Sonntag, 30. März 2008 / 19:24 Uhr
Cottbus - Erst ärgerten sie sich über den Schiedsrichter, dann probten sie schon mal die Party für den Klassenverbleib. Durch Ervin Skelas ersten Bundesliga-Doppelpack zum 2:1 (1:1) gegen Hertha BSC buchte der FC Energie Cottbus drei wichtige Punkte im Existenzkampf.
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Die Cottbusser ließ damit die Abstiegsplätze hinter sich. Nach der Führung der Herthaner durch Mineiro (21.) drehte der Albaner vor 20 746 Zuschauern im Stadion der Freundschaft per Freistoß (41.) und Foulelfmeter (63.) die Partie und beruhigte damit die nach einer Fehlentscheidung von Markus Merk erregten Gemüter. Der Referee hatte in der 18. Minute einem regulären Kopfballtor von Branko Jelic die Anerkennung verweigert.
«Wir haben nicht so gut gespielt, aber gewonnen. Das zählt. Es ist eine Motivation, dass wir die Abstiegsplätze verlassen haben», sagte Energie-Präsident Ulrich Lepsch auch mit Blick auf die Partie am kommenden Wochenende beim direkten Konkurrenten MSV Duisburg. Hertha- Trainer Lucien Favre bedauerte, dass seine Mannschaft den Vorsprung so schnell aus der Hand gegeben hatte: «Wir hatten zu viele Ballverluste, zu wenig Bewegung und waren zwei, dreimal zu egoistisch.» Manager Dieter Hoeneß mochte dem Team derweil keinen Vorwurf machen. «Die Mannschaft hat dagegengehalten. In einigen Szenen war sie aber zu naiv, um den Vorsprung nach Hause zu bringen.»
Die nach den Punktgewinnen der Konkurrenz zum Siegen verdammten Lausitzer starteten couragiert und engagiert. In der 16. Minute flog ein Schlenzer von Christian Bassila von der Strafraumgrenze knapp am Berliner Torwinkel vorbei. Wenig später haderten die Gastgeber mit Referee Merk, der Jelic' Tor zu Unrecht die Anerkennung verweigerte. Assistent Matthias Anklam hatte den Serben fälschlicherweise im Abseits gesehen und die Fahne gehoben. «Vielleicht haben wir ein Assistentenproblem. Es läuft schon wieder ein bisschen unglücklich für uns», sagte Lepsch in der Halbzeitpause mit Blick auf weitere strittige Entscheidungen der Unparteiischen gegen sein Team in dieser Saison.
Mit dem 0:1 folgte der nächste Schock für die Lausitzer. Nach Steve van Bergens mutigem Vorstoß konnte Gerhard Tremmel das Gegentor zwar noch verhindern, doch als der Ball über Pantelic und Raffael zu Mineiro kam, war der Schlussmann gegen den Flachschuss des Brasilianers machtlos - das letzte Hertha-Tor in der Lausitz war Michael Preetz im März 2003 gelungen. Nach dem Rückstand war das Cottbuser Spiel lange von Hektik und Fehlpässen geprägt, doch ein Foul von Gojko Kacar an Jelic kurz vor der Strafraumgrenze brachte sie in die Partie zurück. Spezialist Skela zirkelte den fälligen Freistoß aus gut 22 Metern zum 1:1 in den Winkel.
Als Lukasz Piszczek seinen Gegenspieler Daniel Ziebig 17 Minuten nach Wiederbeginn im Strafraum von den Beinen holte, zögerte Merk keine Sekunde mit seiner Elfmeterentscheidung. Skela schickte Drobny in die falsche Ecke und vollstreckte eiskalt zum 2:1. Diesen Vorsprung verteidigten die Cottbuser bis zum Ende erfolgreich, obwohl die Herthaner in der Schlussphase noch einmal mächtig Druck machten.
dpa
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