Sonntag, 9. März 2008 / 19:18 Uhr
Nürnberg - Bundesliga-Kellerkind 1. FC Nürnberg hat dem Hamburger SV den angestrebten Sprung auf den zweiten Tabellenplatz vermasselt.
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Nach einer enttäuschenden Vorstellung musste sich der HSV mit einem 0:0 beim Abstiegskandidaten begnügen und erlitt damit nach dem Pokal-Aus in Wolfsburg und der UEFA-Cup-Niederlage in Leverkusen einen weiteren Rückschlag. Als Dritter hat der HSV bereits acht Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München. Vor 44 900 Zuschauern besaß der «Club» in der 43. Minute durch Zvjezdan Misimovic sogar die große Chance, seinen ersten Sieg im Fußball- Oberhaus seit exakt drei Monaten perfekt zu machen. Doch der Bosnier scheiterte mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter an Keeper Frank Rost.
«Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, denn wir wollten heute einen Schritt machen. Zum Leben ist das zu wenig», sagte Thomas von Heesen, der weiter auf den ersten Sieg als Nürnberger Trainer wartet. «In unserer Situation wiegt der verschossene Elfmeter natürlich schwer, aber das soll kein Vorwurf sein», meinte Mittelfeldmann Peer Kluge. HSV-Trainer Huub Stevens war trotz des Punktverlustes nicht unzufrieden: «Ich denke, dass es ein gutes Bundesligaspiel war.»
Stevens' Standpauke nach dem 0:1 in Leverkusen am Donnerstag zeigte wenig Wirkung. Nach 20 Minuten des Abtastens übernahmen die Norddeutschen unter der Regie von Kapitän Rafael van der Vaart zwar das Kommando, ließen aber im Abschluss jegliche Zielstrebigkeit vermissen. Seine besten Szenen hatte der HSV Mitte der ersten Halbzeit, als die Mannschaft das Tempo anzog. Doch «Club»-Keeper Daniel Klewer, der für Jaromir Blazek im Tor stand und erstmals seit dem 16. Dezember 2006 in der Bundesliga zum Einsatz kam, verhinderte mit zwei schnellen Reaktionen gegen Ivica Olic (22./23.) den drohenden Rückstand. «Ich habe heute auf dem Platz gestanden, also bin ich die Nummer eins», sagte der 31-jährige Klewer, mit dem die Franken zum zweiten Mal in dieser Saison ohne Gegentor blieben.
Der «Club» wirkte wie in den letzten Heimspielen verunsichert und agierte in der Offensive ohne Durchschlagskraft. Von Heesen hatte neben dem wegen der Spuck-Affäre gesperrten Jan Koller auch Angelos Charisteas draußen gelassen und vertraute stattdessen dem Sturmduo Robert Vittek und Iwan Saenko. Von beiden ging keine Torgefahr aus. Dass sich den Gastgebern dennoch die Riesenchance zur Führung bot, verdankten sie Schiedsrichter Markus Schmidt.
Nach einem Foul von Collin Benjamin an Kluge ließ der Unparteiische aus Stuttgart zunächst weiterspielen, entschied aber nach Intervention seines Assistenten an der Linie doch noch auf Strafstoß. Misimovic schob den Ball zum Entsetzen der Fans Rost in die Arme und verschoss damit im sechsten Anlauf seinen ersten Elfmeter in der Bundesliga. «Vielleicht hat er zu viel nachgedacht», meinte Nürnbergs Manager Martin Bader, der in der 46. Minute erleben musste, wie Vittek den Ball per Direktabnahme über das Tor jagte.
Der HSV blieb auch im zweiten Durchgang den Nachweis schuldig, eine Spitzenmannschaft zu sein und passte sich dem schwachen Niveau des Tabellen-16. an, bei dem Javier Pinola zum fünften Mal in dieser Saison Gelb sah und nächste Woche in Leverkusen pausieren muss. Das mögliche Siegtor für die Gäste in einem wahren Fehlpassfestival verpasste in der 65. Minute der Ex-Nürnberger David Jarolim, der aus 25 Metern das Lattenkreuz traf. Sieben Minuten später zielte Marco Engelhardt auf der Gegenseite frei vor Rost über das HSV-Gehäuse.
dpa
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