Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

1:1 gegen Mainz: 96 verpasst Sprung an die Spitze

Hannover - Erst nach zwei Pfosten-Knallern und einer Pausenpredigt wachten die müden Europapokal-Helden auf, doch das Aufbäumen kam für Hannover zu spät. Vielmehr versetzte der FSV Mainz 05 der Europa-Euphorie bei 96 einen kleinen Dämpfer und holte sich beim 1:1 (1:1) einen verdienten Punkt.

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«Es sind deutliche Worte in der Halbzeit gefallen», berichtete 96-Verteidiger Christian Schulz: «In der ersten Halbzeit war auffällig, wie viele leichte Ballverluste wir im Aufbau hatten.»

Hannover 96 - 1. FSV Mainz 05

Foto: dpa Bild vergrößern

Der Mainzer Elkin Soto (l) bremst den Hannoveraner Mohammed Abdellaoue.

Es zeigte die neue Anspruchshaltung in Hannover, dass die meisten Profis und die Verantwortlichen von 96 mit dem einen Zähler nicht zufrieden waren. Dabei ist der Verein weiter in allen drei Wettbewerben ungeschlagen und setzte sich mit acht Punkten aus vier Spielen in der Spitze der Fußball-Bundesliga fest. «Wir haben etwas länger gebraucht, um in den Spiel zu kommen - zu lange», monierte Trainer Mirko Slomka: «Ich war sehr ärgerlich in der Pause. Eine Spitzenmannschaft holt nach dem Europapokal drei Punkte.»

Es hätte aber auch ganz anders ausgehen können. Die Niedersachsen schienen sich in der Anfangsphase mit den Gedanken noch in Andalusien zu befinden und wurden vom FSV eiskalt erwischt. Und nach der Führung durch Sami Allagui (2.) - dem bislang schnellsten Saisontor - hatten sie zweimal großes Glück: In der 24. Minute flog ein Freistoß von Zoltan Stieber durch Freund und Feind hindurch an den Pfosten. Nur eine Minute später scheiterte Nikolce Noveski bei seinem Kopfball nach Risse-Freistoß ebenfalls am Torgestänge. «Wir hätten in der Phase nachlegen müssen», sagte Mainz-Coach Thomas Tuchel, schob jedoch angesichts der zweiten 45 Minuten nach: «Ich kann mit dem Punkt gut leben.»

Drei Tage nach dem Einzug in die Europa League kamen die Niedersachsen zwar zum Ausgleich durch Mohammed Abdellaoue (30.), aber trotz eines furiosen Sturmlaufs nicht zu weiteren Treffern. «Nachdem wir uns in der ersten Halbzeit ein bisschen dusselig angestellt haben, haben wir uns danach ziemlich gesteigert. Wir hatten zahlreiche Chancen, haben es aber nicht geschafft, den entscheidenden Treffer zu setzen», bilanzierte Slomka die attraktiven 90 Minuten.

Hannnovers Spiel in Sevilla hatte seine Folgen, das bleib dennoch als Erkenntnis. «Klar», sagte Karim Haggui: «90 Minuten gegen Sevilla mit laufen und rackern und einem Rückflug in der Nacht, das spürt man.» Zu spüren war für die 40 240 Zuschauer aber auch, dass Hannover sich später aufbäumte. «Ich finde es erstaunlich, dass die Mannschaft so laufstark und sprintstark war», sagte Slomka.

Veränderungen im Kader wird es voraussichtlich bis zum Ende der Transferperiode nicht mehr geben. Wie die Mainzer sehen die Hannoveraner keinen Bedarf, obwohl sie durch die Europa League sechs zusätzliche Spiele in der Hinrunden haben. «Eher nicht», sagte 96-Manager Jörg Schmadtke, der weiter vor Euphorie warnte: «Spitzenmannschaft - das ist ein weiter Weg.»

dpa

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