Sonntag, 3. Oktober 2004 / 19:45 Uhr
Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat seinem neuen Trainer Ralf Rangnick eine erfolgreiche Heim-Premiere bereitet. Im ersten Spiel unter dem Heynckes-Nachfolger in der ausverkauften AufSchalke-Arena setzten sich die «Knappen» am Ende zu zehnt 3:2 (3:0) gegen den VfL Bochum durch und machten in der Tabelle einen Riesensatz von Rang 16 auf 7.
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Vor 61 524 Zuschauern erzielten Gerald Asamoah (10.), Lewan Kobiaschwili (13.) und Lincoln (44.) die Tore für die nur 45 Minuten wie aus einem Guss auftrumpfenden Schalker, die in der hektischen Partie Lincoln (79./Unsportlichkeit) durch die Gelb-Rote Karte verloren. Der aus dem UEFA-Cup ausgeschiedene und auf Platz 12 abgerutschte VfL, für den Zvjezdan Misimovic (50.) und Raymond Kalla (65.) trafen, muss die 14-tägige Spielpause zur Regeneration nutzen.
Der Schalker Levan Kobiashvili freut sich über seinen Treffer zum 2:0.
«Beim Stand von 3:0 haben wohl alle im Stadion geglaubt, das Spiel sei gelaufen. Aber Fußball funktioniert nicht so. Da sind wir zu nachlässig gewesen», monierte Rangnick nach dem wichtigen Heimsieg. Er lobte sein Team jedoch auch: «An der ersten Halbzeit gab es nicht viel auszusetzen. Vor allem die Tore waren schön rausgespielt.» Sein Kollege Peter Neururer («Schalke war in Halbzeit eins die drei Tore besser») hob hervor, dass seine Mannschaft nie aufgesteckt hat. VfL- Keeper Rein van Duijnhoven glaubt sogar, dass die Bochumer darauf aufbauen können. «Wir haben tolle Moral bewiesen. Das müssen wir erkennen. Für uns geht die Meisterschaft jetzt erst richtig los.»
Die Gastgeber, die kurzfristig ihren an einer Erkältung leidenden Abwehrchef Marcelo Bordon ersetzen mussten, legten los wie die Feuerwehr. Nach Niels Oude Kamphuis' erstem Warnschuss (3.) war es sieben Minuten später Asamoah, der eine präzise Linksflanke von Mladen Krstajic zur Führung verwertete. Es war das dritte Saisontor für den Nationalspieler, der auch am 2:0 beteiligt war. Im Zweikampf luchste er dem zu lässig agierenden Alexander Knavs das Leder ab, das Kobiaschwili dann mit einem scharfen Schuss ins Netz beförderte.
Der VfL, der ohne Regisseur Dariusz Wosz (Hüftprellung) auskommen und früh auch Manndecker Knavs (Muskelfaserriss) ersetzen musste, wirkte drei Tage nach dem bitteren UEFA-Pokal-K.o. gegen Standard Lüttich vor der Pause ausgelaugt und psychisch angeknackst. Christoph Preuß (20.) und Vratislav Lokvenc (34.) boten sich zwar gute Chancen, doch allein die Schalker waren effektiv. Lincoln schaffte nach erneut toller Vorarbeit des starken Asamoah noch vor der Wechsel das 3:0.
Nach Wiederanpfiff brachte Peter Neururer «Joker» Misimovic, der für frischen Wind und das 1:3 sorgte. Auch das zweite Tor bereitete der Bosnier gegen die nachlässigen Schalker vor, die im Gefühl des sicheren Sieges mit Unkonzentriertheiten zum Aufschwung des Gegners beitrugen. Bechmann (58.) und Lokvenc (69.) hatten den Ausgleich auf dem Fuß. Doch die Schalker, deren schon verwarnter Regisseur Lincoln wegen Zeitspiels noch die Ampelkarte sah, zitterten sich zum Erfolg.
dpa
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