Mittwoch, 7. Mai 2008 / 22:06 Uhr
Hamburg - Der SV Werder Bremen hat seine fünfte Teilnahme nacheinander in der Champions League mit einem 1:0 (0:0)-Sieg beim Hamburger SV fast schon gesichert.
anzeige
Damit rissen die Bremer im Derby den direkten Konkurrenten HSV aus allen Königsklassen-Träumen. Die Bremer setzten sich in einem teilweise überhart geführten Nord-Duell in Unterzahl durch und eroberten am drittletzten Spieltag mit 60 Punkten wieder den zweiten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga vor dem FC Schalke 04 (58) zurück. «Wir haben einen ganz ganz großen Schritt in Richtung Champions League gemacht», sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs. «Die drei Punkte waren sehr wichtig.»
Hugo Almeida machte mit seinem zehnten Saisontor in der 50. Minute den schwer erkämpften Erfolg perfekt. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Kapitän Frank Baumann (57., wiederholtes Foulspiel) brachten die Gäste den knappen Vorsprung über die Zeit. Der eingewechselte Jurica Vranjes sah in der 89. Minute bei den übermotiviert wirkenden Bremern wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Der HSV (51) kämpft jetzt um die Qualifikation für den UEFA-Cup. «Jetzt müssen wir in den letzten beiden Spielen noch mal alles geben», forderte HSV-Keeper Frank Rost.
Kurz vor dem Anpfiff hatten die Hamburger Verhandlungen mit dem niederländischen Coach Martin Jol für die Nachfolge von Huub Stevens bestätigt. Die 57 000 Zuschauer in der ausverkauften Hamburger Arena erlebten ein packendes und leidenschaftliches Duell. Beide Teams waren sich im Kampf um die Champions-League-Millionen der Bedeutung des 88. Nord- Derbys bewusst, agierten nach einer ansehnlichen ersten halben Stunde aber zum Teil hart an der Schmerzgrenze - und deutlich darüber. Vor allem die Gäste aus Bremen fielen mehr durch Fouls als durch Spielkunst auf. Baumann (35.), Daniel Jensen (38.) und Markus Rosenberg (45.+1) sahen für ihr überhartes Einsteigen früh Gelb.
Glück hatte Werder-Torhüter Tim Wiese, der nach einem brutalen Kung-Fu-Tritt gegen HSV-Stürmer Ivica Olic an der Strafraumgrenze von Schiedsrichter Lutz Wagner (Hofheim) ebenfalls nur verwarnt wurde - ein Platzverweis wäre die angemessene Strafe gewesen. «Das war schon fast ein kleiner Attentatsversuch», kommentierte «Premiere»-Experte Franz Beckenbauer Wieses Einsteigen kurz vor der Pause. Negativ aus der Reihe fiel aber auch Hamburgs Vincent Kompany, dessen Ellbogencheck gegen Diego (32.) ungeahndet blieb.
Fußball wurde auch gespielt an diesem sommerlichen Abend in Hamburg, echte Torchancen waren in den ersten 45 Minuten aber kaum zu bestaunen. Almeida (27.) hatte auf Bremer Seite noch die beste, scheiterte mit seinem Kopfball aber an HSV-Schlussmann Rost.
Nach dem Seitenwechsel sorgte der Portugiese Almeida für den ersten und einzigen Glanzpunkt, als er aus 17 Metern den Ball unhaltbar für Rost in den rechten Winkel jagte. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Baumann beschränkten sich die Gäste auf Ergebnis- Verwaltung. Der HSV berannte das Werder-Tor. Aber Olic (48.) und Rafael van der Vaart (71.) scheiterten an Wiese, der eingewechselte Juan Pablo Sorin (74.) verfehlte per Kopf nur knapp. Mit Geschick und Glück retteten sich die Werder-Profis über die Zeit.
dpa
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
"Fussball ist mehr als nur ein Sport. Fussball ist Euphorie, Religion und Droge zugleich." Aktuelles zur Droge Fussball, spitz und ohne redaktionelle Schranken, aus unserem Fussball Blog
Chelsea erstmals im Championsleaguefinale und Ollis Abtritt von der internationalen Bühne
Zwei Veteranen sollen Schalke in die Championsleague führen
Zu Hause eine Macht, auswärts.....gute Nacht! Der SC Freiburg und die Auswärtsserie
Dragoslav Stepanovic (über Maurizio Gaudino): Der war spitz wie Lumpi, nur er hat Tor nicht gefunden Und dann er ist in der Abseitsfalle gekommen.