Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Matchball verwandelt: Bayern vorzeitig Meister

Wolfsburg - Der FC Bayern München hat den ersten Matchball im Schongang verwandelt und auch mit der zweiten Garnitur die 21. deutsche Fußball-Meisterschaft vorzeitig unter Dach und Fach gebracht.

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Beim VfL Wolfsburg reichte dem Rekordmeister ein torloses Unentschieden, um das siebte Double der Vereinsgeschichte schon drei Spieltage vor Ende der Saison perfekt zu machen. Ohne die Topstars Kahn, Ribéry, Klose, Lucio und Zé Roberto, die drei Tage nach dem UEFA-Cup-Debakel in St. Petersburg nicht im Kader standen, reichte den Bayern eine wenig meisterliche Leistung, die Club-Chef Franz Beckenbauer mit den Worten kommentierte: «Die Luft ist raus.»

Das i-Tüpfelchen auf die von Manager Uli Hoeneß angekündigte Fernglas-Meisterschaf in der Bundesliga gelang den Bayern vor 30 000 Zuschauern in der ausverkauften Wolfsburger Arena ohne Glanz. Auch der frühere Bayern-Trainer Felix Magath konnte den Münchnern kein Bein stellen. Dabei machte sein Team fast über die gesamte Zeit das Spiel, ohne die mit einer B-Elf angetretenen Bayern allerdings ernsthaft in Gefahr bringen zu können. Und so gelang den Bayern nach 23 Jahren wieder ein Start-Ziel-Sieg - es war der vierte nach den Spielzeiten 1968/69, 1972/73 und 1984/85.

In seinem 250. Bundesligaspiel auf der Trainerbank des FC Bayern brachte Ottmar Hitzfeld, der vor seinem letzten Auftritt in der Autostadt mit einem dicken Blumenstrauß begrüßt wurde, Lukas Podolski für den an der Nase operierten Miroslav Klose. Im Mittelfeld spielten Andreas Ottl und der überforderte Jose Ernesto Sosa für Zé Roberto und Franck Ribéry. Willy Sagnol und Daniel van Buyten verteidigten für Philipp Lahm und Lucio.

Keeper Michael Rensing, der für den am Rücken lädierten Oliver Kahn im Tor stand, verteidigte seine Erfolgsserie und musste auch in seinem 22. Bundesligaspiel wieder nicht als Verlierer vom Platz gehen. Das freilich war nicht nur sein Verdienst, sondern vor allem das der in vielen Szenen zu unentschlossen agierenden Wolfsburger Stürmer. Allen voran Grafite, dem ein ums andere Mal der Zug zum Tor fehlte. Doch auch sein brasilianischer Landsmann Marcelinho klebte das Schusspech an den Stiefeln, so dass die weitestgehend in der eigenen Hälfte eingeschnürten Bayern wenig Mühe hatten, das Unentschieden zu verteidigen.

Im Angriff stand Top-Torschütze Luca Toni zumeist allein auf weiter Flur. Der Italiener hatte in Podolski keine große Unterstützung und blieb blass wie seine Nebenleute. Das 500. Tor als Trainer des FC Bayern blieb dem künftigen Schweizer Nationaltrainer Hitzfeld so verwehrt. 497:218 Tore stehen für den Meistercoach zu Buche, der mit den Bayern 155 Siege feierte, 42 Niederlagen kassierte und mit seinem 53 Unentschieden seine siebte Meisterschaft feierte.

dpa

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