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«Mister Mainz» - Klopp fühlt sich wie ein König

Mainz - Jürgen Klopp fühlt sich wie ein König. «Ich habe den Traumberuf. Das ist das größte Privileg, das ich mir vorstellen kann», sagt der gebürtige Schwabe, der als Trainer die einstmals graue Zweitliga-Maus FSV Mainz 05 ins Rampenlicht der Bundesliga führte.

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Mit der Teilnahme an der Qualifikation für den UEFA-Cup schickt er sich jetzt an, auch Europas Fußball-Bühnen zu erobern. Ein weiterer Karrieresprung für den 38-jährigen Strahlemann der Trainergilde, ohne den in Mainz nicht viel läuft.

Strahlemann

Jürgen Klopp bejubelt de 6:2-Sieg gegen Bochum im April.

Interview auf Interview, immer freundlich, ehrlich, auch wenn er die eine oder andere Frage zum zehnten Mal beantworten muss. Das Fernsehen sicherte sich den eloquenten Fußball-Fachmann als akribischen Analytiker und Quotenbringer. Beim ZDF war er beim Confederations Cup im Juni einer der hochgelobten Experten, den Klopp auch bei der WM 2006 geben wird.

«Mister Mainz» lebt Fußball - 24 Stunden am Tag. Immer auf der Suche, Neues zu kreieren. Trainingsvorbereitung, Videoanalyse, Erstellen von CD's, Pressetermine - seine Tage sind ausgefüllt. Das Training ist abwechslungsreich und fordert die Spieler. Viel Zeit verwendet Klopp auf das Einstudieren festgelegter Laufwege. «Das zwingt die Spieler auch zum Denken. Da merken sie gar nicht, wie hart sie eigentlich arbeiten», sagt der 05-Coach, der sein Team langfristig im Oberhaus etablieren will.

Der hohe Bekanntheitsgrad hat auch seine Schattenseiten. «Viele Dinge haben sich eingeschränkt», meinte Klopp. Bei größeren Festen könnte sein Rundgang schon zu Autogrammstunden ausarten. «Aber sonst geht es», sagt der Mainzer Coach, ohne sich über Gebühr zu beschweren. Denn das Bad in der Menge gefällt dem populären Blondschopf, der auch dann nicht die Contenance verliert. Geduld ist auch im Umgang mit der Presse gefragt.

Der Frontmann der Mainzer nimmt mit seiner medialen Präsenz jeden Druck von seinen Assistenten. Von Co-Trainer Zeljko Buvac, für Klopp der «Fleisch gewordene Fußball-Sachverstand», lernt er täglich noch dazu. «Wir diskutieren auf Augenhöhe», sagt Klopp, der besonders Buvacs Gabe beim Erfinden neuer koordinativer Übungen schätzt. Mit nicht weniger Hochachtung spricht Klopp von Konditionstrainer Axel Busenkell und Torwarttrainer Stefan Kuhnert. «Wenn Kuhnert sagt, wir wechseln den Torwart, dann wechseln wir ihn», sagt der Cheftrainer, der absolutes Vertrauen in das Urteil des früheren 05-Schlussmannes hat. Auch zu ihm fällt Klopp Originelles ein: «Er ist nur auf die Welt gekommen, um anderen Menschen das Bällefangen beizubringen.»

Ein verschworener Haufen seien sie, die Trainer. «Uns gibt es nur im Paket», erklärt Klopp allen potenziellen Interessenten. «Angebote waren schon da», sagt der FSV-Coach, aber «das interessiert mich nicht». Bis Juni 2006 läuft sein Vertrag. Über eine Verlängerung wurde noch nicht gesprochen. «Der Verein lässt uns machen. Wo gibt es das noch.» Einen Karriereplan hat er nicht. «Es steht nirgends, dass ich bis 40 diesen Verein und bis 43 jenen Verein trainiert haben muss. Die Aufgabe in Mainz ist wahnwitzig interessant und nicht beendet.»

dpa

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