Samstag, 29. November 2008 / 18:17 Uhr
Mönchengladbach - Bei Borussia Mönchengladbach herrscht Alarmstufe Rot. Die Mannschaft von Trainer Hans Meyer musste beim 1:3 (0:1) im Kellerduell gegen Schlusslicht Energie Cottbus einen Rückschlag im Kampf um den Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga hinnehmen.
anzeige
Alle Hoffnungen auf einen Befreiungsschlag entpuppten sich als Wunschdenken. Vor 36 454 Zuschauern im Borussia-Park besiegelten Michael Bradley (17./Eigentor), Dennis Sörensen (51.) und Emil Jula (85.) die bereits fünfte Heimschlappe des Aufsteigers, der durch Steve Gohouri (59.) lediglich zum Anschlusstreffer kam. Anders als die Gladbacher schöpfen die Gäste nach dem zweiten Sieg in Serie neue Hoffnung.
Aus seiner Enttäuschung über die indiskutable Leistung der Borussia machte Coach Meyer keinen Hehl: «Das ist alarmierend. Wir sind nicht zufällig da, wo wir stehen. Wir haben unter meiner Regie noch kein Spiel erstligareif durchgespielt.» Deutlich positiver fiel das Fazit des Cottbuser Kapitäns Timo Rost aus: «Das war ein Sechs- Punkte-Spiel. Endlich stehen wir nicht mehr auf einem Abstiegsplatz.»
Inspiriert durch den Erfolg am vorigen Spieltag über Karlsruhe präsentierten sich die Gäste trotz des kurzfristigen Ausfalls von Stiven Rivic deutlich mutiger als in den vorigen Auswärtsspielen. Abgesehen von einer Schrecksekunde, als der Mönchengladbacher Mittelfeldspieler Bradley (2.) aus kurzer Distanz mit einem Kopfball an Torhüter Gerhard Tremmel scheiterte, bestimmten sie das Geschehen. Die höhere Spielkultur und Laufbereitschaft machten sich früh bezahlt. Nach zwei Chancen von Sörensen (9.) und Dimitar Rangelow (15.) sorgte ein weiterer Konter für die Energie-Führung: Bradley beförderte nach scharfer Hereingabe von Ivica Iliev den Ball über die Linie des eigenen Tores.
Dieses Missgeschick hinterließ bei der ohnehin verunsicherten Borussia Wirkung. Zwar übernahm sie nun mehr und mehr die Regie, ließ aber im Spiel nach vorn Kreativität und Entschlossenheit vermissen. Dennoch boten sich Alexander Baumjohann (37.) und Alexander Voigt (41.), der mit einem Fernschuss an Tremmel scheiterte, gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Gleichwohl waren die Gäste dem 2:0 näher, als Rangelow (30.) aus 14 Metern seinen Meister in Torhüter Uwe Gospodarek fand. Das unansehnliche Spiel ihrer Mannschaft quittierten die Borussen-Fans zur Pause mit Pfiffen.
Trainer Meyer reagierte mit zwei Auswechslungen zur Halbzeit auf die dürftige Vorstellung. Der Erfolg dieser Maßnahme hielt sich in Grenzen. Nach kurzer Drangperiode wurde der Altmeister erneut kalt erwischt: Einen mustergültigen Konter schloss Sörensen gekonnt mit dem Treffer zum 2:0 ab. Erst danach erwachte die Borussia aus der Lethargie. Mit dem Kopfball von Gohouri aus fünf Metern zum 1:2 nach Flanke von Baumjohann startete sie eine Schlussoffensive. Doch mit Glück, Geschick und einem starken Tremmel retteten die Lausitzer die Führung über die Zeit. Letzte Zweifel am verdienten Sieg räumte der kurz zuvor eingewechselte Jula mit seinem ersten Saisontreffer aus.
dpa
0 Kommentare | Kommentare verstecken
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
Heribert Faßbender: Sie sollten das Spiel nicht zu früh abschalten. Es kann noch schlimmer werden.
Kommentar schreiben