Samstag, 10. April 2010 / 18:58 Uhr
Berlin - Der Heimfluch bleibt - und kostet Hertha BSC mit hoher Wahrscheinlichkeit die Bundesliga-Zugehörigkeit. Das Tabellen- Schlusslicht aus Berlin verlor am 30. Spieltag im eigenen Stadion das «Strafspiel» gegen den VfB Stuttgart mit 0:1 (0:0).
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Hertha wartet damit nun schon seit 245 Tagen auf einen Sieg im Olympiastadion. Auch der Abstand zu Relegationsplatz 16 vergrößerte sich vier Runden vor Saisonschluss wieder auf fünf Punkte. Trainer Friedhelm Funkel gab sich dennoch weiter kämpferisch: «Wir haben uns auch nach dieser Niederlage noch nicht abgeschrieben. Es sind noch zwölf Punkte zu vergeben, von denen wir einige holen werden.»
Die Stuttgarter, für die der eingewechselte deutsche Fußball-Nationalspieler Cacau in der 74. Minute das entscheidende Tor schoss, setzten ihre beeindruckende Rückrunde mit dem bereits elften Sieg fort. Mit dem ersten «Dreier» in Berlin seit 19 Jahren und nun 47 Punkten schnuppert der VfB als Tabellen-Sechster weiter an den internationalen Startplätzen. «Es war extrem schwer», sagte VfB-Coach Christian Gross und bescheinigte vor allem dem eingewechselten Cacau ein herausragendes Spiel: «Das gibt uns die Möglichkeit, weiter nach vorn zu schauen.»
Die Hertha zeigte sich vor 26 851 Zuschauern im «Strafspiel» lange bissig und engagiert: Die gegenüber dem jüngsten 3:0-Auswärtssieg in Köln unveränderte Berliner Elf kämpfte, drückte, versuchte viel - die durch das DFB-Sportgerichts-Urteil auf 25 000 Anhänger reduzierte Fan-Gemeinde machte sich lautstark bemerkbar. Torwart-Routinier Jens Lehmann musste schon in der Startphase zweimal weit aus dem VfB- Kasten und klären. Nach einem schönen Schuss von Lewan Kobiaschwili holte der 40-Jährige den Ball noch aus dem Winkel (27.).
Da hatten auch die 8000 ausgesperrten Fans, die die Partie in der nah gelegenen Waldbühne über einen riesigen Bildschirm verfolgten, den Torschrei schon auf den Lippen. Die Ostkurve, aus der nach dem 1:2 gegen Nürnberg am 13. März 100 bis 150 Chaoten den Platz gestürmt hatte, blieb ganz leer. Hertha-Manager Michael Preetz haderte einmal mehr mit Schiedsrichter-Entscheidungen gegen Berlin: Erst wurde Theofanis Gekas zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen, dann monierte Preetz ein Handspiel von Serdar Tasci im VfB-Strafraum: «Das ist Elfmeter, nur bei Herrn Weiner nicht», kritisierte Preetz Referee Michael Weiner.
Der VfB als beste Rückrunden-Mannschaft, die jetzt auf vier Siege in Serie verweisen kann, stand mit breiter Brust stabil in der Defensive, inszenierte auch immer wieder selbst gefährliche Angriffe. Nach einer flachen Eingabe des hellwachen Ciprian Marica, der trotz Cacaus abgelaufener Sperre zunächst in der Startelf stand, spitzelte der Russe Pawel Pogrebnjak das Streitobjekt nur um Zentimeter am Hertha-Tor vorbei (16.). Auch die rund 3500 Stuttgarter Fans, die in der Anfangsphase gegen die jüngsten Fan-Urteile des DFB protestierten und schwiegen, kamen nun auf ihre Kosten.
Hertha-Coach Funkel ging ein hohes Risiko, brachte den lange an einer Fußblessur laborierenden Florian Kringe ins Spiel. Doch die Dortmunder Leihgabe verletzte sich schon beim ersten Ballkontakt erneut. Auf der Gegenseite wurde Cacao - gerade 17 Minuten auf dem Rasen - zu zögerlich angegangen. Sein Schuss wurde von Steve von Bergen unhaltbar für Hertha-Schlussmann Jaroslav Drobny abgefälscht.
dpa
1 Kommentar | Kommentare verstecken
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Toni Schumacher (in bezug auf das Foul an Battiston): Dann zahl' ich ihm seine Jacketkronen.
1. HerthaFan schrieb am 10.04.2010 um 22:00:27:
oh man wir können Hertha vergessen:( der abstieg in die 2.bl ist damit so gut wie siichter:((
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