Samstag, 10. April 2010 / 19:11 Uhr
Sinsheim - Nach der 0:2-Schlappe gegen den 1. FC Köln bekamen Spieler und Trainer von 1899 Hoffenheim den geballten Frust der Fans zu spüren. «Rangnick raus» und «Scheiß Millionäre» schallte es lautstark durch die Rhein-Neckar-Arena.
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Der harte Kern der Hoffenheimer Anhänger blockierte eine Stunde nach dem Abpfiff die Stadionausfahrt des Mannschaftsbusses und konnte erst durch Ralf Rangnick beruhigt werden. «Warum soll es in Hoffenheim anders sein als in anderen Stadien. Wir können nicht erwarten, dass wir für unsere Leistung gefeiert werden», erklärte Rangnick.
Die Reaktion der Fans war verständlich, denn die Hausherren boten eine erschreckend schwache Vorstellung. Vor 26 950 Zuschauern schoss Adam Matuschyk die Kölner mit einem Doppelpack in der 46. und 82. Minute zum verdienten Erfolg. Mit 34 Zählern schlossen die Gäste, die sich vier Spieltage vor Saisonschluss der Fußball-Bundesliga fast aller Abstiegssorgen entledigten, zu den weit unter ihrem Niveau spielenden Hoffenheimern auf.
«Wir hatten die besseren Nerven und haben im richtigen Moment die Tore gemacht. Das war ein Riesen-Schritt nach vorn», sagte Kölns Trainer Zvonimir Soldo. Rangnick war dagegen bedient: «Wir sind alle maßlos enttäuscht.» Trotz der auch außerhalb des Platzes anhaltenden Krise steht der 1899-Coach nicht zur Disposition. «Ich stelle den Trainer nicht infrage und ich denke, wir schaffen die Wende. Aber wir müssen da wahrscheinlich harte Einschnitte machen. Was nicht heißt, dass wir viele neue Spieler verpflichten, sondern eher im Gegenteil. Wir müssen aus dem Potenzial, was wir haben, das Optimum herausholen - mit Ralf Rangnick», sagte Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp bei «Liga Total».
Nach der «Disco-Affäre» vor Wochenfrist, als sich gleich sechs Profis im Anschluss an das 0:4 in Wolfsburg bis tief in die Nacht vergnügt hatten, sorgte eine weitere Undiszipliniertheit von Spielern schon vor dem Anpfiff für neuerlichen Wirbel bei den Hoffenheimern. Weil Maicosuel, Franco Zuculini und Boris Vukcevic zu spät zum Abschlusstraining erschienen waren, strich Rangnick das Trio kurzfristig aus dem Kader. «Die Reaktion des Trainers war konsequent. Er hatte keine andere Wahl», sagte Geschäftsführer Jan Schindelmeiser.
Auf dem Platz fehlte der TSG nicht nur Torhüter Timo Hildebrand (Rückenverletzung), der Gerüchte um einen Wechsel im Sommer nach dem Spiel zurückwies, sondern auch Kreativität und Aggressivität. Die Kölner vermissten vor allem ihre Fans. Wegen mehrmaliger Sicherheits-Verstöße hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verfügt, dass die 3000 Plätze im Gäste-Block leer bleiben mussten. Dennoch hatten sich rund 500 FC-Anhänger im freien Verkauf eine Eintrittskarte besorgt.
Sie konnten nur 45 Sekunden nach Beginn der zweiten Halbzeit das 1:0 bejubeln. Matuschyk überwand Hildebrand-Ersatz Daniel Haas mit einem Schuss aus 20 Metern an den Innenpfosten. Zwar kontrollierten die Hoffenheimer gegen die fast ausschließlich defensiv agierenden Gäste das Geschehen, Chancen konnte sich das Rangnick-Team aber kaum erarbeiten. Die einzige Möglichkeit zum Ausgleich vergab Ibisevic (75.) aus acht Metern. Matuschyk machte wenig später den Sack für Köln endgültig zu.
dpa
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Toni Schumacher (in bezug auf das Foul an Battiston): Dann zahl' ich ihm seine Jacketkronen.
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