Samstag, 10. Mai 2008 / 19:09 Uhr
Cottbus - Als das vierte Lausitzer Fußball-Wunder perfekt war, erhielt als Erster Retter Bojan Prasnikar eine Sektdusche. Mit Mauertaktik und viel Leidenschaft eroberte sich Cottbus am Samstag mit einem 2:0 (1:0) gegen den Hamburger SV ein weiteres Jahr Erstklassigkeit.
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«Das war nicht nur ein Spiel, sondern eine Serie. Das war kein Glück», erklärte der slowenische Trainer, der den FC Energie mit harter Hand und viel taktischem Schliff zum Klassenverbleib geführt hat. «Sensationell», jubelte Ervin Skela, während seine Kollegen auf dem Zaun vor der Nordtribüne ausgiebig feierten. Wie schon 2001, 2002 und 2007 jubelte der kleine Club im Osten über den Verbleib in der Beletage des deutschen Fußballs.
Dem HSV dagegen droht nach der schon verspielten Champions-League-Chance nun sogar der Absturz aus den UEFA-Cup-Rängen. Von den letzten neun Spielen konnten die Hamburger nur ein einziges gewinnen und halten Platz fünf vor den punktgleichen Wolfsburgern und Stuttgartern (alle 51 Zähler) nur noch wegen der besseren Tordifferenz. «Wir haben verdient verloren gegen eine Mannschaft, die nicht die Qualität hat wie wir, aber die Leidenschaft», kommentierte HSV-Coach Huub Stevens die Pleite. Nur wenn die Hamburger zum Saison-Halali gegen Karlsruhe die schwarze Serie brechen, kommen sie ins internationale Geschäft.
Der Kroate Stiven Rivic (29. Minute) und der Däne Dennis Sörensen (83.) machten einen Spieltag vor Saison-Schluss den fünften Heimsieg von Energie nacheinander perfekt - und der Jubel im Stadion der Freundschaft kannte keine Grenzen. Mit nun 36 Punkten bleibt Energie erstklassig, die roten Nichtabstiegs-Hemden zeigten das Erfolgs- Motto: «Immer daran geglaubt - Bundesliga 2008/09», stand auf den Shirts. «Wir haben alles richtig gemacht», erklärte Prasnikar, der nach den Gelb-Sperren des Stamm-Trios Cvitanovic, Ziebig und Angelow seinem Team eine wirkungsvolle Defensiv-Taktik verordnet hatte.
In der Anfangsphase produzierte die neu zusammengestellte Abwehr allerdings einige schwere Fehler. Doch weder Vincent Kompany, der nur das Außennetz traf (13.), noch Ivica Olic nach bösem Schnitzer von Igor Mitreski (21.) konnten daraus Kapital schlagen. Paolo Guerrero brachte gar das Kunststück fertig, den Ball frei aus zehn Metern nicht im Tor unterzubringen (23.). Der HSV, ohne den gesperrten Jerome Boateng, agierte gegen die eigentlich nur verteidigenden Cottbuser viel zu langsam. Und was doch auf das Cottbuser Tor kam, parierte Gerhard Tremmel. Der Energie-Keeper verdiente sich vor allem für seine Paraden gegen Olic (15.) und David Jarolim (18.) Bestnoten.
Wie aus heiterem Himmel dann die Lausitzer Führung: Praktisch bei der ersten gelungenen Offensiv-Aktion passte Dimitar Rangelow, der nach einer Bandscheiben-Operation in diesem Jahr erstmals wieder in der Startelf stand, den Ball geschickt zu Rivic und der Stürmer ließ bei seinem zweiten Bundesliga-Treffer HSV-Torwart Frank Rost keine Chance. Am Verlauf der Partie änderte auch das 1:0 nichts. Die laschen Gäste hatten im vorletzten Spiel unter Stevens - der Aufsichtsrat soll am Dienstag über die mögliche Verpflichtung des Niederländers Martin Jol als Nachfolger entscheiden - klar die Spiel- Kontrolle. Doch wie schon so oft in der Rückrunde fehlte den Gästen die nötige Konsequenz in den Zweikämpfen und vor allem im Abschluss. Dagegen machte Sörensen nach einem Konter die Entscheidung klar.
dpa
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