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Last-Minute-Tor erlöst Hertha: 1:0 gegen Bielefeld

Berlin - Ein Tor von Wintereinkauf Raffael in letzter Sekunde hat Hertha BSC einen schon nicht mehr erhofften Heimsieg gegen Bielefeld beschert - und Arminia-Neucoach Michael Frontzeck nach nur vier Partien schon in höchste Not gestürzt.

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Lange Zeit hatte es danach ausgesehen, als sollten sich die Bielefelder, die mit weiterhin 18 Zählern um den Klassenverbleib zittern müssen, den ersten Punkt mit Frontzeck erkämpfen, nachdem zuvor in Pokal und Meisterschaft schon drei Niederlagen unter dem neuen Trainer zu Buche gestanden hatten. Doch in der dritten Nachspiel-Minute traf der Raffael nach einem weiten Einwurf von Sofian Chahed und einem Fehler des Ex-Berliners Thorben Marx doch noch zum 1:0 (0:0) für Berlin.

Hertha BSC Berlin - Arminia Bielefeld

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Hertha-Spieler Fatih (r) und der Bielefelder Nkosi (l) im Zweikampf.

«Die Zeit auf meiner Uhr war abgelaufen. Warum der Schiedsrichter noch weiter gespielt hat, weiß ich nicht», erklärte Frontzeck zur Zusatz-Spielzeit des Unparteiischen Günter Perl, der zwei Minuten Nachspielzeit angezeigt hatte. Der Siegtreffer von Raffael fiel nach 92:17 Minuten. Große Diskussionen aber wollte der Arminia-Trainer darüber nicht führen: «Es ist auch egal und müßig, darüber zu diskutieren - und basta.» Die Berliner, die in der Vorwoche mit einem Sieg beim Meister VfB Stuttgart überrascht hatten, haben jetzt 26 Punkte auf dem Konto.

Das schlechteste Auswärts-Team der Bundesliga mit gerade mal vier Punkte und nun 6:31 Toren neutralisierte über weite Strecken erfolgreich die Hertha-Offensive. Auch ohne die gesperrten Jörg Böhme und Rüdiger Kauf ließen die Gäste nur ganz wenige Chancen der Berliner zu. Nur ein einziges Mal vor dem Wechsel kam Herthas Top-Torjäger Marko Pantelic (9 Saisontore), der zumindest ab und an seine Klasse andeutete, nach langem Ball zu einem verheißungsvollem Schuss (30.). Auf der Gegenseite landete eine abgerutschte Flanke von Markus Schuler auf der Latte des Berliner Tores (29.).

Ansonsten hielt sich die Aufregung bei den 32 031 Zuschauern in argen Grenzen. Lediglich bei einigen wackligen Abschlägen und Abwürfen von Hertha-Schlussmann Jaroslav Drobny, der nach 34 Minuten mit einer Kopfball-Abwehr außerhalb seines «Sechszehners» eine eigene Unsicherheit wettmachen musste, ging ein Raunen durch das spärlich besetzte WM-Endspiel-Stadion von 2006. «Wir haben in der zweiten Halbzeit aber mehr probiert und mehr Druck entwickelt», erklärte Hertha-Trainer Lucien Favre, der den «Dreier» deshalb auch als «nicht unverdient» einstufte.

Frontzeck hat es in den ersten Wochen als Chefcoach der Arminen zumindest geschafft, wieder eine bessere Ordnung ins Spiel des Abstiegskandidaten zu bringen. Nach vorn allerdings verpufften weitgehend alle Bemühungen. Sturmspitze Artur Wichniarek, nach einer Verbal-Attacke vor der Partie gegen Hertha-Manager Dieter Hoeneß von den Berliner Fans 90 Minuten lang ausgepfiffen, fiel nur mit einem Verzweiflungsschuss aus 30 Metern auf (26.).

Hertha investierte nach dem Wechsel mehr für ein eigenes Tor. Wintereinkauf Raffael, den Hertha für 4,5 Millionen Euro vom FC Zürich losgeeist hatte, scheiterte zunächst mit der ersten wirklich zwingenden Chance am aufmerksamen Mathias Hain (61.). Beim zweiten Versuch traf der Brasilianer dann doch noch zu seinem zweiten Treffer in seinem dritten Bundesliga-Spiel. Allerdings hatten die Gastgeber zuvor auch Glück, als Drobny an einer langen Freistoß-Flanke von Schuler vorbeiflog, der Ball aber knapp am Tor vorbeitrudelte.

dpa

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