Samstag, 23. Februar 2008 / 18:55 Uhr
Frankfurt/Main - Werder Bremen hat seinen UEFA-Cup-Strapazen Tribut zollen müssen: Nur 39 Stunden nach dem 1:0-Sieg beim SC Braga verloren die nach einem Platzverweis ihres brasilianischen Mittelfeldstars Diego (40.) dezimierten Bremer bei Eintracht Frankfurt mit 0:1 (0:0).
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Damit verpasste es der Tabellenzweite, zumindest bis über Nacht zu Bayern München an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga aufzuschließen. Das entscheidende Tor für die Eintracht, die leise Hoffnungen auf einen UEFA-Cup-Platz hegt, erzielte vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena Kapitän Ioannis Amanatidis mit seinem 8. Saisontor in der 56. Minute.
«Am Platzverweis hat es nicht gelegen. Wir haben danach einfach unsere Chancen nicht genutzt. Was Diego gemacht hat, ist nicht zu entschuldigen, aber zu einem Platzverweis gehören immer zwei», sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Diego meinte nach seiner ersten Rote Karte in der Bundesliga: «Es tut mir leid. Ich habe die Nerven verloren, weil mich Kyrgiakos ständig provoziert hat. Ich entschuldige mich bei Mannschaft und Trainer». Nach einem Zweikampf hatte sich der Brasilianer an dem Griechen mit einem rüden Rempler revanchiert, den Schiedsrichter Helmut Fleischer (Sigmertshausen) nach Rücksprache mit seinem Assistenten mit «Rot» ahndete.
Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel war zwar mit dem Ergebnis, nicht aber mit der Vorstellung seines Teams zufrieden. «Gegen zehn Bremer war das nach der Pause ein ganz schlechtes Spiel. Wir haben fahrlässig viele Chancen zugelassen und uns mit Glück ins Ziel gerettet», meinte Funkel. Um in der Bundesliga höhere Ziele anzupeilen, müsse man sich erheblich steigern.
Kyrgiakos hatte Bremens erste Chance durch Diego (9.) vereitelt, nachdem die Hessen durch Amanatidis (2.) und Benjamin Köhler (3.) frühe Führungschancen hatten. Mit technisch ansehnlichem Spiel, das die Eintracht bisweilen mit rustikalem Einsatz störte, nahm Werder das Heft des Handelns in die Hand. In der 26. Minute traf Ivan Klasnic die Latte des Eintracht-Tores. Doch dann kam fünf Minuten vor der Pause der Schock mit dem Ausraster des zuvor ständig gefoulten Diego, der in Braga noch wegen seiner Schambeinentzündung geschont worden war. Werder-Manager Klaus Allofs: «Das darf man nicht machen, aber ich habe ein bisschen Verständnis dafür.»
Die Frankfurter profitierten bei ihrem Tor von einem eklatanten Bremer Schnitzer. Sebastian Boenisch brachte Jurica Vranjes mit einem Zuspiel in Bedrängnis. Dieser ließ sich den Ball von Chris abjagen, dessen Pass der völlig freistehende Amanatidis an dem herauslaufenden Werder-Keeper Tim Wiese ins Tor schob. Dennoch gab sich Werder nicht auf, drängte auch in Unterzahl mächtig auf den Ausgleich und hatte durch Klasnic (61./64. und 69.), Boenisch (65.), Naldo (78.) und Tim Borowski (79.) ein halbes Dutzend Chancen. Doch Frankfurts überragender Torwart Oka Nikolov hielt den glücklichen Erfolg der Eintracht fest. Einziger Schönheitsfehler des Frankfurter Sieges: Patrick Ochs sah die 5. Gelbe Karte und fehlt im Spiel beim Hamburger SV am 2. März.
dpa
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