Samstag, 26. April 2008 / 18:38 Uhr
Cottbus - Zehn Cottbuser haben in letzter Sekunde das schon verloren geglaubte Ost-Derby der Fußball-Bundesliga gegen Hansa Rostock gewonnen.
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Energie setzte sich am 30. Spieltag in einem dramatischen Spiel durch Dimitar Rangelows Tor in der Nachspielzeit (90.+ 1) mit 2:1 (0:1) durch und schuf sich damit Luft im Abstiegskampf. Als 14. hat Cottbus mit 32 Zählern nun bereits fünf Punkte Abstand auf die «rote Zone». Von Rettung aber wollte Energie- Coach Bojan Prasnikar noch nichts wissen: «Dazu bin ich zu lange im Fußball. Ich werde jetzt nicht sagen, das war schon die Entscheidung.»
Für den FC Hansa, der nach einer Gelb-Roten Karte für Igor Mitreski (42.) über eine Halbzeit in Überzahl spielen konnte, wird es mit 27 Punkten nun ganz schwer, die Klasse zu halten. «Es ist jetzt das Allerwichtigste, dass man trotz der schwierigen Situation nach vorn schaut und den Kopf oben lässt», sagte Hansa-Coach Frank Pagelsdorf. Nach nur einem Sieg in zehn Spielen nacheinander aber steht der Trainer vor einer schwierigen Situation.
Rostocks Djordjije Cetkovic (16. Minute) hatte die Gäste im Stadion der Freundschaft mit 1:0 in Führung gebracht - doch nach der Pause überließen die Gäste den zehn Cottbusern immer mehr die Initiative. Energie-Kapitän Timo Rost belohnte die deutliche Steigerung der Gastgeber mit dem Ausgleich (81.). Danach hatte der eingewechselte Dusan Vasiljevic schon die Latte (84.) getroffen. Bei seinem Comeback schaffte schließlich der Bulgare Rangelow, der monatelang wegen einer Bandscheiben-Verletzung gefehlt hatte, mit seinem sechsten Saisontor die Entscheidung. «Der Kampfgeist war einfach herausragend», erklärte Energie-Präsident Ulrich Lepsch.
Die Angst spielte zunächst mit in dem Keller-Duell, das die Beteiligten abwechselnd zum «Abstiegs-Endspiel» und zum «wichtigsten Spiel des Jahres» erklärt hatten. Nervosität herrschte auf beiden Seiten, aber vor allem beim Gastgeber. Zwar setzten die Lausitzer vor 21 357 Zuschauern mit einem Solo von Stiven Rivic (2.) das erste Zeichen, doch Fehler und Missverständnisse verhinderten lange einen geordneten Spielaufbau.
Beim 1:0 profitierten die Gäste von einer Schlafeinlage in der Cottbuser Abwehr. Eine Schussversuch von Sebastian Hähnge, der neben Cetkovic und Amir Shapourzadeh neu in die Rostocker Startelf gerückt war, war bereits abgeblockt. Doch mit Hilfe von Stanislaw Angelow steckte Hähnge die Kugel doch noch zu Cetkovic durch. Der 25-Jährige aus Montenegro vollendete aus acht Metern zu seinem ersten Bundesliga-Treffer. Cottbus reagierte wütend: Einen Kopfball von Vragel da Silva, der später wegen einer Hüftverletzung ausgewechselt wurde, kratzte Tobias Rathgeb von der Linie (21.).
Kurz vor der Pause verbesserte sich die Situation für Rostock weiter, da Energie-Verteidiger Mitreski vom Platz musste. Der Mazedonier hatte sich zunächst zu einer Rangelei gegen Enrico Kern hinreißen lassen, dann foulte er den eingewechselten Heath Pearce und sah Gelb-Rot. Hansa-Kapitän Kern musste wegen einer wieder aufgebrochenen Waden-Blessur auch noch vor dem Wechsel passen. Doch es passierte das, was so oft in Unterzahl passiert: Energie wurde immer stärker - und drehte verdient die Partie.
dpa
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