Samstag, 21. November 2009 / 20:42 Uhr
Wolfsburg - Hektik, reichlich Torchancen und ein überraschender Sieger: Der deutsche Fußballmeister VfL Wolfsburg verlor in der zerfahrenen Bundesligapartie gegen den 1. FC Nürnberg 2:3 (0:0) und kassierte damit nach sieben ungeschlagenen Pflichtspielen wieder eine Niederlage.
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Wolfsburg kam vier Tage vor der Champions-League-Begegnung bei ZSKA Moskau zu Toren durch Ashkan Dejagah (59. Minute) und Grafite (79./Foulelfmeter), zeigte jedoch eine schwache Leistung in der Verteidigung. Die Nürnberger durften hingegen vor 28 736 Zuschauern in der Wolfsburger Arena jubeln und holten nach vier verlorenen Auswärtsspielen wieder drei Punkte im fremden Stadion. Nach vielen vergebenen Torchancen in der ersten Halbzeit erzielten Albert Bunjaku (56./64.) und Peer Kluge (90.+3) die Treffer.
«Das ist ärgerlich», kommentierte Armin Veh die Schlussphase, als sein Team in einen Konter lief. «Da muss man cleverer sein.» Ärgerlich zudem für den VfL, dass der schwache Schiedsrichter Markus Schmidt ein Foul von Raphael Schäfer an Zvjezdan Misimovic im Strafraum nicht ahndete. «Das war eindeutig», sagte auch Nürnbergs Coach Michael Oenning.
Bei der Generalprobe für die Partie in der russischen Hauptstadt zeigte der VfL Wolfsburg eine erschreckende Vorstellung im Defensivverhalten, besonders im Mittelfeld. Immer wieder konnten sich die forschen Nürnberger in Szene setzen, eine Torchance nach der anderen herausspielen.
Kaum zu glauben: Allein bis zur 22. Minuten besaßen die Gäste ein halbes Dutzend bester Einschussmöglichkeiten. Torhüter Diego Benaglio rettete den VfL in dieser Phase, parierte prächtig, ließ vor allem den später erfolgreichen Bunjaku und Christian Eigler verzweifeln. Der Schweizer Nationalkeeper stand immer wieder im Blickpunkt, weil seine Vorderleute zu pomadig und behäbig agierten, nicht aggressiv genug attackierten. Besonders Kapitän Josué, der sonst zuverlässige Abräumer vor der Abwehr, erwischte einen schwachen Tag und muss nach der fünften Gelben Karte nächste Woche eine Zwangspause einlegen.
Auf der Gegenseite sah es nicht viel besser aus. Die Nürnberger Hintermannschaft erwies sich ebenfalls als nicht sattelfest. Nachdem der Sturm des «Club» die guten Chancen vergeben hatte, ließ die Abwehr des Aufsteigers den Gastgebern zu viel Raum. Der VfL übernahm das Kommando. Allein Edin Dzeko hatte drei gute Möglichkeiten, die beste davon nach einer halben Stunde, als er aus knapp einem Meter über das Tor schoss. «Zur Halbzeit hätte es auch 4:4 oder 5:5 stehen können», meinte Veh.
Doch die Tore fielen erst in der zweiten Halbzeit. Zunächst ließ Bunjaku sich nach Pass von Kluge auf dem Weg zum 1:0 von Ricardo Costa nicht aufhalten und schob den Ball an Benaglio vorbei ins Netz. Nachdem der gerade eingewechselte Dejagah nach Vorlage von Dzeko den Ausgleich erzielt hatte, traf erneut der Schweizer Bunjaku. Anschließend rettete Torwart Raphael Schäfer einige Male bei VfL- Chancen, ehe ihm Grafite beim Strafstoß keine Chance ließ. Bei aller Freude gab Oenning zu: «Das Spiel hätte vielleicht keinen Sieger verdient gehabt.»
dpa
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