Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Cottbus jubelt: 3:0 über Bayer bringt Relegation

Cottbus - «Ausnahmezustand» statt Trauerfeier: Der FC Energie Cottbus hat die Hoffnung auf ein erneutes «Wunder von der Lausitz» gewahrt. Mit einem 3:0 (0:0) über Bayer Leverkusen ergriffen die Cottbuser den letzten Rettungsstrohhalm.

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Energie zieht nun in die Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Dritten ein, die am 28. Mai in Cottbus und am Pfingstmontag auf des Gegners Platz stattfinden. Ausgerechnet der sonstige «Chancentod» Emil Jula (50./69.) und Ersatzmann Stiven Rivic (64.) hielten die Lausitzer mit ihren Toren im Bundesliga-Geschäft. Entscheidende Hilfe bekamen sie zudem von Hannover in Bielefeld. Auch der von Ervin Skela verschossene Elfmeter in der Schlussminute änderte daran nichts mehr.

FC Energie Cottbus - Bayer 04 Leverkusen

Foto: dpa Bild vergrößern

Der Cottbuser Jiayi Shao (l) und Leverkusens Karim Haggui kämpfen um den Ball.

Damit könnten die Energie-Fußballer nun doch noch das Gesetz der Serie brechen, das ihnen seit 1988 alle drei Jahre den Spielklassen-Wechsel «vorschreibt». In den Relegationsspielen gegen Nürnberg oder Mainz hoffen die Cottbuser nun zudem auf den Einsatz der aus Verletzungsgründen noch fehlenden Torjäger Dimitar Rangelow und Ivica Iliev. «Endlich: Es wurde Zeit, das ich getroffen habe. Aber richtig glücklich bin ich erst, wenn wir auch die Relegation gewonnen haben», meinte Emil Jula, als ihn die Fans hochleben ließen.

Auch Manager Steffen Heidrich richtete mit einem Strahlen im Gesicht seinen Blick nach vorn. «Noch heute Nacht beginnt die Vorbereitung auf die Relegation. Der ganze Verein ist jetzt im Ausnahmezustand, von den Spielern bis zur Geschäftsstelle. Die Pläne haben wir in der Tasche», meinte Heidrich.

Die Rot-Weißen begannen vor 20 140 stimmgewaltigen Zuschauern im voll besetzten Stadion der Freundschaft engagiert und hatten nach einem Patzer von Torhüter Rene Adler, der einen Ball zum Gegner abwarf, die Riesenchance zum 1:0. Doch Rivic verfehlte aus 18 Metern das leere Tor. Danach hatte auch Jiayi Shao nach Flanke von Rivic den Treffer auf dem Kopf, doch der Bayer-Keeper war auf dem Posten.

Die Leverkusener spielten beim «Warmlaufen» für das DFB-Pokal- Finale am kommenden Samstag gegen Werder Bremen zunächst locker mit und kamen ohne bissiges Zweikampfverhalten zu guten Chancen. Doch sowohl Patrick Helmes (23.) als auch Stefan Kießling (26.) und Arturo Vidal (37.) scheiterten in aussichtsreicher Position am großartig haltenden Gerhard Tremmel. Der Cottbuser Keeper avancierte dann in der zweiten Hälfte zum Helden der Partie, als er serienweise Schüsse von Kießling (67./73.) und Tranquillo Barnetta (62.) entschärfte. «Das ist jetzt wie im Europapokal. Aber dieser Sieg sollte uns Selbstbewusstsein geben. Der pusht uns noch einmal», meinte Tremmel nach dem höchsten Saisonsieg.

Zum Knackpunkt der Partie aber geriet die 45. Minute, als der Chilene Vidal vorzeitig zum Duschen musste. Mit Gelb-Rot bekam er von Schiedsrichter Wolfgang Stark die Quittung für sein grobes Foul an Stanislaw Angelow, nachdem er erst vier Minuten zuvor die Gelbe Karte gesehen hatte. Mit personeller Überlegenheit gingen die Cottbuser noch motivierter in die zweite Hälfte.

Gleich der erste Angriff führte zum Erfolg: Jula nahm den Pass von Rivic schön mit, ließ Karim Haggui stehen und verwandelte zum 1:0. Danach stürmte Energie wie entfesselt. Skela legte von der Grundlinie auf Rivic auf, der ohne Probleme Adler überwand. Der Spielmacher der Cottbuser war auch Vorbereiter des 3:0 durch Jula. Als dann noch die Tore von Hannover 96 in Bielefeld bekanntwurden, brachen auf den Tribünen alle Dämme: Euphorisch feierten die Anhänger ihre Mannschaft. «Das war ein Geschenk. Das wollen wir jetzt nutzen», kündigte Daniel Ziebig an.

dpa

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