Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

HSV dank van Nistelrooys Doppelpack 3:1 beim VfB

Stuttgart - Ruud van Nistelrooy hat den Hamburger SV vor einer Mini-Krise bewahrt. Mit seinem Doppelschlag innerhalb von 90 Sekunden (75./76. Minute) sicherte der niederländische Neuzugang den Norddeutschen den 3:1 (1:0)-Erfolg beim VfB Stuttgart.

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«Fantastisch, so gut reinzukommen», sagte van Nistelrooy freudestrahlend. «Das war ein sehr schöner Nachmittag.» Der Tabellenvierte der Fußball-Bundesliga feierte nach zuvor drei sieglosen Spielen den ersten «Dreier». Die zuvor unter Trainer Christian Gross sechsmal ungeschlagenen Schwaben mussten dagegen die erste Niederlage unter dem Schweizer hinnehmen. Marcus Berg hatte den überzeugenden HSV in Führung (23.) gebracht. Christian Träsch glückte vor 41 500 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena der zwischenzeitliche Ausgleich (55.).

VfB Stuttgart - Hamburger SV

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Der Stuttgarter Spieler Gebhart (l) im Zweikampf mit Hamburgs Jansen.

«Ruud hat seine Qualität gezeigt», lobte HSV-Trainer Bruno Labbadia den Super-Star. «Er hat das gemacht, weshalb wir ihn geholt haben.» Sein Stuttgarter Kollege Gross bezeichnete van Nistelrooy und den hervorragenden Torhüter Frank Rost als «entscheidend». Die Hamburger hätten abgeklärter agiert.

Die Hanseaten ergriffen sofort die Initiative und ließen den VfB nicht wie gewohnt ins Spiel kommen. Es dauerte einige Zeit, bis die Schwaben selbst zu erwähnenswerten Offensiv-Aktionen kamen. Obwohl die Hamburger zuletzt das Siegen scheinbar verlernt hatten und erneut ein halbes Dutzend Stammkräfte ersetzen mussten, agierten sie selbstbewusst und zielstrebig. Nachdem auch die Stuttgarter stärker aufkamen, entwickelte sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt eine abwechslungsreiche und sehenswerte Partie mit guten Chancen auf beiden Seiten.

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Der HSV ging aufgrund seiner überlegenen Anfangsphase verdient durch Berg in Führung. Allerdings profitierte der Schwede bei seinem vierten Saisontreffer per Distanzschuss von der Unentschlossenheit der VfB-Innenverteidiger Serdar Tasci und Matthieu Delpierre. Der Franzose bestritt nach auskuriertem Zehenbruch seinen ersten Einsatz in der Rückrunde. «Wir haben beim ersten und zweiten Gegentreffer schlecht verteidigt», kritisierte Gross seine Defensive.

Nach dem 0:1 häuften sich die Gelegenheiten für beide Teams. Der gute Rost rettete gleich viermal gegen Cristian Molinaro, Tasci (beide 26.), Sami Khedira (39.) und Ciprian Marica (43.). Zudem schoss Timo Gebhart volley knapp über die Latte (37.). Aber auch die Norddeutschen hatten noch mehrere Möglichkeiten: VfB-Schlussmann Jens Lehmann verhinderte gegen Piotr Trochowski (30.) und erneut Berg (40.) die mögliche Vorentscheidung.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Stuttgart den Druck. Der HSV kam zunächst nicht mehr so zur Geltung. Rost stand bei einem Gebhart-Kopfball erneut richtig (54.). Eine Minute später war der Torhüter allerdings machtlos: Träsch, mit Abstand bester VfB-Akteur, schlenzte den Ball nach einem glänzenden Pass von Alexander Hleb unhaltbar zum Ausgleich ins Tor. Marica vergab dann die Riesenchance zum 2:1 (59.) - und Berg machte es im Gegenzug nicht viel besser. Nun entwickelte sich wieder ein offener Schlagabtausch, wobei die Schwaben mehr Spielanteile hatten. Die Gäste konterten aber immer gefährlich.

Dann folgte der große Auftritt von van Nistelrooy: Innerhalb von eineinhalb Minuten bewies er nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung seine Torgefährlichkeit gleich zweimal. Erst stand der Weltklasse-Stürmer sträflich frei, dann vollstreckte er nach einer Vorlage von Berg. «Wir haben das Spiel beinahe aus der Hand gegeben, sind dann aber phänomenal zurückgekommen und haben eiskalt zugeschlagen», fasste Labbadia zusammen.

dpa

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