Samstag, 14. Juni 2008 / 22:39 Uhr
Innsbruck - Torjäger David Villa hat die spanische Fiesta bei der Fußball-EM mit einem Last-Minute-Treffer fortgesetzt. Vier Tage nach seinem Dreierpack beim 4:1 über Russland erzielte der Profi vom FC Valencia in der zweiten Minute der Nachspielzeit das Tor zum 2:1 (1:1)-Sieg über Schweden.
anzeige
«Ein Unentschieden wäre wirklich ungerecht gewesen, denn wir hatten die besten Chancen», meinte der EM-Top-Torjäger mit nunmehr vier Treffern. Anschließend durfte sich Villa mit seinen Mitspielern über das 1:0 Russlands gegen Titelverteidiger Griechenland freuen durfte: Spanien steht damit in der Runde der besten Acht als Sieger der Gruppe D.
Der Schwede Johann Elmander (l) nimmt den Ball an, Spaniens Joan Capdevilla (r) kommt dazu.
Vor 30 772 Zuschauern im ausverkauften Stadion Tivoli hatte Fernando Torres früh das 1:0 (15. Minute) für die Iberer markiert, Schwedens Goalgetter Zlatan Ibrahimovic in der 34. Minute ausgeglichen. «Das war unglaublich bitter», kommentierte Schweden- Coach Lars Lagerbäck die Niederlage in letzter Sekunde. Schweden muss nun am Mittwoch gegen Russland punkten, Spaniens Spiel gegen die bereits ausgeschiedenen Griechen hat nur noch statistischen Wert.
Die seit nunmehr 18 spielen ungeschlagenen Iberer starteten mit derselben Elf in die Partie, die Russland vorgeführt hatte. Von Villa war bis zu seinem Treffer nichts zu sehen. Insgesamt agierten die Südeuropäer selbstbewusst und souverän, jedoch keineswegs überheblich. Zu groß die Gefahr, die jederzeit von den Skandinaviern ausging: Ibrahimovic deutete es in der ersten Minute an. Dem 1,94- Meter-Mann versprang aber der Ball. Auf der Gegenseite zielte Andrés Iniesta nicht genau genug (4.).
Torres macht es besser. Nach intelligent zurückgelegter Ecke flankte David Silva von Valencia Richtung Fünfmeterraum, Torres streckte sich und bugsierte den Ball ins Tor. Fast postwendend wäre den Schweden der Ausgleich gelungen - der für den verletzten Christian Wilhelmsson (Achillessehne) ins Team gerückte Johan Elmander traf aber nur das Außennetz (17.). Lagerbäck musste zudem auf Niclas Andersson (Wade) verzichten und damit auf seine gesamte Besetzung der rechten Außenbahn. Für Andersson kam Fredrik Stoor.
Statt wie noch gegen die «Sbornaja» nachzulegen, gaben die in der ersten Viertelstunde spielbestimmenden Spanier indes Boden preis, geschuldet auch dem frühen Aus von Abwehrchef Carlos Puyol, der schon in der 24. Minute wegen einer Verletzung an der Fußsohle raus musste. Beim Ausgleich nach einer Flanke von Stoor von der rechten Seite düpierte Ibrahimovic den auf dem Boden sitzenden Sergio Ramos.
Die Leichtigkeit der Spanier war dahin, dennoch hätten sie beinahe den erneuten Führungstreffer auf dem Fuß gehabt. Allerdings blieb in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach einem klaren Schubser von Elmander gegen Silva im Strafraum der Schweden der fällige Elfmeter- Pfiff durch Referee Pieter Vink (Niederlande) aus.
Wie aus Schweden-Sicht befürchtet, blieb Ibrahimovic, der auch beim 2:0-Erfolg über Griechenland getroffen, aber nicht durchgespielt hatte, nach der Pause auf der Bank. «Es ist klar, dass wir mit der Auswechslung von Ibrahimovic enorm an Durchschlagskraft verloren haben», meinte Lagerbäck. Für den Schweden-Star kam Bremens Markus Rosenberg. Spaniens Coach Luis Aragonés versuchte, das Offensivspiel seiner Elf zu beleben, brachte auch Cesc Fabregas für Xavi Hernandez.
Nach einer guten Stunde schien es sich bezahlt zu machen. Wenn nicht Schweden-Keeper Andreas Isaksson zuerst gegen Silva und dann gegen Villa pariert und Torschütze Torres nicht aus bester Position daneben geschossen hätte. Die Schweden kamen nur zu einer Chance: Henrik Larsson verpasste elf Minuten vor Ende aber den Ball. Villa machte es besser und die setzte die Fiesta fort: «Wenn möglich bis am 29. Juni», meinte der Schütze des entscheidenden Treffers.
dpa
0 Kommentare | Kommentare verstecken
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
"Fussball ist mehr als nur ein Sport. Fussball ist Euphorie, Religion und Droge zugleich." Aktuelles zur Droge Fussball, spitz und ohne redaktionelle Schranken, aus unserem Fussball Blog
Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Eduard Geyer (Ex-Trainer von FC Energie Cottbus [im Abstiegskampf mit Cottbus] nach einem Spiel im TV-Interview): Es muss eine Kehrtwende geben. Und die muss 360 Grad sein.
Kommentar schreiben