Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Bayer schlägt Meister Wolfsburg nach Benaglio-Rot

Wolfsburg - In einer äußerst turbulenten Bundesliga-Partie hat Der VfL Wolfsburg die dritte Niederlage in Folge kassiert. Der deutsche Fußball-Meister verlor beim 2:3 (0:1) gegen Bayer Leverkusen erst den Keeper und dann den Anschluss an die Spitzengruppe.

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Entscheidende Szene des Spiels war die Rote Karte für Diego Benaglio in der 32. Minute wegen groben Foulspiels an Eren Derdiyok. «Das war der Knackpunkt», sagte auch Leverkusens Trainer Jupp Heynckes, während sein VfL-Kollege Armin Veh schimpfte: «Die Rote Karte darf er nie und nimmer geben.»

VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen

Foto: dpa Bild vergrößern

Diego Benaglio (r) erhält für diese Aktion gegen Derdiyok den Platzverweis.

Die Leverkusener verloren zwar später auch Derdiyok (53.) durch Gelb-Rot, blieben aber im fünften Saisonspiel ungeschlagen. Sie feierten die Tore von Simon Rolfes (38./51. Foulelfmeter) sowie Stefan Kießling (58.) und rangieren in der Tabelle hinter dem punktgleichen Hamburger SV nach dessem 3:1 gegen den VfB Stuttgart weiter an zweiter Stelle. Für die Wolfsburger trafen vor 30 000 Zuschauern in der ausverkauften VW-Arena Regisseur Zvejzdan Misimovic (76.) und Grafite (80./Foulelfmeter).

Drei Tage vor der ersten Champions-League-Partie der Vereinsgeschichte zeigte der VfL nur bis zur Roten Karte für den Keeper und in der Schlussphase eine gute Leistung. Bei der Generalprobe für die Partie gegen ZSKA Moskau am 15. September agierten die Wolfsburger zunächst druckvoll und hatten deutlich mehr vom Spiel. «Bis dahin haben wir die Partie gut im Griff gehabt und Chancen besessen», sagte Veh.

Doch mit dem Platzverweis für den Torwart in der 32. Minute kippte die Partie. Schiedsrichter Felix Brych zeigte dem Schweizer Rot, nachdem dieser aus dem Strafraum gelaufen und mit gestrecktem Bein auf seinen Landsmann Derdiyok zugesprungen war.

«Der hat dem Schiedsrichter sogar gesagt, dass er ihn nicht berührt hat», berichtete Veh vom Dialog zwischen Derdiyok und dem Referee. Der Leverkusener Profi widersprach dieser Darstellung: «Der Schiedsrichter hat mich gefragt, ob es Foul war, und ich habe gesagt: Ja, es war Foul. Er hat erst den Ball berührt und dann mich», meinte Derdiyok. Der Unparteiische kannte kein Pardon für Benaglio. Veh diskutierte anschließend minutenlang mit dem vierten Offiziellen Daniel Siebert und konnte sich kaum beruhigen.

Nach dieser Schlüsselszene überschlugen sich die Ereignisse. Der eingewechselte Ersatzkeeper Andre Lenz parierte den unmittelbar folgenden Freistoß, doch vier Minuten später war er machtlos, als Rolfes im Nachschuss das 1:0 erzielte. Die bis dahin schwachen Leverkusener kamen nun besser ins Spiel. Zuvor hatten sie vor allem mit Obafemi Martins, der sein erstes Pflichtspiel für den VfL von Beginn an machte und für den formschwachen Edin Dzeko auflief, einige Probleme.

Die Leverkusener präsentierten sich erst nach dem Platzverweis für Benaglio so stark wie zuletzt. Rolfes baute die Führung durch den verwandelten Strafstoß aus, dem ebenfalls eine umstrittene Aktion von Derdiyok vorausgegangen war. Auch durch den kurz danach folgenden Platzverweis für den Schweizer Stürmer ließen sich die Leverkusener nicht aus der Ruhe bringen und legten durch Kießling noch nach.

Doch dann drehte der VfL erneut auf, wenn auch zu spät und vergeblich. Zunächst traf Misimovic mit einem schönen Freistoß, dann ließ Grafite Bayer-Keeper Rene Adler mit einem Strafstoß keine Chance. Das späte Anrennen wurde aber nicht mehr mit einem Punkt belohnt. «Ich bin froh, dass wir das noch gewonnen haben», sagte Heynckes erleichtert.

dpa

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