Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Hektik in Cottbus: Zehn Aachener sichern 2:0

Cottbus - Zehn Aachener haben in Cottbus mit 2:0 (1:0) weitere drei wichtige Punkte im Abstiegskampf eingefahren, obwohl die Alemannia am 25. Spieltag der Fußball-Bundesliga nach einer Roten Karte wegen Unsportlichkeit für Sascha Dum fast eine Stunde in Unterzahl spielen musste.

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«So wie die Mannschaft nach den psychologischen Nackenschlägen aufgetreten ist, kann man ein Stück stolz sein», erklärte Alemannia-Coach Michael Frontzeck. Jan Schlaudraff scheiterte mit einem Elfmeter noch an Tomislav Piplica. Die Treffer markierten Sascha Rösler (28.) und Sergio Pinto in der Nachspielzeit (90.+1). Damit blieb Aachen (jetzt Tabellen-Neunter mit 30 Punkten) auch im fünften Spiel hintereinander unbezwungen.

FC Energie Cottbus - Alemannia Aachen

Dum (r.) und seine Teamkollegen diskutieren mit Schiedsrichter Gagelmann.

Die Cottbuser, bei denen sich Piplica nach der letzten vergeblichen Rettungsaktion eine Gehirnerschütterung zuzog und vom Feld getragen werden musste, trennt nach der fünften Heimpleite der Saison dagegen wieder nur noch ein Punkt von den Abstiegsrängen. Dass die öffentlichen Spekulationen um Trainer Petrik Sander in der vergangenen Woche die Mannschaft möglicherweise beeinflusst hätten, wies der Energie-Coach selbst weit zurück: «Wir können das schon einschätzen. Das jetzt als Alibi herhalten zu lassen, das wäre zu billig und zu einfach.»

Das Abstiegs-Duell vor 15 200 Fans war geprägt durch Hektik, Kampf und viele Fehler. Schon nach drei Minuten tauchte Energie-Stürmer Sergiu Radu allein vor dem Aachener Tor auf, scheiterte aber am guten Schlussmann Stephan Straub. Den Gästen gelangen die spielerisch besseren Aktionen, der Ex-Cottbuser Laurentiu Reghecampf (7.) und der agile Rösler (9.) hatten bereits die Führung auf dem Fuß. Die besorgte dann Spielmacher Rösler nach einem Traumpass von Schlaudraff aus zehn Metern völlig freistehend. «Da läuft natürlich alles etwas leichter, auch wenn wir es uns mit der Roten Karte und dem Elfmeter noch selbst schwer gemacht haben», erklärte der Torschütze.

Der Cottbuser Timo Rost hatte den Ball im Mittelfeld verloren, Energie-Kapitän Kevin McKenna holte Schlaudraff von den Beinen. Doch der scheiterte vom Punkt (37.). Nicht genug Aachen-Frust: Nach einem Zweikampf gegen den Chinesen Jiayi Shao sah Dum, kurz zuvor erst für den verletzten Christian Fiel aufs Feld gekommen, die Rote Karte. Schiedsrichter Peter Gagelmann wertete eine kurze Handbewegung von Dum als «Scheibenwischer» und damit als grobe Unsportlichkeit.

Die Gastgeber hatten nach zwei Siegen nacheinander, zuletzt in Dortmund, außer Kampf, Einsatz und langen Bällen nicht viel zu bieten. «Doch auch mit diesen langen Bällen hatten wir noch drei, vier hundertprozentige Chancen», ärgerte sich Sander. Francis Kioyo zielte aus 16 Metern am Tor vorbei (35.), nach Vorarbeit von Radu wuchtete der glücklose Kameruner dann den Ball an den Pfosten (42.).

In der Schussphase vergaben Mariusz Kukielka (70.), Daniel Gunkel (82./88.) und Kevin McKenna (86.) noch gute Cottbuser Gelegenheiten, wenigstens einen Punkt zu behalten. Und auch der nach seiner Erkrankung erstmals eingewechselte Energie-Neuzugang Ervin Skela konnte nichts Entscheidendes mehr bewirken. «Wir haben sehr gut verteidigt. Es war klar, dass wir mit zehn Mann nicht mehr so glänzen konnten», urteilte Schlaudraff, der vorzeitig alles klarmachen konnte. Die Entscheidung besorgte dann der eingewechselte Pinto mit dem letzten Konter.

dpa

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