Samstag, 16. Februar 2008 / 18:24 Uhr
Cottbus - Auch das Daumendrücken des neuen Ehrenmitgliedes Angela Merkel hat Energie Cottbus nicht zum ersten Punktgewinn im heimischen Stadion gegen Borussia Dortmund verholfen.
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Die Westfalen gewannen unter den Augen der Bundeskanzlerin mit 2:0 (1:0) auch ihr fünftes Gastspiel beim Tabellen-Vorletzten aus der Lausitz, der mit einem Sieg die Abstiegsränge verlassen hätte. Der Kroate Mladen Petric sorgte mit einem herrlichen Distanzschuss (8. Minute) und einem Kopfball (84.) für die Entscheidung. Es waren bereits die Saisontore zehn und elf des Kroaten. Dortmund entfernte sich mit dem ersten Bundesliga-Sieg im neuen Jahr von der Abstiegszone. «Ich bin natürlich sehr zufrieden mit den drei Punkten und damit, dass wir endlich wieder einmal zu Null gespielt haben», sagte Dortmunds Trainer Thomas Doll. Dagegen ärgerte sich Energie- Coach Bojan Prasnikar, dass seine Schützlinge erneut nicht ohne Gegentor blieben. «Das ist unser größtes Problem in letzter Zeit. Wir wollten der Kanzlerin ein Geschenk machen, das hat nicht geklappt», sagte der Slowene.
Vor dem Anpfiff war die Bundeskanzlerin zum Ehrenmitglied von Energie Cottbus ernannt worden. Sie erhielt im Stadion der Freundschaft den Mitgliedsausweis mit der Nummer 2008 und einen Silberteller von Energie-Präsident Ulrich Lepsch. Trainer Prasnikar überreichte der CDU-Vorsitzenden im Innenraum ein Trikot mit der Rückennummer 10, von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck erhielt sie einen rot-weißen Schal. Merkel war bisher bei keinem Fußball-Bundesligisten Mitglied. «Ich bin natürlich sehr stolz und wünsche viel Kraft für die nächsten Spiele. Alles ist drin. Cottbus muss Teil der Bundesliga bleiben, dafür werde ich die Daumen drücken», sagte Merkel.
Ein großes Spiel bekamen sie und die 17 842 Zuschauer danach nicht geboten - mit einer Ausnahme bis zur Pause: Während die Cottbuser nach einer Attacke an Daniel Ziebig noch einen Pfiff am BVB-Strafraum forderten, schalteten die Gäste sofort um. Mit einem präzisen Pass schickte Giovanni Federico Stürmer Petric, der den Ball mit Vehemenz aus 18 Metern unter die Latte schmetterte. «Ich habe einen Schlag abbekommen», klagte Ziebig nach der Partie.
Auf dem gefrorenen und nicht leicht bespielbaren Rasen besaßen die Gastgeber bis zur Pause keine Torchance. «Ein klein bisschen mehr Kraft vor dem Tor, dann klappt es auch», riet die Kanzlerin zur Halbzeit im Pay-TV-Sender «Premiere». Trotz der personellen Probleme stand die BVB-Abwehr sicher, als linken Außenverteidiger hatte Doll angesichts der Ausfälle Offensivkraft Delron Buckley aufgeboten.
Die Schwarz-Gelben beschränkten sich mit der Führung im Rücken darauf, die Partie zu kontrollieren und auf ihre Möglichkeiten zu warten. Dies hätte der Cottbuser Branko Jelic vier Minuten nach seiner Einwechslung fast bestraft, sein Kopfball traf jedoch nur den Außenpfosten (63.). Neun Minuten später vergab Kapitän Timo Rost per Kopf freistehend den Ausgleich für die vergeblich anrennenden Cottbuser. Petric machte es nach Eckball von Alexander Frei dann besser.
dpa
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