Sonntag, 6. April 2008 / 20:19 Uhr
München - Unbeirrt von einer mehr als einstündigen Unterzahl strebt der FC Bayern München weiter dem 21. Meistertitel entgegen. Durch ein 3:1 (1:1) gegen den VfL Bochum baute der Rekordmeister seinen Vorsprung bei noch sieben ausstehenden Spielen in auf neun Punkte aus.
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Nach dem Platzverweis für Mark van Bommel (27.) drehten Lucio (31. Minute), Franck Ribéry (74.) per Handelfmeter und Christian Lell (88.) am Sonntag vor 69 000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Allianz Arena das Spiel. Mimoun Azaouagh (4.) hatte Bochum früh in Führung gebracht.
Mit einer taktisch abgeklärten und insgesamt überzeugenden Leistung feierten die Münchner damit eine gelungene Generalprobe für die von Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld als «Endspiel» bezeichnete Partie im UEFA-Cup beim spanischen Pokalfinalisten FC Getafe. «Die Mannschaft hat eine unglaubliche Moral und einen Zusammenhalt bewiesen, ich muss sagen: Hut ab», lobte Torhüter Oliver Kahn. Zusätzliche Kraft für das Viertelfinal-Rückspiel am 10. April kostete die gelb-rote Karte für van Bommel (27.), den Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) nach wiederholtem Foulspiel vom Platz stellte. «Der Herr Weiner hat heute gepfiffen wie im Frauen-Fußball», tadelte Hitzfeld mit die Entscheidung.
«Mit zehn Mann einen Rückstand aufzuholen und das Spiel zu drehen, ist eine unglaubliche Leistung», sagte Hitzfeld, der das Team gegenüber dem enttäuschenden 1:1 gegen Getafe auf einer Position umgestellt hatte: Christian Lell verteidigte auf der rechten Seite für Philipp Lahm, der auf links wechselte, Marcell Jansen saß nur auf der Bank. Die von großen Personalsorgen geplagten Bochumer mussten auf Kapitän Thomas Zdebel (gesperrt), Christoph Dabrowski (Augenbogen- und Kieferbruch) und Shinji Ono (Knöchelprobleme) verzichten.
Die Gäste spielten von Beginn an munter mit. Azaouagh, dem von der Bayern-Abwehr zu viel Raum überlassen wurde, traf mit einem schönen Schuss aus gut 25 Metern in den linken oberen Winkel. Nur wenig später musste Schlussmann Oliver Kahn nach Lucios zu fahrlässigem Rückpass in seinem 553. Bundesliga-Spiel gegen den heranstürmenden Stanislav Sestak retten. Von den wachen und bissigen Bochumern beeindruckt brauchte der Rekordmeister einige Zeit, um sein Angriffsspiel auf Touren zu bringen. Franck Ribéry und Lucio vergaben große Chancen.
Erst van Bommels Platzverweis aber war die Initialzündung für den Rekordmeister, der von nun an mit wütenden Angriffen die Bochumer dauernd unter Druck setzte. Den Treffer von Martin Demichelis (29.) wertete Schiedsrichter Weiner als Abseits, doch zwei Minuten später hatten die Bayern Erfolg: Nach Bastian Schweinsteigers Freistoßflanke von rechts kam Lucio nach einer halben Stunde per Kopf zu seinem ersten Tor seit zweieinhalb Jahren. Luca Toni und erneut Ribéry hatten noch vor dem Pausenpfiff die Chance zum Führungstreffer der Münchner, die in der zweiten Halbzeit zunächst wieder in den alten Schlendrian verfielen und den Bochumern weitgehend das Spiel überließen. «Entscheidend wäre gewesen, auch einmal in den Strafraum zu kommen», sagte VfL-Trainer Marcel Koller.
Die Einwechslung von Miroslav Klose für den schwachen Lukas Podolski belebte nach einer guten Stunde das Bayern-Spiel zusätzlich. Doch erst das Handspiel von Bochums Abwehrspieler Marc Pfertzel im Strafraum ebnete den Weg zum hochverdienten Sieg. Ribéry verwandelte den Elfmeter ins rechte untere Eck. Lell erhöhte nach Traum-Vorarbeit von Klose kurz vor dem Schlusspfiff zum 3:1.
dpa
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