Sonntag, 6. April 2008 / 19:40 Uhr
Dortmund - Dank einer fulminanten Schluss-Offensive haben Dede und Alexander Frei der Dortmunder Borussia einen glücklichen 2:1 (0:0)-Heimerfolg über Bayer Leverkusen beschert und den haarsträubenden Fehler ihres Torhüter Marc Ziegler vergessen gemacht.
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Drei Minuten vor Schluss erzielte der Schweizer Frei den Ausgleichstreffer, in der Nachspielzeit ließ der Brasilianer die über weite Strecken enttäuschend aufspielenden Hausherren doch noch jubeln. Zuvor nutzte Nationalstürmer Stefan Kießling (51.) in einem schwachen Bundesliga-Spiel das Geschenk des völlig indisponierten BVB-Keepers und brachte die Gäste nach drei Pflichtspiel-Niederlagen hintereinander in Führung.
«Wir trauen uns einfach nichts mehr. Ich weiß nicht, was los ist», sagte Kießling und wunderte sich nach der vierten Pleite. «Man sollte den negativen Lauf nicht überbewerten. Solche Phasen gibt es immer mal», sagte Bayer-Trainer Michael Skibbe. Die Dortmunder blieben 13 Tage vor dem DFB-Pokalfinale gegen Bayern München in Berlin trotz des neunten Saison-Sieges einmal mehr den Beweis ihrer Klasse schuldig. Das Team von Trainer Thomas Doll feierte allerdings nach fünf sieglosen Begegnungen wieder einen, wenn auch glücklichen Erfolg. «Wir haben allen gezeigt, dass wir auch noch in der Bundesliga mitspielen», meinte Doll.
69 400 Zuschauern im Signal-Iduna-Park sahen zum Abschluss des 27. Spieltages eine Bundesliga-Partie mit Höhepunkten erst in den Schlussminuten. Bemerkenswert neben dem beinahe schon unglaublichen Ziegler-Blackout war zuvor nur noch der 323. Bundesliga-Einsatz von Leverkusens Sergej Barbarez, der damit zum Rekord-Legionär geworden ist. Sein Team allerdings muss nun um den schon sicher geglaubten UEFA-Cup-Platz bangen. Erstmals seit dem 12. Spieltag gehört Bayer als Sechster nicht zu den Top Fünf der Liga.
Mit defensiver Grundausrichtung kam das Team von Trainer Michael Skibbe drei Tage nach dem 1:4-Debakel im UEFA-Pokal in St. Petersburg beinahe zum sechsten Auswärtserfolg. Fast schien es so, als ob sich die Borussia schon für das Pokalfinale schonen wollte. Mit der Ruhe war es vorbei, als Dede sechs Minuten nach der Pause den Ball zurück zu seinem Torhüter Ziegler spielte, der das Leder nicht richtig traf und einen verhängnisvollen Querschläger produzierte. Kießling hatte natürlich keine Probleme, seinen achten Saisontreffer mit einem Schuss aus elf Metern zu erzielen. «Das war ein kapitaler Fehler. Darüber ärgere ich mich am meisten», sagte Ziegler, der sich nach dem glücklichen Ende bei seinem Team überschwänglich bedankte.
Die Einwechslung der Torjäger Diego Klimowicz und Alexander Frei durch Doll hatte für etwas mehr Schwung bei den Hausherren gesorgt. Nach einem Freistoß aus 18 Metern traf Frei nur das Lattenkreuz und leitete damit die am Ende vom Erfolg gekrönte Schlussoffensive der Hausherren ein. Da traf Frei per Direktschuss. Delron Buckley, der den Ball an der Außenlinie gegen Gonzalo Castro gewann, hatte geflankt. Dede nutzte dann seine Chance aus 20 Metern, als Rekordmann Barbarez den Ball nach einer Ecke direkt vor die Füße des Brasilianers geköpft hatte.
Leverkusener hatte vor allem die Abwehr stabilisiert. Den Dortmundern fehlte das Selbstvertrauen und die Kreativität. Nur dann, wenn die Hausherren das Mittelfeld schnell überbrückten, waren sie gefährlich. Doch das war viel zu selten. Nelson Valdez (9.) und Mladen Petric (33.) scheiterten vor der Pause an Bayer-Keeper Rene Adler. Selbst Leverkusener Geschenke verweigerten die Dortmunder. Kurz nach dem Wechsel scheiterte Valdez kläglich, als Leverkusens Manuel Friedrich den Ball am eigenen Strafraum vertändelte. Doch als die Borussia aufgewacht war, zeigte sie, was sie kann.
dpa
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