sportliches über sich lesen: «Ich will mit dem HSV international spielen, am liebsten Champions League.»
Ungeachtet des Einstands von van der Vaart gehen einige Personalspielchen beim HSV munter weiter. Mpenza wird immer noch von Olympiakos Piräus umgarnt, Bernardo Romeo ist von Vereinsseite angehalten, sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen. Dagegen ist die Personalie Cristian Ledesma vom Tisch: Der Argentinier wechselt zum Racing Club Buenos Aires. Dadurch steigen die Chancen auf eine Verpflichtung von Timothee Atouba (Tottenham Hotspur).
Ärger gab es erneut um den iranischen Nationalspieler Mehdi Mahdavikia. Der Mittelfeldakteur, den der HSV als einen Topverdiener gerne von der Gehaltsstreiche würden, bestritt, dass er in iranischen Medien die Nichtnominierung durch Doll für das UI-Cup-Spiel als «albern und lachhaft» abgetan hatte.
dpa
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