Sonntag, 11. März 2007 / 10:17 Uhr
Stuttgart - Für den VfB Stuttgart kam es gegen den VfL Wolfsburg gleich in doppelter Hinsicht knüppeldick: Viel härter als das enttäuschende 0:0 traf der kaum zu kompensierende wochenlange Ausfall seiner beiden jungen Leistungsträger Mario Gomez und Serdar Tasci.
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«Die Verletzungen bedrücken mehr als das Ergebnis», konstatierte VfB-Trainer Armin Veh niedergeschlagen und geschockt. Gomez, der 21 Jahre alte Top-Torjäger der Fußball-Bundesliga, fehlt wegen eines Innenbandabrisses am linken Knie mindestens eineinhalb Monate. Verteidiger Tasci (19) drohen wegen eines Muskelfaserrisses rund drei Wochen Zwangspause.
Gomez' (M) Torgefahr wird Stuttgart in den nächsten Wochen fehlen.
«Die Sorgenfalten sind jetzt natürlich noch viel tiefer», verwies Veh auf die Riesenpersonalprobleme bei dem Champions-League-Kandidaten ausgerechnet vor dem Schlagerspiel beim FC Schalke 04. Schließlich fehlten schon gegen Wolfsburg Torhüter Timo Hildebrand, Abwehrchef Fernando Meira (beide Grippe) sowie die Spielmacher Antonio da Silva (Kapselreizung) und Alexander Farnerud (Hüftprellung).
Am Ausfall dieses Quartetts lag es aber nicht, dass die fast alle unter Normalform spielenden Schwaben kein Konzept fanden, um das gut gestaffelte VfL-Abwehrbollwerk zu knacken. «Vielleicht treten wir auswärts auch mal nur mit einer Spitze an, um es dem Gegner schwer zu machen», kündigte Veh vor der Partie auf Schalke an. Der Trainer räumte aber ein, dass die Punkteteilung primär aus den eigenen Schwächen resultierte: «Wir hatten nicht unseren besten Tag.»
Der Doppelausfall traf das junge VfB-Team wie ein Blitz aus heiterem Himmel. «Es ist traurig, zwei so wichtige Spieler verletzt zu verlieren», klagte Kapitän Matthieu Delpierre. Gomez hat es nicht nur am härtesten getroffen, er ist für den VfB auch unersetzbar. Dass die Stuttgarter im Sturm ohne den 13fachen Torschützen nur die Hälfte wert sind, zeigte schon beim 1:3 in Leverkusen, wo Gomez wegen einer Oberschenkelzerrung gefehlt hatte.
Gegen Wolfsburg wurde Gomez ein Pressschlag mit Jonathan Santana in der 38. Minute zum Verhängnis. Sein Traum vom zweiten Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft im EM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien am 24. März ist damit ebenfalls geplatzt. Tasci schied ohne gegnerische Einwirkung aus. «Beim Sprint ist es reingezogen», schilderte der gegen die Niedersachsen als einer der wenigen VfB- Profis überzeugende Innenverteidiger sein Aus. «Das ist kein schöner Tag: 0:0 und zwei verletzte Spieler.»
Angesichts des doppelten Dämpfers ging das glänzende Debüt von Ersatztorhüter Michael Langer etwas unter. Der Hildebrand-Vertreter bewahrte mit mehreren guten Aktionen die Schwaben sogar vor einer Pleite gegen die insgesamt gefährlicheren «Wölfe». Veh lobte den 22 Jahre jungen Österreicher: «Er hat seine Sache gut gemacht.»
Klaus Augenthaler machte seiner Mannschaft «ein Riesenkompliment». Sie habe taktisch alles hervorragend umgesetzt. Nur die vergebenen Torchancen seien zu bemängeln. «Wir hatten zwei hundertprozentige Möglichkeiten durch Marcelinho und Diego Klimowicz und haben hinten nichts zugelassen», analysierte der VfL-Trainer treffend. «Mit mehr Entschlossenheit wäre ein Dreier drin gewesen.»
dpa
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