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4:1 gegen Hertha: «Titan» Kahn geht mit Rekord

München - Am Tag der großen Emotionen hat Torwart-«Titan» Oliver Kahn seine schillernde Fußball-Karriere mit einem letzten grandiosen Rekord beendet.

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Im letzten Spiel unter Trainer Ottmar Hitzfeld, der bei der Verabschiedung vor Spielbeginn Tränen der Rührung vergoss, feierte Double-Gewinner FC Bayern München um 17.38 Uhr die Übergabe der Meisterschale durch den 74er-Weltmeister Hans-Georg «Katsche» Schwarzenbeck und zuvor eine 4:1 (3:0)-Gala gegen Hertha BSC. Mit 21 Gegentoren stellten Kahn und seine Vorderleute einen Abwehr-Rekord in der Bundesliga auf. Die Bayern-Defensive unterbot die Bestmarke des SV Werder Bremen von 22 Toren aus der Saison 1987/88.

FC Bayern München - Hertha BSC Berlin

Foto: dpa Bild vergrößern

Luca Toni vom FC Bayern München mit Fallrückzieher gegen Hertha BSC Berlin.

Doch angesichts des stimmungsvollen Tages war der Rekord bestenfalls Nebensache. «Ich bin glücklich, dass ich alles gut überstanden habe. Heute sind die Tränen los gerollt. Das war so emotional, das waren siebeneinhalb bewegende Jahre beim FC Bayern», sagte Hitzfeld. «Das waren Tränen des Glücks.» Auch Kahn schwärmte von der Abschieds-Gala, die Übernahme der Meisterschale hatte er mit seinen Mitspielern im rot-weißen Konfetti-Regen zelebriert. «Es ist immer wieder das Größte, die Meisterschale in den Händen zu haben. Es ist phänomenal», erklärte der 38-Jährige. «20 Jahre Profifußball - das ist Wahnsinn. Es war einfach alles drin. Ich fühle im Moment nur eins: Dankbarkeit.»

Umjubelt wurden vor allem die scheidenden Kahn und Hitzfeld (Franz Beckenbauer: «Es stirbt ein Stück FC-Bayern-Geschichte»), Mann des Spiels in der mit 69 000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena aber war Luca Toni, der in seiner ersten Bundesliga-Saison mit 24 Treffern Torschützenkönig wurde. Gegen Hertha schlug der italienische Weltmeister gleich dreimal zu, zweimal mit dem Kopf (3./27. Minute) und einmal nach feiner Vorarbeit von Lukas Podolski mit dem rechten Fuß (61.). Es war Tonis zweiter Dreierpack in der Bundesliga.

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Auch Franck Ribéry konnte sein ebenfalls überragendes erstes Jahr in Deutschland mit einem fulminanten Distanzschuss zum 3:0 krönen (33.). Mit elf Treffern übertraf der 25 Millionen Euro teure Franzose in der teaminternen Torschützenliste noch Miroslav Klose (10), der nach seinem Nasenbeinbruch ein Kurz-Comeback feierte.

Die Hertha stand am Jubeltag der Bayern dem Meister respektvoll Spalier und schlossen eine wechselvolle Saison mit der 14. Niederlage ab. Die Bayern beendeten ihre 21. Meisterschaft mit 76 Punkten und einem Vorsprung von 10 Zählern auf den Tabellenzweiten Bremen.

Kahn verlebte in seinem 557. und letzten Bundesligaspiel bis zu seiner umjubelten Auswechslung in der 89. Minute einen lange fast beschäftigungslosen Arbeitstag. Die Hertha wurde erst mit der Einwechslung von Waleri Domowtschijski gefährlich, der erst die Latte traf (83.) und dann das letzte Gegentor gegen Kahn erzielte (84.). Eine Parade von Kahn mit den Fäusten nach einem Schuss von Raffael wurde zuvor frenetisch gefeiert (72.). Die Bayern-Fans forderten im Glücksrausch sogar immer wieder: «Olli, Olli, schieß ein Tor!»

Nach dem Schlusspfiff von Deutschlands Spitzen-Schiedsrichter Markus Merk, der seine glanzvolle Karriere mit dem 339. Einsatz in der Bundesliga ebenfalls beendete, ging die Bayern-Party erst richtig los: Nach der Übergabe der Meisterschale und Ehrenrunden im Stadion sollten Kahn, Hitzfeld & Co. im Autocorso in die Innenstadt zur offiziellen Ehrung durch die Stadt München auf dem Rathaus-Balkon fahren. Danach stand ein vereinsinternes Bankett auf dem Programm. «Das ist schon ein sehr emotionaler Moment heute», sagte Manager Uli Hoeneß.

Der Bayern-Vorstand mit Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner verabschiedete vor Spielbeginn neben Kahn und Hitzfeld auch noch unter tosendem Beifall Torwart-Legende Sepp Maier (64) in den Ruhestand. Geehrt wurden zudem der scheidende Co-Trainer Michael Henke, Torwartcoach Bernd Dreher, Konditionscoach Zvonko Komes und Jan Schlaudraff. Der Nationalspieler wechselt nach nur einem Jahr in München zu Hannover 96.

dpa

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